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Bockende Pferde – Licht und Luft im Winter – Dicke Beine – Das Freizeitpferd – Zum Wiehern!


Equikids Ausgabe 12/2010


* Noch nie war ich dem Himmel so nah ... –

Bockende Pferde, Teil I


"Wer nicht schon einmal vom Pferd gefallen ist, kann nicht reiten." oder "Zum Reiten lernen gehört auch das Herunterfallen!" Solche und ähnliche Weisheiten sollen über manch unfreiwilligen Abgang hinwegtrösten. Wenn man ihnen glaubt, und das tue ich durchaus, sind gerade bockende Pferde eine besonders gute Chance, reiten zu lernen, oder nicht? Das mit dem Herunterfallen klappt auf ihnen (bzw. über, hinter, neben, unter ihnen) jedenfalls oft schon ziemlich gut. Aber obwohl eine gelegentliche Trennung von Ross und Reiter kein Beinbruch sein sollte, ist es natürlich doch erstrebenswert, auch auf bockenden Pferden oben zu bleiben. Gute Reiter können sogar mehr als das, sie gewöhnen den Pferden das Bocken ab. Die besten Reiter aber sind die, bei denen das gleiche Pferd erst gar nicht versucht, zu bocken. Neben ein paar Tipps, wie man sich am besten oben halten kann, wird es deshalb hauptsächlich darum gehen, das Problem zu vermeiden.

Was versteht man unter Bocken?

Der Begriff als solcher will wohl verdeutlichen, dass die Bewegungen des Pferdes in solchen Momenten an das Springen von Schafböcken erinnern. Es krümmt den Rücken nach oben und springt teilweise mit allen vier Füßen gleichzeitig in die Luft. Jede Geschmeidigkeit der Bewegungen ist dahin und wird durch äußerst harte, abrupte und energiegeladene Stöße ersetzt. Den Kopf tief hinuntergestreckt, ergibt sich aus dem Hals eine Art Rutschbahn. Jedenfalls hat der Reiter vor sich nur noch gähnende Leere. Besonders talentierte (oder gemeine?) "Bocker" beherrschen die Kunst, sich während eines vierfüßigen Hochsprungs auch noch seitlich zu drehen. Alles in allem ist echtes Bocken eine harte Prüfung für den Reiter. Leichtere Varianten bezeichnet man eher als "buckeln". Diese eher spielerischen Hopser sind denn auch nicht allzu schwer auszusitzen.

Warum bocken Pferde?
1. Das erste, sozusagen "jungfräuliche" Bocken eines Pferdes resultiert zunächst immer aus seinen Instinkten. In freier Wildbahn landet niemals etwas anderes auf seinem Rücken als der Todfeind, das Raubtier. Die äußerst anstrengenden Sprungfolgen eines bockendes Pferdes sind der verzweifelte Versuch, sein Leben zu retten, indem es den Angreifer abschüttelt. Natürlich braucht ein in unseren Breitengraden als Haustier aufgewachsenes Pferd nicht mehr den Tod durch Raubtiere zu fürchten. Um diese Instinkte abzubauen, bedürfte es aber wahrscheinlich noch einer Evolution.
2. Je nachdem, welcher Erfolg das erste Bocken krönte, können Pferde daraus eine gezielte und ziemlich angstfreie Methode machen, unerwünschte Reiter abzusetzen. Oder es wird ganz einfach ihre Art der Arbeitsverweigerung.
3. Charakterlich anders veranlagte Pferde, die auch nach dem berühmten ersten Mal plötzlich ohne Reiter waren, erfuhren dadurch nur noch eine Steigerung ihrer Angst. Bei ihnen ist das wiederholte Bocken keine gezielte Aktion gegen den Reiter, bei ihnen siegt einfach immer wieder der Instinkt.
4. Als vom Anlass her harmlos, in der Auswirkung aber leider oft genauso gefährlich wie gezielte Aktionen ist das Bocken aus Lebensfreude heraus anzusehen. Vor allem junge oder besonders gut konditionierte und energiegeladene Pferde machen ihrer Lust an Sonne, Wind, Wiesen und anderen Dingen gerne einmal mit vereinzelten Bocksprüngen Luft.
5. Ein dem Pferd nicht anzulastender Grund für unangenehme Bocksprünge kann in falscher Fütterung zu finden sein. Wenn dem Pferd durch Hafer oder anderes Kraftfutter mehr Energie zugeführt wird, als es abarbeiten kann, kommt es in manchen Fällen zu der klassischen Situation, wo man sagt: "Den sticht der Hafer!"
6. Ein weiterer Anlass, an dem das Pferd nicht nur unschuldig ist, sondern unter dem es zudem noch leidet, ist mangelnde Bewegung. Tiere, denen die natürliche und tägliche Bewegung vorenthalten wird, reagieren oft – verständlicherweise – mit gefährlichen Kapriolen auf den ungewohnten Freiraum eines Reitplatzes, eines Reitweges oder einer Halle.
7. Nicht selten sind auch unpassende oder falsch verwandte Ausrüstungsteile für "Katzensprünge" verantwortlich. besonders der "Sattelzwang" veranlasst Pferde zu ganz außergewöhnlichen und sehr gefährlichen Explosionen. Diese Möglichkeit sollte daher immer als erste überprüft und behoben oder als Ursache ausgeschlossen werden.

