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Das Reiten der Grundgangarten:

Der versammelte Trab, Teil I


In Dressurprüfungen ab Klasse L kommt die Versammlung der Gangarten (bis auf den Schritt) zu den geforderten Lektionen hinzu. Das bedeutet, erst nach Arbeits- und Mitteltrab wird Reitern und Pferden der versammelte Trab abverlangt. Vielleicht stellt sich der eine oder andere vor, das verkürzte Tempo sei einfacher zu reiten als der Mitteltrab. Das mag so aussehen, weil eine gute Verstärkung oft spektakulärer erscheint als eine korrekte Versammlung. Der Teufel liegt jedoch, wie so oft, im Detail. Versammelter Trab - das ist etwas für fortgeschrittene Reiter und Pferde. Nur langsamer reiten reicht leider nicht aus, um die Richter zu beeindrucken. Für die Versammlung ist neben einem durchdachten Trainingsprogramm auch eine bereits überdurchschnittliche Eignung des Pferdes notwendig. Mit fast jedem Pferd ohne grobe Gebäudefehler kann ein annehmbarer Mitteltrab erreicht werden. Die ausdrucksvolle Versammlung hingegen verlangt dem Tier ein deutliches Mehr an relativer Aufrichtung, Rücken- und Beinarbeit ab. Das "Aufwärts" der Bewegung aber kann einem normalerweise eher vorlastigen Pferd nur begrenzt antrainiert werden. Gute Voraussetzungen hätte ein Dressurpferd dann, wenn es bereits über eine natürliche "Bergauf-Haltung", einen starken Rücken, gute Bemuskelung, federnde Gänge und eine hohe Leistungsbereitschaft verfügt.

Merkmale für einen guten versammelten Trab:

- Der Takt bleibt unverändert!

- Die Tritte werden kürzer, aber nicht flacher, sondern erhabener.

- Das Tempo wird deutlich zurückgenommen.

- Der Schwung muss in jedem Fall erhalten bleiben! Das Weniger an Vorwärtsschub soll in ein vermehrtes Aufwärtsfedern umgewandelt werden

- Die relative Aufrichtung wird in der Versammlung deutlich erhöht. D.h.: Die Hinterhand senkt sich und nimmt vermehrt Gewicht auf. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der "Hankenbeugung", was einer verstärkten Winkelung von Hüft- und Kniegelenk des Pferdes entspricht. Gleichzeitig hebt sich die Vorhand frei und leicht. Kopf und Hals werden in schöner Selbsthaltung getragen. Die Nasenlinie ist etwa in oder leicht vor der Senkrechten.

- Die Anlehnung ist konstant und ruhig, bei tätigem, zufriedenem Maul

- Das Pferd bleibt losgelassen und entspannt, der Schweif pendelt.


Probleme des Pferdes


Wie in der Einleitung schon erwähnt, wird den Pferden in der Versammlung ein hohes Maß an körperlicher Anstrengung abverlangt. Die zu leisten ist nicht jedes Tier in der Lage.
Körperliche Probleme können sich ergeben aus einem extrem langen und daher meist schwachem Rücken. Deutlich überbaute Pferde werden ebenfalls oft Schwierigkeiten bekommen, die Hinterhand zu stärkerer Gewichtsaufnahme vermehrt zu senken. Eine wenig bemuskelte Hinterhand wird sich schwer tun, das eigene und das Reitergewicht elastisch auszufedern. Schwache und/oder unkorrekte Sprunggelenke laufen Gefahr, bei der erhöhten Beanspruchung der Versammlung allzu schnell zu verschleißen. Sehr tief angesetzte Hälse gehen häufig mit einer allgemeinen Vorlastigkeit des Pferdes einher. Den bei diesen Tieren weit vorne liegenden Schwerpunkt nach hinten zu verlagern und so die Vorhand leicht und frei zu machen, ist manchmal nicht zu verwirklichen.
Mentale Probleme können sich ergeben aus einer mangelnden Leistungsbereitschaft des Pferdes. Um eine gute Versammlung zu erarbeiten, muss ein Pferd bereit sein, das eine oder andere Mal auch über die momentane Leistungsgrenze hinaus mitzumachen. Die Fähigkeit, sich jederzeit zu entspannen, ist ebenfalls von großer Bedeutung in der fortgeschrittenen Dressurarbeit. Es ist durchaus normal, dass Pferde sich bei größerer Anstrengung manchmal aufregen und unruhig werden. Wichtig ist, dass sie die angebotenen Entspannungspausen wahr nehmen und sich wieder loslassen können.

Nächstes Mal geht es weiter: mit den Problemen des Reiters.

Ute Forler

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