Die Jugend-Pferdezeitschrift im Netz

Home. Magazin. Rund ums Pferd. Unser Shop. Fachsprache von A - Z. Pferderassen von A - Z. Das Pferde-Quiz. Fotos zum Träumen. Eure Fragen. Brieffreundschaften. Gästebuch. Kontakt. Links. Über uns. Impressum.

Problempferde: Beizäumung – Der September – Sommerhitze – Traumberuf Reitlehrer? - Zum Wiehern!

Equikids Ausgabe 08/2011

* Das Problem mit der Beizäumung

Teil II: Vorschläge zur Problemlösung

In der letzten Ausgabe von Equikids haben wir uns mit den möglichen Ursachen für Probleme mit der Beizäumung befasst: Woran liegt es, wenn ein Pferd nicht „am Zügel“ geht?

Nun geht es an die Lösung des Problems.


"Am Zügel" oder "an den Hilfen "?
Einen deutlichen Hinweis zum Erreiten der gewünschten Beizäumung erhält man ganz einfach, wenn man den Begriff "am Zügel stehen" durch "an den Hilfen stehen" ersetzt. Zusätzlich könnte man sagen: Es wird nicht von vorne nach hinten, sondern von hinten nach vorne geritten. Daraus ergibt sich, dass die Frage der Beizäumung erst dann von Bedeutung ist, wenn alle Hilfen vom Reiter korrekt gegeben und vom Pferd akzeptiert werden. Ein gut und gefühlvoll gerittenes Pferd erkennt sehr schnell, wie angenehm es ist, Rücken und Hals zu entspannen und den Kopf fallen zu lassen. Es muss ihm aber auch die Chance gegeben werden, sich diese Haltung quasi selbst zu suchen. Der Reiter sollte nicht an den Pferdekopf denken, sondern mit gymnastischen Übungen helfen, Steifheiten zu überwinden.

Hilfe vom Boden aus
Bereits vom Boden aus kann sinnvolle Arbeit geleistet werden. So oft man bei seinem Pferd ist, also nicht nur beim Putzen, könnte man sich z.B. neben dessen Schulter stellen mit Blick nach vorn. Dann fasst man vorsichtig mit der äußeren Hand auf den Nasenrücken des Pferdekopfes und zieht diesen ganz langsam und mit vielen Pausen immer weiter zu sich herum, bis man den ganzen Kopf außen neben sich mit beiden Armen schmusend umfassen kann. Wann immer das Pferd blockiert und/oder sichtliche Schwierigkeiten mit der Übung oder gar Schmerzen hat, muss selbstverständlich unterbrochen werden. Trotzdem sollte man so oft wie möglich versuchen, Genick und Hals auf diese Weise vorsichtig zu dehnen. Pferde, die besonders steif sind, neigen dazu, mit dem Körper auszuweichen anstatt den Hals zu dehnen. In dem Fall ist es eine Unterstützung, wenn das Pferd auf der jeweils äußeren Seite an einer festen Wand eine gewisse Anlehnung findet. Die Übung selbst muss gerade bei solchen Tieren natürlich besonders behutsam angefangen werden. Bei häufiger Wiederholung aber wird sich in der Regel eine deutliche Verbesserung der Geschmeidigkeit von Hals und Genick entwickeln.

Junge Pferde
Junge Pferde müssen grundsätzlich noch gar nicht in Beizäumung gehen! Ihre Ausbildung sollte sich eher darauf konzentrieren, die Reinheit der Grundgangarten zu erhalten, eine gute Balance zu fördern und vor allem das Vertrauen zum Reiter und seiner Hand aufzubauen. Ein normal gebautes junges Pferd, dessen Rückenmuskulatur sinnvoll vorbereitet wurde, wird sich auch unter dem Reiter losgelassen und in natürlicher Haltung bewegen. Die Zügel haben dabei nur die Aufgabe, einen beständigen, weichen Kontakt zum Pferdemaul zu halten. Gerade junge Pferde sind in der Regel besonders sensibel im Maul (aber nicht nur dort!). Ein Ziehen und Zerren würde sie verschrecken und behindern. Ihre Qualitäten als Reitpferd würden stark unter unangebrachtem Zwang leiden. Denn nicht nur eine verkrampfte Hals-Kopf-Haltung, auch Verspannungen im Rücken, nachfolgende Taktunreinheiten und falsche Automatismen können die Folge sein von unsachgemäßer Zügeleinwirkung beim jungen Pferd. Wenn jedoch mit steter und gefühlvoller Hand ein ständiges Angebot zur Verständigung gemacht wird, ist eine vertrauensvolle Anlehnung gerade beim jungen Pferd oft das geringste aller Probleme.