Was lässt sich vermeiden und wie?


zu1.: Der erste Kontakt


Der erste Kontakt mit einem Sattel ist der häufigste Anlass zum Bocken. Ganz besonders das Anziehen des Gurtes versetzt das Pferd in Angst und Schrecken. Jetzt vermutet es nicht nur einen Angreifer auf seinem Rücken, sondern gleichzeitig auch noch ein weiteres Raubtier, das ihm von unten zusetzt. Gerade beim Einreiten junger Pferde ist also eine besonders gute Vorbereitung auf das erste Satteln sinnvoll. Manches Mal wird der Sattel einfach aufgelegt, festgezogen, und dann wird das Pferd an der Longe oder frei laufen gelassen, bis es – ja, bis was passiert? Gehofft wird natürlich, dass das junge Tier sich einfach "ausbockt", einsieht, das es den Sattel nicht loswird und fortan ohne unliebsame Hüpfer zu reiten ist. Bei selbstbewussten, intelligenten und vor allem sehr widerspenstigen Pferden ist das vielleicht eine zumutbare Methode. Die Intelligenten werden bald merken, worum es geht. Bei den Widerspenstigen ist es wahrscheinlich auch ethisch akzeptabel, lieber die Gemütsruhe des Pferdes als mein Leben zu riskieren. Sensiblen, ängstlichen und eher dummen Pferden wird damit meines Erachtens aber etwas zuviel zugemutet. Sie stehen unnötige Ängste durch, es besteht die Gefahr, dass sie sich total erschöpfen, ohne wirklich zu begreifen, was vor sich geht.

Wehret den Anfängen!
Wer es schafft, ein junges Pferd ohne Bocken an Sattel und Reiter zu gewöhnen, hat in der Regel gewonnen. Mit viel Geduld und in sehr kleinen Schritten wird das Tier mit den Zwängen und Anstrengungen des Reitens vertraut gemacht. Es sollte nie zuviel Neues auf einmal auf das Tier zukommen. In seiner gewohnten Umgebung mit vertrauten Personen wird es am einfachsten sein, es von der Ungefährlichkeit des Sattels zu überzeugen. Zwischendurch einmal füttern ist auch immer wieder eine gute Methode, Spannungen abzubauen. Die Hand des Menschen zunächst zwischen Sattel und Rücken oder Sattelgurt und Bauch des Pferdes zu lassen, hilft ebenfalls, den fremden Gegenstand besser zu akzeptieren. Langsam kann die Hand weggenommen werden, wenn das Pferd sich entspannt hat. Der Gurt darf niemals sofort fest gezogen werden. Nur eine leichte, wenn auch deutliche Fühlung mit dem Bauch soll er haben, schließlich soll er ja auch nicht kitzeln. Geht das Pferd dann ein paar Schritte und bleibt dabei ruhig, wird bald wieder Luft sein, ein wenig nachzugurten. So kann man sich Schritt für Schritt an einen relativ festen Gurt heranarbeiten, der natürlich für erste Reitversuche lebensnotwendig ist. Diesen Aufwand an Zeit und Geduld wird das Pferd belohnen, indem es in der Regel von Beginn an angstfrei mitmacht und auf verspannte Bocksprünge verzichtet. Für den wirklichen Erfolg dieser ersten Schritte ist es aber absolut notwendig, dass nicht nur von unten, sondern auch vom Sattel aus souverän, entspannt und ausbalanciert mit dem Pferd gearbeitet wird. Die beste Vorbereitung wird zunichte gemacht, wenn schließlich der erste Reiter sich wie ein Löwe auf dem Tier festklammert.


Weitere Tipps und Tricks gibt es in der nächsten Ausgabe von Equikids.
Ute Forler


*
So wichtig wie Futter und Bewegung:

Licht und Luft im Winter  


Viele Schulpferde - aber auch viele „Privatpferde“ - kennen im Winter nur den Weg von der Box über die Stallgasse in die Halle. Manche haben zwar das kleine Glück, dass sie bis zur Halle tatsächlich ein paar Meter durch die frische Luft gehen dürfen, aber die zwanzig Meter sind sie auch in Minuten gegangen - und dann ist es wieder aus mit Licht und Luft.

Ihre Besitzer bekommen oft schon Mitte November ihre Winterdepression. „Kein Licht, keine Wärme“, klagen sie und müssen dringend ein paar Ferientage im Süden anhängen, um wieder aufzutanken. Und ihre Pferde? Die warten dann in der Box, bis ihre aufgetankten Besitzer wiederkommen und voller Energie mit ihnen in die Halle gehen.

