Die Jugend-Pferdezeitschrift im Netz
Zwei Dinge vor allem musst du als Pferdefreund über die geliebten Vierbeiner wissen,
um artgerecht mit ihnen umgehen zu können. Beide sind im Umgang mit dem Pferd, aber
auch in der Haltung, Fütterung und Ausbildung stets zu berücksichtigen. Sie gelten
für alle Rassen: Hier gibt es keinen Unterschied zwischen dem kleinsten Pony und
dem größten Pferd.
Pferde sind Herdentiere
Pferde leben in der freien Natur stets in
einem Herdenverband zusammen. Kein
Pferd würde freiwillig alleine bleiben,
denn die Herde bietet Schutz und
Sicherheit. Im Schutz der Herde kann
das Pferd entspannt ruhen, denn andere
Pferde wachen in dieser Zeit über seinen
Schlaf und halten Ausschau nach
Raubtieren und Feinden. Im Verband der
Herde entstehen enge Freundschaften
unter den Pferden. Gemeinsame Spiele und
gegenseitige Fellpflege vertiefen diese Bindungen.
Ein Pferd, das alleine leben muss,
ist daher nicht nur einsam. Es kann sich auch niemals wirklich sicher fühlen, weil
der Schutz der Gruppe fehlt. Pferde müssen deshalb immer mindestens zu zweit leben,
besser noch in einer größeren Gruppe. Der Mensch kann die Gesellschaft anderer Pferde
niemals ersetzen. Lediglich während der Arbeit mit dem Pferd kann auf Pferdegesellschaft
kurzfristig verzichtet werden, denn in dieser begrenzten Zeit muss das Pferd sich
ganz auf den Menschen konzentrieren und lernen, sich ihm anzuvertrauen.
Pferde sind Fluchttiere
Wenn ein Pferd angegriffen wird, kämpft es nicht
mit dem Raubtier, sondern sucht sein Heil in der
Flucht. Am sichersten ist es natürlich, wenn man
rechtzeitig flüchtet. Also beobachten Pferde stets
aufmerksam ihre Umgebung und achten auf Anzeichen
für eine mögliche Bedrohung. Dabei gilt der
Grundsatz: Lieber einmal zu oft flüchten, als einmal
zu wenig. So kann auch schon ein Vogel im Gesträuch
eine wilde Panik auslösen. Generell reagieren Pferde
heftig auf Bewegungen
in ihrem Sichtfeld. Und sie nehmen mehr Bewegungen als der Mensch wahr, auch weil
ihr Blickfeld sehr viel größer ist. Die seitlich am Kopf liegenden Augen bieten nahezu
einen Rundumblick und sehen viel weiter zur Seite und nach hinten, als wir Menschen
das mit unseren nach vorne gerichteten Augen können.
Es ist für Pferde sehr wichtig,
sich viel zu bewegen. Im Moment der Flucht kann es tatsächlich um Leben und Tod gehen.
Spielerisch wird diese Situation in Laufspielen geübt. Wenn Pferde sich zu wenig
bewegen können, fühlen sie sich nicht wohl. Sowohl körperliche Krankheiten als auch
Verhaltensstörungen können die Folge sein. Auch Reitpferde brauchen daher täglich
freie Bewegung.
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