Die Jugend-Pferdezeitschrift im Netz
Im Februar ist in etwa Halbzeit mit
dem Winter. Mittlerweile hat man sich
an Regen, Matsch und Schnee gewöhnt,
und destruktive Gemüter neigen zur
Depression. Dabei steht ihnen noch der
März bevor, ehe es wieder trocken und
warm und Frühling wird.
Den Pferden allerdings scheint der
Winter nichts auszumachen: Dick
bepelzt stehen Robuste im Schnee -
manchmal auch leider im Schneematsch - ,
ihr Fell glänzt, die Augen schauen wach in die eisige Welt. Wo wir uns mit Wintermänteln und Mützen, Handschuhen und Stiefeln gegen die Kälte wappnen müssen, haben sie kein Problem damit.
Energie als Wärmequelle
Ihre Energie wird durch gutes Futter angeheizt; und so muss die Winterfütterung „kalt gehaltener“ Pferde entsprechend energiereich sein.
Bei Nordlandpferden, die seit Jahrtausenden Kälte und Nässe gewöhnt sind und ein dichtes Unterfell haben, mag die reine Heufütterung ausreichen. Die Südpferde jedoch brauchen mehr.
Mögen in der arabischen Wüste oder in anderen südlichen Gegenden die Temperaturen nachts schon mal tief fallen - tagsüber erwärmen sie sich doch und damit auch die Pferde. Bei den bei uns im Winter herrschenden anhaltenen tiefen Temperaturen muss man dem Organismus der Pferde durch energiehaltiges Futter etwas nachhelfen.
Das gilt nicht nur für Araber oder Vollblüter, auch viele Mischlingspferde brauchen ein Mehr an Energie. Wer beispielsweise Islandpferde und Aegidienberger gemeinsam hält, wird bemerken, dass das Paso-Erbe der Aegidienberger seinen Tribut fordert: Stehen die Isis noch bei Schnee und Regen unbeeindruckt draußen, suchen die Paso-Blütigen doch eher den Unterstand auf und stellen eher ihr Fell hoch.
Je hochblütiger die Pferde sind, desto empfindlicher sind sie hauptsächlich gegen Nässe. Ihnen muss man in jedem Fall ständigen Zugang zu einem trockenen, zugfreien Stall geben und sollte sich auch nicht scheuen, sie bei Extremtemperaturen mal einzudecken - robust hin, robust her!
Ähnliches gilt für alte Pferde im Winter. Ihr Organismus ist nicht mehr so flexibel, alles arbeitet langsamer. Sie frieren auch deshalb leichter, weil sie sich nicht wie die Jungen so leicht in der Kälte warmlaufen können. Gerade ältere Pferde sind deshalb bei Extremtemperaturen für eine leichte, wärmende Decke dankbar.
Decken für spezielle Fälle
Eingedeckte Pferde in normal-warmen Ställen leben ein ungesundes Leben, denn ihre Haut braucht den klimatischen Reiz, der ihr jetzt entzogen wird. Sie leben wie die Leute, die auch im Haus Angoraunterwäsche und drei Strickjacken tragen und dann draußen natürlich frieren ...
Wirklich wichtig sind Decken bei warmgerittenen Pferden zum Abschwitzen. Daran verdient eine ganze Industrie - und nicht zu Unrecht. Denn nassgerittene Pferde im Winterfell kann man ohne Decke fast nicht trocken bekommen; die Alternative ist das Solarium. Ob der jähe Wechsel Kälte/Wärme für den Pferdeorganismus auf die Dauer jedoch gesund ist, bleibt noch abzuwarten.
Eine Abschwitzdecke sollte also jedes Pferd haben; und man sollte sie nach einer Stunde etwa abnehmen, denn dann hat sie ihren Dienst getan. Selbstverständlich ist auch eine Winterdecke pro Pferd für den Notfall kein Luxus, denn ein krankes Pferd, das selbst nicht mehr genügend Energie zur Wärmeentwicklung hat, ist bestimmt dankbar dafür.
Wenn man allerdings schon damit anfängt, Fohlen beim stundenweisen Weidegang einzupacken, zieht man sich mit Sicherheit ein Pimpelchen heran...
Zeit für die Urlaubsplanung
Im Februar gibt es schon alle Ferienprospekte, und auch die Schulferien sind klar. Also sollte man jetzt zumindest planen, wann man Urlaub macht. Das WOHIN ist nur dann wichtig, wenn man die Pferde mitnehmen will. Wenn man ohne sie fährt - und das ist bei den meisten Pferdebesitzern der Fall -, muss man aber rechtzeitig für „Pferde-Hüter“ sorgen. Je früher man die einweist, desto besser - und desto beruhigter fährt man dann im Sommer weg.
Auch wer Reiterurlaub machen will, ist gut beraten, sich jetzt zu informieren. Noch sind überall Plätze frei, und man hat die ganze Angebotspalette zur Auswahl.
Noch herrscht Winterruhe
Im Februar ist noch alles „still“: Kaum Turniere, Reitertreffen nur auf theoretischer Basis am abendlichen Stammtisch; und mit der Reiterei ist es bei Schnee und Matsch auch nicht so toll.
Das ändert sich im März mit den allerersten grünen Hälmchen und Blättchen rapide: Der Fellwechsel beginnt, was vermehrtes Putzen bedeutet. Die Pferde haben die ersten „Frühlingsgefühle“ und meinen durch die Landschaft düsen zu müssen, was manche Reiter in Angst und Schrecken versetzt.
Den Februar als „ruhigen“ Monat könnt ihr also noch genießen!
Uta Over
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