Kommt eigentlich niemand auf die Idee, dass gerade das so licht- und lufthungrige Pferd im Winter ohne Licht und Luft auch depressiv werden kann?

O doch! Dann bekommt es etwas mehr Kraftfutter, ist anscheinend wieder munterer; und für den Reiter ist die Welt wieder in Ordnung.

Ist sie aber nicht, denn dadurch wird nur der Bewegungsdrang manipuliert - die Gemütslage des Pferdes ist dieselbe.

Bei Menschen hat man es doch schon entdeckt, was diese Winterdepression hervorruft, nämlich der Mangel an natürlichem Licht. Die Tage sind so kurz. Abends, wenn die bürogestressten Menschen raus können, scheint die Sonne nicht mehr - und irgendwann wirkt sich das aufs Gemüt aus. Sogar Krankenkassen zahlen mittlerweile eine Lichttherapie, und die hilft ja auch.

Bei Pferden wäre es viel einfacher, ihnen im Winter das Leben etwas leichter zu machen...


Licht, der Regulator - Luft, der Reiz

Die Haut ist das größte Organ des Pferdes und dasjenige, das den natürlichen Reizen seiner Umgebung am meisten ausgesetzt ist.

Die UV-Strahlen des Lichts bestimmen nicht nur den Fellwechsel, sie bestimmen auch den Rossezyklus und das gesamte Wachstum des Pferdes - also sollte man die Bedeutung des Lichts nicht unterschätzen; es wirkt nicht nur aufs Gemüt.

Die Haut des Pferdes braucht die Stimulation des Klimas. Hitze und Kälte machen dem Pferd wenig aus, aber durch diese Reize arbeitet sein größtes Organ, es ist aktiv und wird vermehrt durchblutet. Die Adern direkt unter der Haut weiten sich und pumpen den Sauerstoff schneller durch das ganze System, das sich damit anreichert.

Pferde, welche diesen Reizen regelmäßig ausgesetzt sind, sind insgesamt härter, trotzen Virusinfektionen und allgemeinen Erkrankungen wesentlich mehr als stallgehaltene Pferde, die in klimatisch reizfreier Umgebung in möglicherweise noch klimatisierten Ställen leben.


Licht im Stall

Moderne Stallungen haben heutzutage große Fenster und sind nicht mehr so dunkel und muffig wie die Stallungen vergangener Zeiten. „Damals“ allerdings arbeiteten die Pferde tagsüber auch draußen,  hatten also genug Licht und Luft und kamen nur zum Schlafen in den Stall.

Heute stehen die stallgehaltenen Pferde mindestens 20 Stunden am Tag in der Box und entbehren die Reize des Lichtes und oft genug auch der Luft. Dabei könnte man es ihnen doch bieten: Mit etwas Überlegung und viel gutem Willen kann man fast jeden Stall so umbauen, dass man einen Paddock - und sei es nur in Boxengröße - anbauen kann.

Wenn man den Ausgang zu dem Paddock mit den bekannten Plastik-Windstreifen versieht, entsteht keine Zugluft im Innenstall. Aber die Pferde hätten die Möglichkeit, freizügig raus zu gehen und sich beispielsweise mittags in die Sonne zu stellen.

Sie hätten auch tagsüber Licht und Luft und danken es ihnen Besitzern sicherlich mit stabilerer Gesundheit als in Dunkelhaft gehaltene Pferde.

Empfindliche Reiter können ja eine Tür einbauen, sodass ihr Liebling sich nicht in den Regen stellen kann - obwohl die meisten Pferde das nicht ohne Grund lieben ...  


Eingedeckte Pferde

Reiter, die ihre Pferde Anfang November scheren und dann eindecken, damit a) das Fell nicht so schnell nachwächst und b) das Pferd nicht friert, sollten sich mal Gedanken darüber machen, was sie damit dem Organismus des Pferdes antun.

Natürlich halten Pferde das aus. Aber man muss ihnen ja nicht alles antun, was sie gerade noch aushalten - oder?

Stallgehaltene Pferde müssen schon täglich gründlich geputzt werden. Der Mensch muss ihre Haut massieren und stimulieren und reinigen, weil sie das nicht mehr selbst tun dürfen (robust gehaltene Pferde erledigen das durch Wälzen). Jetzt deckt man diese Haut auch noch ab und blockiert damit einen großen Teil der Aktivität dieses Organs, welches das ganze Pferd umgibt. Das KANN doch nicht gesund sein!

Würde man den Pferden jetzt wenigstens an warmen Wintermittagen erlauben, eine kleine Zeit ohne Decke in einem Auslauf zu verbringen und sie dabei am Laufen halten, damit sie  mit ihrem geschorenen Haar nicht frieren, wäre ihnen schon viel geholfen.

Aber nein - dafür gibt es wieder spezielle Winter-Auslaufdecken, an denen eine ganze Industrie verdient!

