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             Equikids - Ausgabe 08/2010

Turniertag - Faule Pferde - Warzen - Pferd oder Pony? - Zum Wiehern!


* Das Turnier ruft

Teil IV: Der Turniertag


Nach all den Vorüberlegungen und Vorbereitungen kommt dann endlich der Tag, auf den man hin gearbeitet hat - das Turnier.
Bevor man aber tatsächlich auf dem Turnierplatz ankommt, sind noch ein paar letzte Dinge zu bedenken. Z.B. das Outfit von Ross und Reiter und die Frage: Geht mein Pferd auf den Hänger? Oder: Was muss man alles mitnehmen?

Das Äußere - nicht nur Zier
Der Anzug der Reiter auf klassischen Turnieren ist durch die LPO vorgeschrieben. Wiewohl sich auch im altehrwürdigen und äußerst traditionsbewussten Reitsport die Kleiderordnung deutlich lockert, ist man doch im schlichten Schwarz-Weiß immer richtig angezogen. Inzwischen geht es dahin, dass die Hosen jedenfalls hell, die Blusen/Hemden mit weißem Kragen versehen und das Jackett dunkel bzw. gedeckt sein sollte. Unabdingbar vorgeschrieben ist passendes Schuhwerk, als da wären entweder richtige Reitstiefel (Gummi oder Leder) oder auch Reit-Stiefeletten kombiniert mit Stiefelschäften aus festem Leder. Nicht geeignet sind weiche Chapsletten oder Stall- und Reitschuhe. Ebenfalls notwendig ist der Reithelm nach gültiger Vorschrift mit Dreipunktbefestigung. Ausnahme dieser Regel: In Dressurprüfungen dürfen in den Aufbauprüfungen für junge Pferde und in den Dressurprüfungen ab Klasse L von den Damen Zylinder und von den Herren Melonen getragen werden. Außerdem können Erwachsene auf eigenes Risiko auch alte Samtkappen ohne Sicherheitsbefestigung tragen. In Geländeprüfungen kommt als vorgeschriebene Ausrüstung noch die Sicherheitsweste hinzu. Damit wären dann die Reiter ausgerüstet. Nur als Hinweis hinzugefügt sei noch, dass es äußerst unreiterlich ist, wenn Mädchen, Frauen oder auch Männer mit langen Haaren diese offen unter dem Helm tragen. Ein Zopf ist doch in jedem Fall angebracht.

Von Zopf bis Zöpfchen
Auch bei den Pferden ist es in der Regel üblich, das fliegende Mähnenhaar für die Prüfung zu bändigen. Allerdings setzt sich besonders im Springsport und bei Geländeprüfungen immer mehr die "offene Mähne" durch. Auch in Führzügelklasse und Reiterwettbewerb nehmen es Richter und Veranstalter mit den Zöpfen nicht mehr so genau. Wer jedoch nicht einflechten möchte, sollte zumindest gepflegtes Langhaar präsentieren können. Das gebietet der Respekt vor den Richtern, den anderen Teilnehmern und der Veranstaltung an sich. Sein Pferd geputzt und gepflegt zu präsentieren, sollte für jeden Reiter selbstverständlich sein. Bei Dressurprüfungen wird zwar auch niemand disqualifiziert, dessen Pferd nicht eingeflochten ist, spätestens aber ab Klasse A empfiehlt es sich doch, mit einem gut frisierten Pferd den Gesamteindruck positiv zu verstärken. Dabei hat es das Einflechten einer Pferdemähne schon in sich und sollte unbedingt während der Vorbereitungszeit mehrmals geübt werden, um beim Turnier auch wirklich schöne und gleichmäßige Zöpfe zu präsentieren. Für den Schweif gilt: Waschen und Verlesen - also vorsichtig die einzelnen Haare voneinander Trennen. NICHT kämmen oder bürsten sollte man den Schweif, wenn man ihn seinem Pferd noch länger bewahren möchte.