Große Linien
Um ein junges Pferd in Anlehnung zu reiten, bedarf es keiner ständigen Volten, Schlangenlinien o.ä.. Ein Remonte ist in der Regel noch gar nicht ausbalanciert genug, um enge Wendungen korrekt zu bewältigen. Große Linien sind in diesem Fall eher geeignet, das Vertrauen des Pferdes in sein Gleichgewicht zu stärken und über die allgemeine Entspannung eine weiche Anlehnung zu erhalten. Abgesehen von der von Anfang an bestehenden Bedeutung des Außenzügels sollte die begleitende Zügeleinwirkung über die Unterstützung einer remontegemäßen Hals-Kopf-Haltung nicht hinaus gehen. Ein lockeres Genick, ein williges Annehmen des Gebisses und die Bereitschaft, den Hals vorwärts-abwärts und auch seitlich zu dehnen, ist alles, was mit einem jungen Pferd erarbeitet werden sollte.

Verdorbene Pferde
Leider gibt es davon mehr als genug: Pferde, die bereits unsachgemäß eingeritten oder später schlecht ausgebildet wurden. Dabei muss eingeräumt werden, dass die wenigsten Menschen ihren Tieren mit Absicht den Weg in eine korrekte Haltung verbauen. Wenn dies aber einmal geschehen ist, hat es für Reiter und Pferd äußerst unangenehme Auswirkungen. Beiden tut durch die Verspannung schnell der Rücken weh - mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen. Aber auch ganz banale Dinge entstehen aus einem wehrigen Kopfverhalten des Pferdes. Z.B. kann es vor lauter Nase-hoch oder anderen Wehrigkeiten nicht mehr genau sehen, wohin es läuft. In einer Bahn läuft es vielleicht gegen die Wand, im Gelände stolpert es, und ob man mit einem solchen Pferd gegen ein Hindernis reiten sollte, erscheint mir etwas fraglich.

Reiten oder longieren
Die Korrektur solcher Störungen sollte grundsätzlich über besseres Reiten erfolgen. Solange sich keine akute Gefahr für Mensch und Tier aus dem Abwehrverhalten ergibt, sind weder Hilfszügel noch aktive Handeinwirkung angebracht. Auch Longenarbeit ist nur bedingt sinnvoll, da gerade im Maul verdorbene Pferd schlecht durch einen unsensiblen Ausbinder wieder Vertrauen in den Zügel aufbauen können. Nur dann, wenn sie
zufrieden und entspannt an der Longe arbeiten, ist dies ein vorbereitender Schritt, ihnen den Weg zu einem entspannten Rücken und lockerem Hals zu zeigen. Ein Dreieckszügel ist in dem Fall die sinnvollste Art, das Pferd einzurahmen, da er gezielt die Vorwärts-Abwärts-Dehnung zulässt. Die eigentliche Korrektur aber ist Aufgabe des Reiters. Ähnlich wie beim jungen Pferd hat die Hand (neben dem Lenken) die Aufgabe, ein ständiges, weiches Angebot zu machen, d.h.: Was auch geschieht, der Kontakt zum Pferdemaul soll gleichbleibend erhalten werden. Auf keinen Fall darf die Hand rückwärts wirken! Die Tendenz zum Nachgeben muss immer Vorrang haben.

Der Kopf ist nicht so wichtig
Bevor ein Pferd korrekt beigezäumt werden kann, muss es im Gleichgewicht sein und sich loslassen können. Lässt man diese Schritte aus, wird keine Korrektur dauerhaften Erfolg haben. Werden sie bei der Grundausbildung vernachlässigt, sind spätere Probleme bereits vorprogrammiert. Wie aber bringt man ein verdorbenes Pferd dazu, den Kopf wieder fallen zu lassen und den Rücken zu entspannen? Mit viel Geduld, und indem man den Kopf einfach nicht so wichtig nimmt. Über gymnastische und lösende Übungen auf großen Linien und in allen drei Gangarten soll zunächst den Verspannungen des Rückens begegnet werden. Dabei ist zu empfehlen, auf schweres Einsitzen zu verzichten. Leichttraben, leichter Sitz und selbst im Schritt eine Tendenz zum Entlastungssitz helfen dem Pferd, seine Angst vor Rückenschmerzen zu überwinden. Wenn ausgesessen wird, sollte es besonders geschmeidig und einfühlsam geschehen, stets bereits, auftretenden Verspannungen durch einen leichten Sitz auszuweichen.

Die Hilfe von Wendungen
Ist ein taktreines Vorwärts in allen drei Gangarten wieder gegeben (wo der Kopf ist, ist immer noch egal), kann zu Wendungen übergegangen werden. Voraussetzung ist, dass die Beine des Reiters akzeptiert werden und somit ein Ausfallen der Hinterhand in der Biegung verhindern können. Auch den Zügeln kommt jetzt eine erweiterte Bedeutung zu. Unabhängig davon, in welcher Höhe sich die Nase des Pferdes befindet, soll der Innenzügel vorsichtig versuchen, eine leichte Innenstellung zu bewirken. Die größere Bedeutung aber hat der Außenzügel, der dem Pferd in jeder Wendung einen deutlichen Rahmen geben muss. Dadurch verhindert er ein Ausfallen über die Schulter und ermöglicht es dem Pferd, sich außen anzulehnen, vom inneren Zügel zu lösen und den Weg in die Tiefe zu finden. Wer es schafft, sein Pferd mit den Beinen zu einem geregelten Vorwärts zu animieren, hat bereits einen großen Teil der Korrektur geschafft. Wenn nun noch der Zügel dem Pferd ein helfendes und einrahmendes Kommunikationsmittel wird, statt eines ziehenden, zerrenden Ärgernisses, braucht es in der Regel nur noch mehr oder weniger Zeit, bis das Pferd sich und sein Maul wieder vertrauensvoll dem Reiter überlässt. Der Gewichtseinwirkung kommt bei der Korrektur von Beizäumungsproblemen ausnahmsweise nur die Bedeutung zu, dass sie eher weniger eingesetzt werden sollte.