Selbstverständlich gibt es auch extrem empfindliche Pferde - manche  Südpferde gehören dazu -, die  man nur mit einer Winterdecke draußen halten kann. Aber das ist die Ausnahme, und für diese Pferde ist es sicherlich besser, eingedeckt draußen als nicht eingedeckt drinnen zu stehen.

Die Regel ist leider das eingedeckte Stallpferd, das eingedeckt in den Auslauf kommt, und dessen Decke auch bei gelegentlichem Wälzen nicht verrutscht.

Bloß kein Licht und keine Luft ans Pferd!


Solarium als Ersatz?

Das Solarium ist eine prima Sache, um verschwitzte Pferde zu trocknen oder aus irgendwelchen Gründen durchgefrorene oder kranke Pferde zu erwärmen.

Aber den handelsüblichen Solarien fehlen die UV-Strahlen. Und Solarien, welche darüber verfügen, gehören in die Hand von Fachleuten, denn mit einem Zuviel an UV-Strahlung kann man nicht nur böse Hautverbrennungen auslösen.


Was also tun im Winter?

Heutzutage sollte jede Pferdebox einen Ausguck nach draußen haben - das garantiert schon mal die frische Luft.

Wann immer möglich, sollte man die Pferde aber mittags im hellen Licht nach draußen lassen. In großen Ställen könnte man es personaltechnisch mit etwas gutem Willen sicherlich so einrichten, dass man sie nicht morgens, sondern nachmittags putzt, denn Putzen ist „danach“ angebracht.

In den meisten der großen Ställen gibt es aber auch Myriaden von jungen Mädchen, die das mit Kusshand erledigen würden...

Wenn die Pferde auch im Winter regelmäßig auf einen Paddock oder einen größeren Auslauf kommen, kann man mit ihnen sogar ins Gelände reiten.

Selbstverständlich drehen stallgehaltene Pferde halb durch, wenn sie nach tagelanger Dunkelhaft endlich wieder Licht und Luft massenweise bekommen... wenn sie aber täglich schon ein bisschen davon haben, traben sie sicherlich ruhiger im Gelände und sind keine Gefahr für ihren Reiter.


Artgerecht = verzichtreich für den Reiter?

Ja, das ist wohl so. Ein artgerecht gehaltenes Pferd lebt im Offenstall und wird nicht geschoren. Es hat ausreichend Licht, Luft und Bewegung und kann durch das dicke Winterfell nur bedingt geritten werden. Im Winter macht ihm das auch nicht viel aus, denn da ist seine biologische Ruhezeit.

Nur der Reiter hat eben „wenig“ von seinem Pferd.

Stallpferde leben weniger artgerecht, müssen auf grundlegende Dinge ihrer Lebensqualität verzichten - aber sie sind ständig verfügbar, und der Reiter hat was für sein Geld; hat aber auch die Verpflichtung, sie regelmäßig zu bewegen.

Was man will - das muss man selbst entscheiden.

Wenn man aber sein Pferd in einem Stall halten muss, sollte man ihm im Winter wenigstens ausreichend Licht und Luft zukommen lassen.

Uta Over


* Eine „Zivilisationskrankheit“:

Dicke Beine müssen nicht sein


Dicke, angeschwollene Beine bei Pferden sind eine Zivilisationskrankheit, hervorgerufen entweder durch Überanstrengung oder durch Unterforderung bei übermäßiger Fütterung.  


Eine Stallkrankheit

Sie ist hauptsächlich bei aufgestallten Pferden zu finden. Diese Pferde haben über den Tag verteilt oft zu wenig Bewegung; in den relativ kurzen Arbeitsintervallen werden sie hingegen stark gefordert. Was ihrem Organismus fehlt, ist die artgemäße kontinuierliche Bewegung.

Bei Pferden, welche im Laufstall oder im Offenstall mit Auslauf gehalten werden, findet man dicke Beine ebenso selten wie bei reinen Weidepferden - sie alle haben die Möglichkeit, sich die Bewegung zu schaffen, die ihr Körper braucht.


Wodurch entstehen dicke Beine?

Bei Pferden, die hart gearbeitet haben, ist die Blutzirkulation auf Hochtouren gelaufen, alle Gefäße des Körpers sind erweitert. Gibt man diesen jetzt nicht die Möglichkeit, sich wieder zu schließen, sammelt sich Wasser darin an und hält die Gefäße weit.

Passiert das ein- oder zweimal, kann der Körper damit fertig werden, weil die Gefäße ja noch elastisch genug sind, um sich langsam wieder zu schließen. Passiert das jedoch öfter, verlieren die Gefäße ihre Elastizität und bleiben weit.

Dass dies mehr als ein Schönheitsfehler ist, liegt auf der Hand. Dicke Beine sind eine ernst zu nehmende Stoffwechselstörung, die in den seltensten Fällen angeboren ist - sie entsteht durch fehlerhafte Haltung bzw. Behandlung von Pferden.