Hänger fahren - nicht Jederpferds Sache
Auch das ist etwas, was man unbedingt VOR dem Turniertag üben sollte: Einsteigen, stehen bleiben, fahren und wieder aussteigen aus dem Hänger. Bei solchen Herausforderungen macht sich in der Regel gute Boden- und Longenarbeit bezahlt. Wessen Pferd gelernt hat, seinen Menschen als Führer zu respektieren und ihm zu vertrauen, dem sollte es eigentlich ohne Probleme auch in den Hänger hinein folgen. Wo es Probleme gibt, ist es gut, sich frühzeitig damit auseinander zu setzen und völlig ohne jeden Zeitdruck gemeinsam mit dem Pferd einen Weg zu finden, seine Vorbehalte und Ängste zu zerstreuen. Es gibt nichts Schlimmeres als ein Pferd am Morgen des Turniers in den Hänger hinein zu zwingen. Schließlich muss man ja auch wieder nach Hause, und auf dem Turnierplatz sein Pferd nicht in den Hänger zu bekommen ist wirklich unangenehm...

Die Zeiteinteilung
Spätestens eine Woche vor der Veranstaltung erhält der Teilnehmer entweder einen Zeitplan und die für sein Pferd vorgesehene Kopfnummer zugesandt oder aber - immer häufiger üblich - er kann diese Informationen für die Teilnehmer im Internet abrufen. Auf jeden Fall weiß der Reiter, wann seine erste Prüfung beginnt. Für das Erklären der Startbereitschaft notwendig und auch für die persönliche Vorbereitung unbedingt zu empfehlen ist es, spätestens 60 Minuten vor Prüfungsbeginn bei der Meldestelle auf dem Turnierplatz zu sein. Das bedeutet, dass das Eintreffen auf dem Hängerparkplatz etwa 90 Minuten vor Prüfungsbeginn geplant werden sollte.

Persönliche Startzeiten
Nach Ablauf der Frist zur Erklärung der Startbereitschaft (also 60 Minuten vor Prüfungsbeginn) hängt der Veranstalter am Abreiteplatz eine verbindliche Liste der Prüfungsteilnehmer und ihrer Startfolge aus. Bei hohen Prüfungen werden auch genaue Starzeiten dazugeschrieben, auf niedrigerem Niveau muss sich jeder Teilnehmer seine Startzeit selber errechnen. Bei einer E-Dressur könnte diese Rechnung so aussehen:
Die Prüfung dauert laut Aufgabenheft ca. vier Minuten. Für die Notenfindung durch die Richter und das Ausreiten kann man nochmals etwa eine Minute hinzu rechnen. Ist unser Reiter z.B. 22. Starter, wären vor ihm noch 21 Reiter à fünf Minuten. Bei Prüfungsbeginn um 10.00h wäre sein Start demnach gegen 11.50h anzunehmen. Diese Rechnung kann nur eine Daumenpeilung sein, denn trotz erklärter Startbereitschaft kann auch mal ein Reiter noch ausfallen oder aber jemand bricht seine Prüfung nach wenigen Runden ab oder wird von den Richtern abgeklingelt etc. Aber dennoch ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, wann in etwa der die eigene Prüfung beginnen wird, denn sonst läuft man Gefahr, entweder viel zu kurz oder viel zu lang abzureiten. Für eine sinnvolle Prüfungsvorbereitung aber sollte das Abreiten recht genau geplant und durchgeführt werden, da weder ein müdes noch ein verspanntes Pferd optimale Leistung bringen kann.