Aus der Dehnung in die Beizäumung
Wurde soviel erreicht, dass sich das Pferd jederzeit vorwärts-abwärts an die Hand heran dehnt, kann wieder angefangen werden, vermehrte Beizäumung zu erreiten. Über versammelnde Übungen wird die Hinterhand zu mehr Gewichtsaufnahme animiert. Daraus ergibt sich eine zunehmende Aufrichtung, das Pferd wird auf der Vorhand leichtfüßig und frei. Der Hals wölbt sich aus dem Widerrist heraus in stolzer Haltung nach oben, das Genick dehnt sich und der Kopf neigt sich bis in die Senkrechte. Die Zügelhände haben dabei die Aufgabe zu lenken, Stellung und Außenrahmen zu geben und leicht aber stetig mit dem Pferdemaul die Verbindung zu halten. Die Beizäumung an sich können sie niemals erzwingen.

Ute Forler


* Der September – traumhaft für Pferd und Reiter


Der September ist einer der schönsten Monate für Pferd und Reiter – wenn das Wetter mitspielt, wie man in diesem Jahr ja leider stets einschränken kann.

Die große Sommerhitze ist vorbei, aber ein Altweibersommer mit angenehmen Temperaturen etwas über 20 ° C bietet optimale Reitbedingungen. Die Wege sind nicht mehr so hart wie im Hochsommer (oder, wie in diesem Jahr, hoffentlich nicht mehr so matschig), die Felder sind abgemäht, und manch Landwirt lässt es zu, dass Pferd und Reiter die Flächen nutzen. Ein wunderschönes Licht liegt auf den typischen Spinnwebfäden, die sich über Sträucher und Bäume ziehen. Da macht Reiten richtig Spaß!

Das Heu und Stroh sollte inzwischen unter Dach und Fach sein. In einem Jahr wie diesem ist es wichtig, rechtzeitig alles zu bestellen und einzulagern, da die schlechte Ernte nicht nur die Preise extrem in die Höhe getrieben hat, sondern auch die verfügbare Menge stark begrenzt. Wohl dem Pferdebesitzer, der die Scheune voll Futter hat, wenn der Winter kommt! So sind diese Arbeiten bereits erledigt, und es bleibt mehr Zeit zum Reiten.


Jetzt ist spätestens Zeit, mit dem Training für die Herbstjagd zu beginnen, falls daran teilgenommen werden soll. Mit einem normalen ruhigen Ausritt können die Anforderungen einer solchen Jagd nicht verglichen werden – da braucht es schon etwas mehr Kondition, und zwar nicht nur beim Pferd, sondern auch beim Reiter. Viele Unfälle bei solchen Jagden könnten vermieden werden, wenn Pferd und Reiter im Vorfeld ausreichend trainierten. Falls keine Zeit für das nötige Konditionstraining bleibt, ist es sinnvoll, die Jagd nur zur Hälfte, etwa bis zur obligatorischen Pause mit Imbiss nach halber Strecke mitzureiten oder wenigstens auf die Sprünge zu verzichten.


Die Turniersaison nähert sich allmählich ihrem Ende. Wenn das sportliche Jahr bislang erfolgreich verlaufen ist, sollte gut überlegt werden, wie man es abschließen möchte: Wenn Reiter und Pferd absolut sicher auf ihrem Niveau und schon beinahe unterfordert sind, kann ein Höhepunkt zum Saisonende darin bestehen, eine Prüfung in der nächsthöheren Klasse zu nennen und entsprechend dafür zu trainieren. Wenn jedoch noch nicht alles in jeder Lebenslage sicher geklappt hat, ist es sinnvoller, zum Ende der Turniersaison dafür Sorge zu tragen, dass das Turnierjahr mit einem Erfolgserlebnis abgeschlossen wird, indem die Anforderungen in den letzten Prüfungen nicht zu hoch gestellt werden.


Die Pferde schieben jetzt allerdings schon ganz kräftig ihr Winterfell. Wenn sie auch im Winter durchgehend trainiert und viel geritten werden sollen, müssen sie bereits jetzt eingedeckt werden, damit ihr Fell entsprechend kurz bleibt und man sie nicht scheren muss. Das Gleiche gilt für die Pferde, die noch bis in den Oktober oder sogar November hinein für den Sport kurzfellig bleiben müssen.