Vorbeugung

Wichtigste Voraussetzung ist ausreichende ruhige Bewegung des Pferdes auch dann, wenn es nicht arbeiten muss. Nur so können - wie die alten Ärzte sagten - „die Säfte fließen“ und die Gefäße geschmeidig halten.

Ebenso wichtig ist eine ausgewogene Fütterung. Zu viel Kraftfutter kann der Körper nicht verarbeiten, wenn er sich zu wenig bewegt, und es kommt zu Staus.

Der dritte Punkt ist das Maß in der Arbeit. Pferde, die überanstrengt werden, neigen anschließend zu Ödemen.

Von Bedeutung ist aber auch die Pflege der Beine. Viele Reiter spritzen die Pferdebeine nach dem Reiten mit hartem kalten Wasserstrahl ab. Schaut man sich die Pferdegesichter an, sieht man, dass das den Pferden meist nicht angenehm ist. Und dann wird das Wasser mit der Hand kurz abgestreift, und man stellt das Pferd in die Box. Hier läuft etwas verkehrt.

Man sollte mal bei Peter Spohr, jenem etwas verschrobenen, aber durchaus lesenswerten Autor um 1910 nachlesen. In seinem Buch „Die Bein- und Hufleiden der Pferde“ beschreibt er die „natürliche Abwartung der Pferdebeine“, wie man das damals nannte.

Er empfiehlt, die Beine im Normalfall „nach dem Gebrauch“, also nach dem Reiten, gründlich mit kaltem Wasser abzuwaschen, und zwar vom Vorderfußwurzel- bzw. Sprunggelenk abwärts. Wichtig ist dabei, dass jedes einzelne Bein beim Waschen 3 - 5 Minuten mit den Händen gründlich massiert wird.

Anschließend werden die Beine trockenmassiert. Das ist eine ziemlich aufwendige Prozedur, die er im Frühjahr und Herbst einmal täglich empfiehlt, im Sommer bei hohen Temperaturen sogar dreimal täglich. Selbstverständlich hatte Herr Oberst Spohr seine Pferdepfleger, die das für ihn erledigten - heutige Pferdepfleger würden sich für diesen Mehraufwand herzlich bedanken....

Aber man sieht daraus, dass das kalte Wasser allein nicht ausreicht. Erst die Massage macht das Bindegewebe wieder geschmeidig und elastisch.

Oberst Spohr stand - leider etwas dogmatisch - auf dem Standpunkt, dass Medikamente nutzlose Dinge seien; Allheilmittel war für ihn das Wasser. Darüber kann man streiten. Tatsache ist jedoch, dass gerade bei der Neigung zu dicken Beinen bei Pferden Waschungen mit kaltem Wasser und anschließendem Trockenfrottieren oder Wickeln mit Wollbandagen gute Erfolge (vor allen Dingen ohne Nebenwirkungen) zeigen.

Die Wollbandagen dürfen dann allerdings nicht über Nacht angelassen werden. Man nimmt sie nach einer oder zwei Stunden, wenn die Beine wieder gut durchwärmt sind, ab und massiert die Beine noch einmal durch. Danach dürften sie eigentlich nicht mehr dick werden.


Chronisch dicke Beine

Das ist nichts, was man sozusagen als gottgegeben hinnehmen dürfte.

Viele Reiter bandagieren ihre Pferde ständig im Stall in der irrigen Annahme, das täte ihnen gut. Natürlich können die Beine unter den Bandagen nicht anschwellen - aber damit räumt man das Übel ja nicht aus.

Auch ständiges Einreiben mit Restitutionsfluids hilft hier nicht, denn der Reiz kommt nur von außen und hält nur kurze Zeit vor.

Bei chronisch dicken Beinen hilft nur eine Haltungsumstellung. Die Besitzer sollten es vielleicht einfach einmal ausprobieren, wie schnell sich das Problem löst, wenn das Pferd sich ständig ruhig bewegen kann. Selbstverständlich kann man diesen Prozess von tierärztlicher Seite anfangs mit einem Entwässerungsmittel erleichtern - wirklich helfen tut aber nur die artgerechte Haltung.

Es muss ja nicht gleich ein Offenstall mit Auslauf sein (obwohl: das wäre richtig), ein Paddock vor der Box hilft oft schon. Allein die paar Meter Bewegung, wenn das Pferd schaut, was draußen vor sich geht, und wieder rein geht, um zu fressen oder zu saufen, können dicke Beine vermeiden.

Um es knallhart zu sagen: Zu 99% ist es die Schuld des Besitzers, wenn sein Pferd mit dicken Beinen fertig werden muss.

Uta Over


* Zur Diskussion: Das Freizeitpferd


Wenn das Thema Freizeitpferd angesprochen wird, schlagen oft die Emotionen hoch, und es ergeben sich schnell recht heftige Diskussionen. Dabei spaltet sich das Lager der Reiter fast immer in zwei extreme Lager: Die einen verteidigen das Freizeitpferd vehement und sehen in ihm das beste Pferd überhaupt, die anderen sind der Meinung, nur ein Pferd, welches in allen anderen Bereichen einfach zu schlecht ist, wird schließlich zum Freizeitpferd.