TTs und sonstige wichtige Dinge
Eher liebevoll als verunglimpfend ist der Begriff "TT" zu verstehen, mit dem die Helfer des Reiters auf dem Turnier bezeichnet werden. Zwar steht "TT" für Turniertrottel, jedoch können sich diese Bodenhelfer der großen Wertschätzung der Reiter sicher sein. Ohne helfende Hände ist eine Turnierteilnahme zwar möglich, kann aber dann sehr stressig werden. Und wenn diese Helfer dann auch vor Ort alles mögliche managen, um dem Reiter den Rücken frei zu halten, so ist es dennoch dessen Pflicht, sich im Vorfeld mit darum zu kümmern, dass alles notwendige an Ausrüstung eingepackt wird. Neben Sattel, Trense und ggf. Hilfszügeln für den Reiterwettbewerb oder das Ablongieren des Pferdes sollte an alle Eventualitäten gedacht werden. Heu (möglichst nicht während der Fahrt im Hänger), ggf. Kraftfutter, Wasser (falls das Pferd fremdes Wasser verweigert), Bandagen, Gamaschen, genügend Satteldecken zum Wechseln bei mehreren Prüfungen, Sattelgurte, Trense, Ersatzzügel, Ersatzbügelriemen, Fliegenschutz, Abschwitzdecke, Fliegendecke, ggf. warme Decke, Halfter und Strick, Ersatzstrick, Ersatzhalfter, Erste-Hilfe-Set, bei beschlagenen Pferden: Stollen-Set, und last but not least: Putzzeug!

Ute Forler


* Faule Pferde: Was tun?

Teil I

Beim Ausritt zurück bleiben, weil das Pferd sich einfach nicht treiben lässt, wer mag das schon...? Im Dressurviereck zu verhungern ist ebenfalls mehr als unangenehm. Vor dem Sprung wird das Pferd immer langsamer statt anzuziehen, was hat es bloß? Immer wieder begegnet man Reiter-Pferd-Paaren, bei denen das Vorwärts zu einer mühseligen und oft erfolglosen Quälerei wird. Hochrote Köpfe schweißgebadeter Reiter auf Pferden, denen die Unlust deutlich anzusehen ist, sind keine Seltenheit. In den besseren Fällen bleibt es auf Reiterseite bei der – leider vergeblichen – Körperanstrengung. In schlechten Fällen sollen der unsachgemäße Gebrauch von Sporen und Gerte das Pferd vorwärtsbringen. Zugegeben, es ist zum Verzweifeln, wenn das Pferd von all meinen Bemühungen scheinbar keine Notiz nimmt. Es mit einfachen Mitteln zur Mitarbeit zu bewegen, kann dennoch möglich sein.

Sind Körper und Geist gesund?
Die erste Frage lautet wie immer: Ist die Faulheit meines Pferdes vielleicht krankheitsbedingt? Hat es ernstzunehmende gesundheitliche Probleme, etwa der Atemwege? Dämpfigkeit z.B. kann ein ziemlicher Bremsfaktor sein. Ist es vielleicht ein Kopper, so dass ihm die Arbeit schwer fällt wegen der Luft im Bauch? Wie sieht es mit seinen Sehnen und Gelenken aus? Hat es Rückenprobleme? Sind gar die Hufe in so schlechtem Zustand, dass das Laufen dem Pferd Schmerzen bereitet? Ist die Fütterung ausgewogen und ausreichend? Bei jedem Problem, welches in Zusammenhang mit einem Pferd auftaucht, sind die Fragen nach einer unbeeinträchtigten körperlichen Gesundheit als Erstes abzuklären.
Aber auch die Psyche muss gerade im Zusammenhang mit Lustlosigkeit und Gleichgültigkeit genau betrachtet werden. Wurde dieses Pferd erst vor kurzem aus seinem sozialen Umfeld herausgetrennt? Ist anders betrachtet ein ihm wichtiger Artgenosse nicht mehr da? Wie ist es untergebracht? Hat es genügend Bewegungsmöglichkeiten, frische Luft, Gesellschaft? All diese Dinge spielen eine große Rolle auch für die Leistungsbereitschaft unter dem Sattel. Wenn solche Gründe nicht die Ursache sind, kommt zwangsläufig die nächste Frage:

Passt die Ausrüstung?
Ein drückender Sattel allein kann schon viel Bewegungsdrang hemmen. Schlecht verschnallte Zaumzeuge, übermäßig scharfe Gebisse, unangebrachte Hilfszügel können ebenso das Pferd von der Mitarbeit abhalten. Wer sich bezüglich seiner Ausrüstung nicht sicher ist, sollte einen Fachmann zu Rate ziehen und im Zweifelsfall das gesamte Sattel- und Zaumzeug auf ein harmloses Minimum reduzieren. Das Ausprobieren des jetzt vielleicht doch erwachten Vorwärtsdrang des Pferdes sollte vorsichtshalber allerdings innerhalb einer festen Absperrung bzw. in einer Halle stattfinden.

Wo reite ich, und was sind die Trainingsinhalte?
Pferde sind Gewohnheitstiere und schätzen die Regelmäßigkeit vieler Dinge. Wenn jedoch an sieben Tagen in der Woche auf dem selben Platz die stets wiederkehrenden Übungen verlangt werden, wird es selbst dem gutwilligsten Pferd ganz einfach langweilig. Diese Darstellung ist in den meisten Fällen sicher übertrieben – obwohl ich genau diese Situation schon beobachtet und das betroffene Pferd stark bemitleidet habe. Trotzdem ist bei zunehmender Lustlosigkeit meines Pferdes der Trainingsplan auf ständige Wiederholungen hin zu überprüfen. Lässt sich nicht vielleicht doch etwas ganz Neues einbauen? Dressurübungen können auch mal auf dem Springplatz stattfinden oder sogar während eines Ausrittes. Handarbeit ist eine sinnvolle Ergänzung und Abwechslung jeden Trainings. Die vielen Vorteile der Springgymnastik kommen ebenfalls einem interessanten Arbeitsplan zugute. Über Wippen, durch Flatterbänder und über oder durch Traktorreifen lässt sich Vertrauen und eine korrekte Akzeptanz der reiterlichen Hilfen auch von "Turnier"-Pferden überprüfen und verbessern. Finde heraus, womit du das Interesse deines Pferdes am ehesten wecken kannst. Übungen, die ihm sichtbar Spaß machen, solltest du sparsam (um Abnutzung zu vermeiden), aber gezielt in dein Trainingsprogramm einbauen.

Wie gut sind meine Hilfen?
Diese Frage sollte ehrlich und mit einer guten Portion Selbstkritik beantwortet werden. Tatsache ist, dass die meisten als faul bezeichneten Pferde lediglich derart verwirrende Hilfen von ihrem Reiter bekommen, dass sie irgendwann beschließen, der Einfachheit halber besser gar nicht mehr hinzuhören. Dabei sind dieses noch die gutmütigen. Kämpferisch veranlagte Tiere würden denselben Reiter vielleicht einfach absetzen. Bevor also zu den "Waffen" gegriffen wird, um das Pferd allem schlechten Reiten zum Trotz vorwärts zu bringen, empfiehlt es sich dringend, seine eigenen Fähigkeiten der Hilfengebung zu überprüfen und zu verbessern. Der Kreis vieler Probleme schließt sich immer wieder im Sitz des Reiters. Wer z.B. versucht, durch eigenes Im-Sattel-vorwärts-Ruckeln zu treiben, erreicht damit lediglich, dass alle eigene Kraft in der Luft verpufft. Das Pferd widerum wird in seinem Bewegungsfluss derartig gestört, dass es bald überhaupt keine Lust mehr haben wird, vorwärts zu gehen. Dies betrifft auch die anfangs beschriebene Situation eines Pferdes, das ausgerechnet beim Anreiten des Sprunges immer langsamer wird. Ein solches Verhalten ist damit zu erklären, dass viele Reiter auf den letzten Metern vor dem Hindernis – zum besseren Treiben – nochmal richtig schwer einsitzen. Können sie aber nicht wirklich geschmeidig und korrekt sitzen, unterbrechen sie gerade durch ihr störendes Bemühen den Anlauf des Pferdes derartig, dass es zum Schutz gegen den Reiter seinen Rücken "dicht" macht und seinen eigenen, freien Lauf behindert.