Dieses Eindecken ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Nicht nur beraubt man das Pferd seines natürlichen Schutzes durch das Winterfell und muss entsprechend sorgsam mit verschiedenen Decken (Abschwitzdecke, Regendecke, mittelwarme und sehr warme Decke) hantieren, man nimmt der Haut auch Licht und Luft, die sehr wichtig für die Gesundheit des Pferdes sind. Darüber hinaus müssen Winterdecken perfekt passen, um Scheuerstellen auf der Haut zu vermeiden und ein Verrutschen der Decke etwa beim Wälzen zu verhindern. Denn auch ein eingedecktes Pferd braucht freie Bewegung im Auslauf!


Doch bis der Winter kommt, ist zum Glück noch etwas Zeit – und die solltet ihr in vollen Zügen genießen!


* Wenn die Hitzewelle rollt


Von allen domestizierten Tieren haben Pferde die höchste Hitzetoleranz. Schafe, Schweine, Rinder und sogar Hunde sind wesentlich weniger hitzeresistent. Das bedeutet jedoch nicht, dass Pferde alles aushalten.


Siesta ist Pflicht in der Hitze

In der freien Natur verlängern die Pferde wie auch die Menschen im Süden ihre mittägliche Siesta bis in die Abendstunden hinein und suchen Schatten auf. Da die Pferde es sich bei uns aber nicht aussuchen können, wann sie Siesta machen und ob sie sich unterstellen können, müssen wir ihnen das ermöglichen. Die biologische Ruhezeit der Pferde ist mittags sowieso zwischen 13 bis etwa 16 Uhr; besonders in der Sommerhitze sollte man darauf achten, dass sie diese Ruhezeit auch einhalten können. Selbst Reitschulen sollten in der Lage sein, ihren Stundenplan in den Sommermonaten etwas umzustellen. Bei rechtzeitiger Planung ist das ohne weiteres möglich, ohne dass man die einzelnen Reitschüler anrufen muss.


Weide- und Stallhaltung

Die Weidezeit sollte man logischerweise auf den Morgen und Abend verlegen, falls man nicht nachts weiden lässt, und den Pferden mittags den Aufenthalt in einem kühlen Stall gönnen.

Pferde können durchaus auch Sonnenbrand bekommen. Besonders hellhäutige Pferde, Schimmel und helle Füchse, sind gefährdet. Die rosa Stellen auf dem Maul sind am empfindlichsten; es ist durchaus nicht verpimpelnd, wenn man diese vor dem Weidegang mit einer Sonnenlotion mit einem hohen Lichtschutzfaktor bestreicht.

Auch an die Wirkung des Ozons sollte man denken. Hohe Ozonkonzentrationen schaden nämlich nicht nur den Menschen, gerade die Weidetiere sind davon betroffen, so dass man es sich gründlich überlegen muss, ob man sein Pferd ausgerechnet in der Mittagszeit raus lassen sollte.

Dass auf jeder Weide ein entsprechender Witterungsschutz - in diesem Fall ein Sonnenschutz - vorhanden sein sollte, ist selbstverständlich. Lediglich, wenn die Pferde nur für einige Stunden draußen sind, kann man darauf verzichten. Bei ganztägigem Weidegang ist der Witterungsschutz Vorschrift.

Für den Stall gilt: Türen und Fenster weit geöffnet, wobei ein leichter Lufthauch im Stall durchaus keinen Husten auslöst, sondern lediglich für Frischluft sorgt. Nach dem Reiten nass geschwitzte Pferde sollten so lange draußen bleiben, bis sie ganz trocken sind, damit der leichte Lufthauch nicht über einen feuchtwarmen Rücken gleitet und möglicherweise Muskelverspannungen hervorruft.

Wichtig in der heißen Jahreszeit sind absolut saubere Ställe. Auf ungepflegten Matratzen in den Boxen entwickeln sich in der Wärme nicht nur gesundheitsschädigende Gase, sondern innerhalb kürzester Zeit auch Fliegenschwärme, die den Pferden den Aufenthalt im Stall gründlich vermiesen können.

In der Stallgasse oder ansonsten außerhalb der Reichweite der Pferde aufgehängte Fliegenfallen dezimieren ebenfalls das Fliegenaufkommen.

Mit Fliegenspray sollte man im Stall vorsichtig umgehen, am besten sprüht man die Pferde draußen ein, denn sie sollten die fliegenabwehrenden Düfte am besten nicht einatmen. Die meisten Fliegensprays sind auf der Basis von Pyrethrum hergestellt, und das ist gesundheitsschädigend nicht nur für die Fliegen, sondern auch für Menschen und andere Tiere.

Die guten alten Kleberollen, die mit den angepappten Fliegen so unappetitlich aussehen, sind übrigens immer noch die umweltfreundlichsten Fliegenfallen, wenn auch nichts für sensible Menschen.

Wenn irgend möglich, sollte die Box morgens besenrein gemacht und mittags und abends noch einmal gründlich gesäubert werden.


Reiten in der Hitze

Will man Leistung von Pferden verlangen, muss man diese in die Morgen- oder Abendstunden verlagern. In der Mittagszeit belastet eine hohe körperliche Leistung auch den Kreislauf des ansonsten extrem hitzeresistenten Pferdes massiv. Findet das nächste Turnier also an einem der extrem heißen Sonnentage statt und man ist in der Mitte der Starterliste, sollte man sich gut überlegen, ob man das seinem Pferd antut - so ein Schleifchen wird möglicherweise mit einem Kreislaufzusammenbruch des Pferdes bezahlt.