Woran erkennen?

Aber was soll das eigentlich sein, ein Freizeitpferd? Es am äußeren Erscheinungsbild zu erkennen, dürfte auf jeden Fall schon einmal schwer werden, schließlich lässt sich das Freizeitpferd keiner Größe, Farbe oder Rasse zuordnen, ob Vollblut, Friese oder Shetlandpony, hinter jedem könnte sich theoretisch ein Freizeitpferd verbergen.

Und doch meinen viele, ein Freizeitpferd schon auf den ersten Blick ausmachen zu können, denn für sie sind Freizeitpferde irgendwelche struppigen, hässlichen Viecher, die am langen Zügel durch den Wald trotten. Für diese Leute muss ein Freizeitpferd weder etwas können noch etwas leisten; aber wie sieht es wirklich aus mit den Freizeitpferden, und was genau müssen sie leisten?


Nur durch den Wald?

Sicherlich gibt es viele Freizeitpferde, die überwiegend am langen Zügel durch den Wald geritten werden, aber das ist eben noch lange nicht alles. Je nach Reiter kommen auf ein Freizeitpferd ganz unterschiedliche Anforderungen zu. So möchte der eine mit seinem Freizeitpferd springen, der nächste reitet lieber Dressur oder Western, und ein anderer fährt gerne Kutsche. Oft ist es sogar so, dass sich Freizeitreiter nicht unbedingt auf ein Gebiet der Reiterei spezialisieren, sondern gerne auch mal etwas Neues ausprobieren.


Vielseitig einsetzbar

Ein Freizeitpferd muss also oft möglichst vielseitig einsetzbar sein. Wenn man dann ein Freizeitpferd sieht, das beispielsweise dressurmäßig geritten wird, ohne Probleme am langen Zügel durch den Wald geht, dort sicher über umgefallene Baumstämme springt und außerdem vor der Kutsche geht, wird man wohl nur noch schwerlich behaupten können, dass ein Freizeitpferd nichts kann.

Aber bleiben wir ruhig beim Beispiel eines Freizeitpferdes, welches noch mehr dem gängigen Klischeebild entspricht, also ein Pferd, das fast ausschließlich am langen Zügel durch den Wald geritten wird.


Die Ausbildung ...

Gerade wenn man davon ausgeht, dass man es beim Kauf eines Freizeitpferdes darauf anlegt, seine Freizeit möglichst entspannt und schön zu genießen, ist man mit einem nicht oder nur schlecht ausgebildetem Pferd sicherlich schlecht beraten. Also auch um "nur" in den Wald reiten zu können, wird man um ein Pferd mit einer guten Grundausbildung nicht herumkommen.


... ist im Gelände besonders wichtig

Gerade im freien Gelände ist es wichtig, sein Pferd kontrollieren zu können; nicht umsonst wagen viele Reitschulen den ersten Ausritt erst mit der Fortgeschrittenengruppe.

Außerdem brauche ich hier ein Pferd, das straßen- und geländesicher ist - also schon wieder eine Anforderung an das doch scheinbar so unkönnende Freizeitpferd.

Auch ist es immer wieder interessant zu beobachten, wie Reiter, die von sehr weit oben auf ein Freizeitpferd herabschauen, ins Schleudern geraten können, wenn sie sich einmal von ihrer Reithalle trennen sollen, um sich mit ihrem hochwertigen Pferd ins Gelände zu wagen.


Persönliche Erfolge

Eine gute Ausbildung lässt sich sowieso nicht unbedingt an der Anzahl der Schleifen an der Wand messen. Freizeitreiten heißt schließlich nicht automatisch, sich keine Ziele zu setzen oder nicht weiterzukommen. Wenn das eigene Freizeitpferd etwa gelernt hat, am langen Zügel ruhig weiterzutraben, während der Rest der Gruppe davongaloppiert, kann das ein für einen persönlich ein schöner Erfolg und je nach Pferd das Resultat harter Arbeit sein.


Auch das Aussehen ist nicht unwichtig ...

Viele Freizeitreiter denken beim Kauf eines Pferdes schon an eine möglichst lange Bindung zu diesem, und bei solchen Überlegungen spielt auch das Aussehen des Pferdes eine wichtige Rolle.

So wird vielleicht nicht mit dem Kennerblick eines Züchters auf korrekte Anatomie und gute Bewegungen geschaut, doch das Pferd sollte schon für das subjektive Empfinden des Käufers möglichst gut aussehen.

Natürlich kann jedes noch so hässliche Pferd für denjenigen, der es reitet und mit ihm umgeht, sehr schnell zum schönsten Pferd der Welt werden, doch beim Kauf zählt oft der erste Eindruck, und der muss eben auch beim zukünftigen Freizeitpferd gut sein.