Etwas Erleichterung verschafft es den Pferden, wenn man ihnen vor dem Reiten die Brust nass macht - dann schwitzen die Pferde leichter ab, weil der Schweiß durch das nasse Fell besser durchkommt.


Nach dem Reiten

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass man die Arbeit langsam ausklingen lässt, damit sich Puls, Atem und Temperatur wieder beruhigen. Eine Viertelstunde Herumführen nach der Arbeit ist durchaus angebracht.

Gerade in der Hitze sind die Pferde nach dem Reiten für eine Erfrischung dankbar. Auf jeden Fall muss die Sattellage mit lauwarmem Wasser - am besten mit einem Schuss Obstessig drin - gründlich abgeschwammt werden. Angetrockneter Schweiß ist auch beim späteren Putzen nie ganz zu entfernen und kann zu Druckstellen führen, weil der Schweiß unter dem Druck des Sattels die Poren nicht mehr atmen lässt.

Ist das Pferd nicht mehr allzu erhitzt, tut ihm sicherlich auch eine Dusche gut. Man fängt vorsichtig bei den Hinterbeinen an, kühlt dann die Vorderbeine und duscht erst dann die muskulären Partien des Rumpfes mit breitem Strahl ab.

Anschließend zieht man das Wasser mit einem Schweißmesser aus dem Fell und lässt das Pferd in der Sonne trocknen, bevor man es in den Stall bringt.  


Putzzeug, Satteldecken etc.

Bei hohen Temperaturen verschwitzt alles, was mit dem Pferdekörper in Berührung kommt, schnell. Also sollte man Satteldecken und Gurte und alles, was man waschen kann, öfter mal in die Waschmaschine tun und das Lederzeug regelmäßig nach dem Reiten mit einem feuchten Tuch gut abwischen. Ist es ausreichend gefettet, macht das feuchte Abwischen dem Leder gar nichts - im Gegenteil, es hält es geschmeidig, da es dadurch vom Schweiß befreit wird.

Auch das Putzzeug sollte man regelmäßig reinigen. Bürsten kann man in leichtes Seifenwasser legen, während man Striegel gründlich mit Spülmittel auswäscht, die das Fett lösen. Bürsten dürfen übrigens nie in der Sonne trocknen, da sie dann spröde werden.


Vorsicht: Kreislaufschwäche und Hitzeschlag

Auch Pferde können Kreislaufprobleme haben, die sich in der Hitze natürlich besonders bemerkbar machen. Es gibt gute pflanzliche Präparate, die den Kreislauf stützen und keinerlei Nebenwirkungen haben. Fragt euren Tierarzt danach und erleichtert eurem Pferd damit das Leben.

Hat ein Pferd einen Hitzeschlag oder einen Kreislauf-Kollaps erlitten, müsst ihr sofort den Tierarzt rufen! In der Zwischenzeit solltet ihr das Pferd wenn irgend möglich in den Schatten bringen und ihm mit kaltem Wasser Linderung verschaffen. Dabei keine Eisbeutel auf den Kopf legen, sondern das Pferd eher mit nassen Tüchern abdecken, weil der Kühleffekt milder wirkt.

Wenn ihr jedoch die üblichen Vorsichtsmaßnahmen für Hundstage beachtet, dürfte das eigentlich nicht passieren.

Uta Over


* Traumberuf: Reitlehrer?


Wie viele Jugendliche, gerade Mädchen, verbringen jede freie Minute in einem Reitstall? Und fragt man einmal nach, so spielt noch nicht einmal nur der Reitunterricht die Hauptrolle.

Nein, welcher Reitschüler hat sich nicht schon daran gefreut, einmal beim Füttern zu helfen, Boxen auszumisten oder die Pferde auf den Auslauf zu bringen. Das Schöne am Hobby Reiten scheint also auch am ganzen Drumherum zu liegen: die Atmospäre eines Stalles, das Geräusch von kauenden Pferden, ja überhaupt die ganzen vielen Geräusche, welche zu einem Stall gehören, das Scharren, Wiehern, Rascheln, Schnauben und die Stimmen der anderen Reiter -  hierzu noch der unverkennbare Geruch nach Pferd und Stall: Genau dies ist der Ort, an dem man sich wohl fühlt und an dem man einfach gerne seine Zeit verbringt.

Doch normalerweise bleibt eben nur die manchmal viel zu knapp bemessenen Freizeit, um sich hierher zu flüchten. Dabei würde man am liebsten den ganzen Tag hier verbringen. Ja, was liegt da denn eigentlich näher, als das Hobby zum Beruf zu machen? Man stelle sich vor, den ganzen Tag im Stall, immer Arbeit mit Pferden - und dafür auch noch Geld kriegen ... Da müssen viele gar nicht allzu lange überlegen, um Reitlehrer als ihren absoluten Berufswunsch zu definieren. Und warum sollte dies überhaupt in Frage gestellt werden? Schließlich braucht man doch Reitlehrer, und was sollte verkehrt daran sein, das Leben den Pferden und der Arbeit mit diesen zu widmen?


Hier noch einmal die Gründe, weshalb so viele Reiter auch Reitlehrer werden wollen:

Immer, aber auch wirklich immer wird die Liebe zu den Pferden genannt. Dann kommt natürlich auch das Interesse an der Arbeit mit Pferden hinzu, also die Vorstellung, dass einem dieser Beruf weitere reiterliche Möglichkeiten eröffnet. Selbstverständlich spielen auch die zukünftigen Reitschüler eine nicht unwesentliche Rolle: sein Wissen weitergeben, die Begeisterung für Pferde bei jungen Reitern festigen und vielleicht auch ein paar echte Talente entdecken und fördern...  Die Frage, die es sich nun zu stellen gilt, ist: Kann dieser Beruf den genannten Erwartungen gerecht werden?


Erst einmal einer werden ...

Bevor man über sein Leben als Reitlehrer nachdenkt, muss man erst einmal einer werden, und dies ist gar nicht so einfach. Denn auch wenn es schwer fällt, muss man sich die Frage stellen: Bin ich überhaupt gut genug, um Reitlehrer zu werden? Oft ist man der irrigen Meinung, als Reitlehrer müsse man ja überwiegend von unten andere beurteilen können, und da man schließlich mit etwas Übung schnell sieht, ob ein Reiter richtig auf dem Pferd sitzt (auch wenn dies bei weitem nicht das Wichtigste ist), fühlen sich viele schon gut gewappnet. Doch ein guter Reitlehrer sollte neben der Fähigkeit, die gesamte Situation von unten richtig einschätzen und korrigieren zu können, auch in der Lage sein, die unterschiedlichsten Pferde auch selber reiten zu können. Schnell kann es nämlich zu Situationen kommen, in denen man sich selbst aufs Pferd schwingen muss - sei es, um ein Gefühl für die jeweiligen Schwierigkeiten zu bekommen oder um das Pferd selber zu korrigieren. Ein guter Reitlehrer sollte also auch ein erfahrener und guter Reiter sein.

Natürlich muss man so oder so eine Ausbildung durchlaufen, in der man eben dies auch lernen kann, doch wer vorher nur die übliche wöchentliche Reitstunde durchlaufen hat, der benötigt schon eine gehörige Portion Talent...


Realität und Idealvorstellung

Hat man nun angenommenerweise seine Ausbildung erfolgreich hinter sich gebracht, braucht man nur noch eine Anstellung. Landet man etwa als einfacher Reitlehrer in einer vielleicht nicht ganz vorbildlichen Reitschule, kann sich die Realität des Alltags ganz schnell erschreckend weit von den eigenen Vorstellungen dieses Berufes entfernen.

Dies fängt schon mit den Lebensumständen der Schulpferde an: Leider geht es diesen viel zu oft immer noch alles andere als gut. Artgerechte Haltung findet man eher selten, ein regelmäßiger Weidegang ist oft alles andere als selbstverständlich. In vielen Reitställen kommen die Schulpferde sogar gar nicht auf die Weide. Bei solchen Haltungsbedingungen kann man seine Liebe zu Pferden nur schwer unter Beweis stellen.

Natürlich gibt es auch wertvolle Ausnahmen. Doch leider ist das negative Bild noch viel zu häufig, und hier sind auch die Schulpferde selber oft in keinem guten Zustand, was etwa die Ausbildung betrifft. Das notwendige Korrekturreiten dieser Pferde findet leider nicht statt: Ein Rücken wie ein Brett, ein Maul aus Beton sind nicht selten Umschreibungen des völlig abgestumpften Zustandes der Pferde. Auf solchen wird es schwer, den Reitschülern etwas von einer weichen Hand und sensibler Einwirkung zu vermitteln. Hört man dann in einer Reitstunde Kommandos wie: „Jetzt knall ihm aber mal eine“ oder auch „Jetzt ruck mal ordentlich am Zügel“, so hat sich der Reitlehrer schon meilenweit von irgendwelchen schönen Vorstellungen über guten Reitunterricht entfernt, welche er zu Beginn seines Berufsweges vielleicht noch hatte. Doch auch wenn man einen solchen Unterricht nicht wirklich entschuldigen kann, so helfen die oben genannten Zustände in manchen Reitställen doch bei einer Erklärung - als angestellter Reitlehrer, der ja schließlich auch auf seinen Verdienst (welcher oft auch nicht so hoch ist, wie man es sich wünscht) angewiesen ist, steht man den vielen Missständen oft recht hilflos gegenüber, ist gezwungen, eine viel zu große Reitschüler-Gruppe nach der nächsten auf  bedauernswerten Pferden durch die Halle zu schleifen und stumpft mit der Zeit ebenso ab wie die Schulpferde, auf denen man den Unterricht erteilt.