... doch der Charakter ist letztendlich entscheidend

Wichtiger als das Aussehen sollte beim Freizeitpferd jedoch immer der Charakter sein, denn schließlich möchte man mit seinem Pferd eine schöne Zeit verbringen, und wenn dies immer wieder daran scheitert, dass man mit seinem Pferd nicht zurechtkommt, bietet die Freizeit schon sehr bald keinen Raum mehr zur Erholung.

Ein noch so imposantes Pferd, welches zwar von allen bewundert wird, aber im Gelände ständig durchgeht, ist zum Freizeitreiten denkbar ungeeignet.

Auch ein Freizeitpferd sollte also sehr sorgfältig ausgesucht werden, denn wenn sich die richtigen beiden finden, kann sich schnell eine wirklich gute Beziehung entwickeln, und nach einiger Zeit hat man mit etwas Glück ein Pferd, das mit einem durch dick und dünn geht. Und genau das sollte ein Freizeitpferd auch ausmachen.


Die Kostenfrage

Nun zeichnet sich ja schon ab, dass es der Freizeitreiter auf der Suche nach einem gleichgesinnten Vierbeiner gar nicht auf den unnützen Rest der "richtigen" Pferde abgesehen hat, sondern vielmehr seine Erwartungen, die er an sein Freizeitpferd stellt, erfüllt sehen möchte. Der Suche nach diesem Pferd steht allerdings meist noch der finanzielle Aspekt im Weg. Für ein Freizeitpferd können oder wollen die meisten keine wirklichen Mengen Geld ausgeben. Gefragt sind also gute Pferde zu günstigen Preisen, und die sind oft gar nicht so einfach zu finden. Dies ist auch ein Grund dafür, dass viele Freizeitpferde aus Rassen stammen, bei denen man auch ein gutes und ausgebildetes Pferd noch zu einem recht günstigen Preis bekommt.

Ein weiterer Punkt bei den finanziellen Überlegungen sind eventuell anfallende Tierarztkosten. Da diese natürlich möglichst gering sein sollten, wird immer ein möglichst gesundes und widerstandsfähiges Pferd gewünscht.

Pferde, die also aus gesundheitlichen Gründen aus der Zucht oder dem Turniersport aussortiert wurden, sind auch nicht gerade die erste Wahl an Freizeitpferden.


Jedes Pferd ein Freizeitpferd?

Nun wird soviel darüber geredet, dass sich Pferde aufgrund irgend welcher Mängel "nur" zum Freizeitpferd eignen; es scheint sich die logische Folgerung zu ergeben, dass es höchstens Pferde gibt, die überqualifiziert sind und deshalb zu schade, um ein Freizeitpferd zu werden. Dass ein Pferd die Anforderungen, die an ein Freizeitpferd gestellt werden, eben einfach nicht erfüllen kann, scheint vielen Leuten völlig unmöglich.

Dabei sind manchmal gerade hochgelobte Pferde, die allen für die Freizeitreiterei viel zu schade scheinen, für diese eben auch gar nicht gut geeignet.

So kann ein Freizeitreiter, der ins Gelände möchte, mit einem noch so hochbegabten Springpferd leider überhaupt nichts anfangen, wenn sich dieses auf der Straße vor jedes Auto wirft.


Der Reiter zum Pferd

Zum Freizeitpferd gehört nun unweigerlich auch der Freizeitreiter.

Dieser hat im Prinzip mit den selben Vorurteilen zu kämpfen wie sein Pferd, denn um ein Freizeitreiter zu werden, muss man anscheinend nur eines leisten, und das ist: Nichts.

Hört man einigen Reitern zu, könnte man meinen, dass Freizeitreiter diejenigen sind, die einfach bei allen anderen Möglichkeiten, sich auf einem Pferd fortzubewegen, völlig versagt haben. Diese Menschen haben sich dann zusammengetan und nennen sich nun Freizeitreiter.

Als bekennender Freizeitreiter hat man es also in einigen Ställen ziemlich schwer.

Dabei können auch wirklich gute Reiter ohne irgendwelche Probleme Freizeitreiter sein, denn wie beim Pferd ist auch eine genaue Festlegung, was ein Freizeitreiter macht, welche Reitweise er bevorzugt und wie sein Ausbildungsstand ist, unmöglich.


Abschließend

Wie sieht nun also ein ideales Freizeitpferd aus:

Es ist gut ausgebildet, vielseitig einsetzbar, preisgünstig, sieht möglichst gut aus, hat einen einwandfreien Charakter und ist natürlich absolut gesund.

Was also könnte man gegen so ein Pferd sagen?

Und auch wenn man dieses Idealbild wohl nur schwer finden wird, so gibt es doch überhaupt keinen Grund, sich zu schämen, wenn man ein Freizeitpferd besitzt; denn wie man erkennen kann, handelt es sich bei diesen Pferden durchaus nicht um irgend einen „Zuchtabfall“, der für andere Gebiete zu schlecht ist.