Ein eigener Reitstall

Es ist also wie so oft im Leben: Wenn man es wirklich gut machen will, dann muss man es wohl selber machen. Gehen wir also einmal davon aus, dass man nach der Ausbildung auch direkt genügend Startkapital zur Hand hat, um eine eigene Reitschule aufzubauen, oder sich diesen Traum zumindestens nach absehbarer Zeit erfüllen kann. In dieser Reitschule sollen es die Pferde natürlich gut haben, und der Reitunterricht soll ein Niveau erreichen, um das man weithin beneidet wird.

Man hat nun also einen Hof zur Verfügung, ausreichend viele Weiden und schöne große Boxen, vielleicht hält man sogar seine Schulpferde in Lauf- oder Offenställen, doch auf jeden Fall geht es ihnen gut. Doch wer jetzt denkt, er könnte sich wie beim eigenen Pferd weiterhin den gewohnten Luxus des Verwöhnens und Verhätschelns leisten, der hat sich schon wieder geirrt: Natürlich kann man dafür sorgen, dass es den nun ja eigenen Schulpferden gut geht, und damit ist man schon einmal einen ganz wesentlichen Schritt weiter. Doch Reitschüler braucht man trotzdem, und diese haben es so an sich, eben nicht als Reiter zu einem zu kommen, sondern als blutige Anfänger. Setzt man nun einen Anfänger auf ein Pferd, wird es nicht zu vermeiden sein, dass er dem Pferd in den Rücken fällt, und in einer kippeligen Situation wird sich auch schon einmal ganz gerne am Zügel festgehalten. Und da dies eben die meisten Anfänger tun, braucht man ganz einfach auch Pferde, welche dies erdulden müssen. Eine heldenhafte Aufgabe, die man jedem Schulpferd danken sollte - doch nun sind es nicht mehr irgendwelche Pferde, nein, jetzt sind es die eigenen. Und je nachdem, wie man eben selber beschaffen ist, kann man es gar nicht so gut aushalten, wenn man dabei zusehen muss, wie es den eigenen Pferden im Unterricht ergeht.

Und hat man sich irgendwann damit abgefunden und stellt fest, dass es einem wirklich nicht mehr viel ausmacht, dann ist man auch schon auf dem besten Wege, seine Einstellung zu Pferden grundlegend zu verändern. Statt dem geliebten Schmusepferdchen und Freund sind Pferde plötzlich eine Einnahmequelle, und jedes Schulpferd muss auch etwas leisten, damit man mit ihm Geld verdienen kann. Hier siegt die realistische Notwendigkeit des Geldverdienens über den Anspruch der durch reine Tierliebe bestimmten Pferdehaltung.

Und was ist eigentlich, wenn ein Pferd einem treu und brav jahrelang gedient hat und Generationen von Reitschülern auf seinem Rücken getragen hat? Wenn man es dann einfach abschiebt - wohin auch immer -, ist man dann nicht ein Unmensch? Ist man denn nicht moralisch geradezu dazu verpflichtet, diesem Tier einen schönen Lebensabend zu bieten, ist man dann nicht selber dran, etwas für das Pferd zu tun? Eins kann ich gleich sagen: Ich denke, ja! Doch dies ist, wenn man es realistisch betrachtet, in den meisten Fällen gar nicht möglich. Auch eine noch so schöne Reitanlage hat nur einen begrenzten Platz zur Verfügung, und wenn man sich diesen mit Gnadenbrotpferden vollstellt, wird es schon wieder schwierig mit dem Geldverdienen. Denn Gnadenbrot ist ein Luxus, den es zu bezahlen gilt...

Allgemein heißt dies also: Sobald ich mit Pferden nicht nur Geld verdienen möchte, sondern auch muss, kann ich mich ganz schnell von vielen idealistischen, gefühlsbetonten und liebevollen Ideen verabschieden, welche mich vielleicht erst auf diesen Berufswunsch gebracht haben.


Hier hat man nun wirklich nichts mehr zu sagen ...

Alles klar, mag sich nun jeder denken, der nicht zusehen möchte, wie die eigenen Pferde verheizt werden, es gibt es ja noch eine andere Möglichkeiten: Man behält einfach sein eigenes Pferd zum Reiten und Verwöhnen und bietet anderen Reitern Unterricht auf ihren eigenen Pferden an. Vor dieser Idee ist jedoch jeder zu warnen, der Pferde im Allgemeinen recht gern hat: Auch wenn man viel auf den eigenen Pferden zulassen muss, es ist bei weitem nicht alles. Fängt jemand zum Beispiel an, ein Schulpferd zu schlagen, kann ich sofort dazwischen gehen, und wenn es hart auf hart kommt, dann schmeißt man den Betreffenden ganz einfach aus dem Stall. Wenn jedoch jemand sein eigenes Pferd verprügelt, kann man erschreckend wenig dagegen tun. Ja, wenn man diese Geldquelle nicht verlieren möchte, muss man seine Kritik an dieser unnötigen Brutalität sogar noch höflich äußern.

Was man in so einer Situation alles ziemlich hilflos mit ansehen muss, reicht von völliger Unfähigkeit über die eben beschriebene Brutalität bis hin zu Pferden, welche nur noch unter Schmerzen geritten werden und manchmal auch noch weiter.

Ist man hier auf das Geld wirklich angewiesen, kann sich also nicht den Luxus erlauben, sich die Reitschüler auszusuchen, wird man auch hier als idealistisch angehauchter Pferdefreund entweder abstumpfen oder an seinem Beruf zerbrechen.


Alles nur schlecht?

Reitlehrer zu sein ist also der reinste Albtraum? Bei weitem nicht! Dieser Beruf kann genau so schön und wertvoll sein, wie man es sich vorstellt. Und wie überall, wo Missstände herrschen, braucht man Menschen, die es besser machen wollen. Doch um in der Lage zu sein, etwas zu verbessern, muss ich auch in der Lage sein, die Situation richtig einzuschätzen.

Hier nützt niemand etwas, der mit völlig falschen Vorstellungen anfängt und entweder alles schnell wieder hinschmeißt oder ein desillusionierter und frustrierter Reitlehrer wird.

Es gilt also, realistisch an diesen Beruf heranzugehen und gute Ideen durchführbar zu gestalten. Bleibt man dabei trotzdem auch zu einem gewissen Teil ein Idealist, kann dies auch nicht schaden; vielleicht gelingt es einem so, guten Unterricht auf guten Pferden zu erteilen, welche die Reitschüler vorher von der Weide holen, und vielleicht ist es ja doch möglich, jedem Pferd das Gnadenbrot auf dem eigenen Hof geben zu können. Solche Ställe gibt es zwar schon, doch wer meint, er könne auch so einen aufziehen oder hätte das Talent, einen schon bestehenden eher schlechten Stall durch seine Arbeit völlig zu revolutionieren, der sollte keinen Augenblick länger warten, diesen Beruf zu ergreifen - alle anderen überlegen vielleicht noch mal ...

Katinka Schnitker


* Zum Wiehern: Geschmackssicher


Wie unglaublich trostlos wäre doch das Reiterleben, wenn es nur langweilig schlichte und praktische Ausrüstungsgegenstände für Pferd und Reiter gäbe.

Das bunte Farbenmeer, in welches man unweigerlich eintaucht, wenn man einen Stall betritt, würde mir auf jeden Fall ungeheuer fehlen. Wenn man die Tür öffnet und von unzähligen auf Stirnbändern angebrachten Strass-Steinen geblendet wird, fühlt man sich doch gleich zuhause.

Nun behaupten einige Unverbesserliche ja nach wie vor, ein Pferd wäre auch alleine genommen schon ein schönes Tier. Aber wie farblos würde doch zum Beispiel ein Schimmel ohne die dazugehörigen lila Bandagen und Satteldecken wirken?


Etwas Farbe...

Erst die Farbe macht schließlich den gewissen Reiz aus und gibt den Reitern die Gelegenheit, sich farblich anzupassen und so endlich auch eine optische Einheit mit ihrem Pferd zu bilden.

Die einfachste Variante dabei ist natürlich Einfarbigkeit, also etwa grüne Bandagen zu grüner Satteldecke zu grüner Reithose, grünem Sweatshirt und natürlich grüner Reitkappe. Etwas raffinierter dagegen sind Kombinationen wie rote Bandagen und blaue Satteldecke zu roter Reithose und blauem Sweatshirt.

Besonders schön ist auch immer wieder die Einbeziehung der Fellfarbe des Pferdes, die sich zum Beispiel in einem weiß-braun gescheckten Pullover widerspiegelt, während die Reithose auf das schlichte gold-rote Muster der Satteldecke abgestimmt ist.


...in jeder Reitweise

Auch in anderen Reitweisen, wie etwa dem Westernreiten, hat guter Geschmack längst Einzug gehalten. Was wäre schließlich heutzutage ein echter Cowboy ohne sein rosa geblümtes Westernpad?

Bei den Gangpferden hingegen werden die hier häufiger verwendeten Glocken gerne als zusätzliche Farbtupfer verwendet, was übrigens auch einen praktischen Nebeneffekt hat; denn schließlich findet sich eine neongelbe Glocke auf einem Waldweg wesentlich schneller wieder als eine einfallslos schwarze.


Nicht nur beim Reiten

Dieser Hang zur Farbenfreude lässt sich übrigens auch schon deutlich vor dem Reiten ausmachen.

So liegt etwa bei den Halftern neben den gelben, den lilanen und den karierten immer noch das regenbogenfarbige Stück hoch im Trend. Der neuste Schrei ist dazu ein Führstrick, der anders gemustert ist und sich zusätzlich noch mit der Farbe des Halfters beißt.

Aber auch Hufkratzer, Bürsten, Gerten, Longen, ja einfach alles rund ums Pferd wird bunter.

Ich persönlich finde das wunderbar, denn endlich wird die Aufmerksamkeit von unwichtigen Dingen wie etwa reiterlichem Können abgelenkt ...

Abschließend sollten wir uns alle einmal die geschmackssichere Frage stellen: Müssen denn wirklich immer alle vier Bandagen gleichfarbig sein?

Katinka Schnitker



Kontakt                                   Impressum                                    Über uns