Katinka Schnitker


* Zum Wiehern!

Die Qual der Wahl


Leider oder zum Glück gibt es ja inzwischen so viele verschiedene Reitweisen, dass es einem wirklich schwer gemacht wird, sich für die eine oder andere zu entscheiden. In Büchern steht zwar immer viel Wissenswertes zu dieser Frage, doch der wirklich gewissenhafte Reiter ist zusätzlich bemüht, Informationen aus dem praktischen Leben, also von praktizierenden Reitern der unterschiedlichen Reitweisen zu erhalten.


Der  vielversprechende Anfang

Beginnt man seine Suche nach der richtigen Reitweise nun beispielsweise bei einem eingefleischten Geländereiter, so scheint man schon nach dem ersten Satz auch schon wieder am Ende der Suche zu sein, denn einem wird sehr schnell verständlich gemacht, dass das Geländereiten überhaupt die einzig richtige Art des Reitens ist und man alles andere gleich wieder vergessen könnte. Traut man dem noch nicht so ganz und verlangt nach Beweisen, bekommt man diese sogleich an einem anschaulichem Beispiel geliefert:


Das fremde Wesen, "der Dressurreiter"

Nimmt man im Vergleich zu dem phantastischen Geländereiter jetzt mal die klassischen Dressurreiter, wird einem versichert, dass es sich dabei um eine Horde tierquälender Irrer handele, die ihre Pferde in dunkle Boxen mit einem Durchmesser von sagen wir mal einem Meter stellen, und das nur, weil sie auch an normalen Tagen den Stall ausschließlich im Dressurdress betreten und ihr Pferd deshalb auf keinen Fall von einer eventuellen Schlammschicht befreien können. Aber auch sonst dürften die Pferde das Tageslicht nicht erblicken, weil Dressurreiter nicht nur sehr schmutzempfindlich und arrogant sind, sondern auch noch glauben, ein Pferd friert auf der Weide und ist im tiefsten Innern seines Herzens erst dann glücklich, wenn es mit einer Decke in einer Box mit Bodenheizung stehen darf.

Entrüstet von diesen Informationen begibt man sich nun als echter Tierfreund schleunigst zum nächsten Dressurstall, um den ersten Reiter, der einem hier begegnet, zur Rede zu stellen.

Nachdem man die Frage beantwortet hat, von wem man denn nun bitte diesen Schwachsinn gehört hätte, bekommt man anstelle der reuigen Entschuldigung erst einmal zu hören, dass die klassische Dressur überhaupt die tierfreundlichste und beste Reitweise der Welt sei, und dann erhält man erst einmal eine kostenlose Lektion über Geländereiter:


Näheres zum Gelände-Reiter:

Denn das sind in Wirklichkeit alles Jeans-tragende-Trottel, die ihre Minderwertigkeitskomplexe, die daher rühren, dass sich ihr reiterliches Können darauf beschränkt, sich am Knauf eines Westernsattels festgekrallt auf einem verfetteten Robustpferd halten zu können, während sich dieses im Schneckentempo durch den Wald bewegt, kompensieren, indem sie ihre Viecher bei Schnee und Hagel in irgendein umzäuntes Matschloch sperren und sich dabei auch noch als die tollen Tierliebhaber vorkommen.


Vielleicht doch lieber Westernreiten?

Nun doch schon ziemlich irritiert, erfährt man nach weiteren Recherchen, dass Westernreiter im Prinzip genauso abdrehen wie Dressurreiter, nur dass ihr Zylinder eben mehr nach "Kampf den Indianern" aussieht.

Fairerweise muss man sagen, dass sowohl Westernreiter als auch Dressurreiter dies vehement bestreiten, wobei die Westernreiter sagen, ihre Reitweise sei die einzig wahre, und Dressurreiter meinen, Westernreiter wären einfach nur gesammelte Besitzer fauler Pferde, die des Treibens müde aus dem Laster eine Tugend gemacht hätten und das Ganze jetzt "Pleasure" nennen.


Ein paar Gänge mehr gefällig?

Einheitlich ist hingegen die Meinung über Isländerreiter (persönlich befragt natürlich die einzig wahren Reiter), die standhaft behaupten, ihre Pferde hätten mehr Gänge als andere, obwohl bei umfangreichen Observierungen herausgekommen ist, dass sie in Wahrheit nur tölten können.


Die Qual der Wahl und Kapitulation

Da scheint eine Reitweise doch wirklich sympathischer als die andere, und das sind noch nicht mal alle, und alle anderen sind auch immer die einzig Richtigen...

Na, da bleibt einem doch nur noch zu sagen: Viel Spaß beim Wählen!

Und hätte ich mich nicht schon längst für eine dieser hinreißenden Alternativen entschieden, würde ich mit ziemlicher Sicherheit gar nicht erst mit dem Reiten anfangen.

Katinka Schnitker


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