Einsatz von Hilfsmitteln: Weniger ist mehr
Wenn die eigenen Kräfte (und Fähigkeiten) nicht ausreichen, wird nicht nur zu Sporen und Gerte gegriffen. Das Pferd soll ja auch noch den Hals "krumm" machen, also wird noch ein Hilfszügel eingeschnallt. Solcher Art ausgerüstet, braucht der Reiter nur noch vorne zu ziehen, damit der Kopf runter kommt, und hinten zu pieken oder die Gerte zu benutzen, um den "Vorwärtsgang einzulegen". Wer sich da wundert, dass die Pferde die Lust verlieren, hat vielleicht noch nicht richtig nachgedacht. Will das Pferd der Aufforderung der Gerte/Sporen nachkommen und schneller werden, stößt es sich gleich darauf wieder an der durch Hilfszügel unsensiblen Reiterhand. Bleibt es vor dem harten Zügel zurück, wird es von hinten "bestraft". In vielen Fällen lohnt es sich, die Reitausrüstung des Pferdes einmal auf Sattel und Zaumzeug (mit weichem Mundstück) zu reduzieren. Eine Änderung des Verhaltens darf allerdings nicht sofort erwartet werden. Der Reiter sollte in Verbindung mit dieser Maßnahme sämtliche Anforderungen auf die nach einem freien und ungezwungenen Vorwärts reduzieren, und das über einen längeren Zeitraum hinweg. Sein Pferd wird wahrscheinlich eine ganze Weile brauchen, um die neue Situation zu verstehen und tatsächlich neue Gehfreude zu entwickeln. Auch die Einwirkung seiner Hilfen sollte der Reiter in dieser Zeit hauptsächlich auf das Zulassen der natürlichen Bewegungsabläufe des Pferdes reduzieren und versuchen, diese so gut wie möglich zu unterstützen und so wenig wie möglich zu stören.


Ute Forler


* Mehr als ein Schönheitsfehler: Warzen


Jeder, der schon einmal mit Warzen zu tun hatte, weiß, wie unangenehm sie sind: Sie tun weh, können einen ungemein stören und sehen dazu auch noch unmöglich aus. Nun ist es leicht, sich vorzustellen, dass auch Pferde, die Warzen haben, darunter leiden (natürlich nicht gerade unter dem Schönheitsfaktor, der sticht schon eher dem Reiter unangenehm ins Auge), und das vermutlich noch mehr als wir Menschen, denn sie können sich nicht selbst behandeln und sind gerade im Sommer lästigen Störenfrieden wie Fliegen hilflos ausgeliefert.


Wie entstehen Warzen?

Zur Zeit geht man mit ziemlicher Sicherheit davon aus, dass Warzen durch einen Virus verursacht werden.

Es gibt verschiedene Erscheinungsformen von Warzen, sie können entweder dünn und länglich oder rund und flächenförmig sein.


Die Behandlung

Als erstes ist zu sagen, dass jede noch so kleine Warze oder Warzengruppe behandelt oder zumindest von einem Tierarzt überprüft werden sollte.

Kleine, harmlose Warzen/-gruppen können in den meisten Fällen erfolgreich mit einem entsprechenden Mittel von außen behandelt werden oder fallen nach einigen Monaten von selbst ab.

Wenn sich die Infektion jedoch sehr schnell ausbreitet und auf dem oben genannten Weg eine Behandlung nicht anschlägt, besteht die Möglichkeit, einen Impfstoff gegen den Virus herstellen zu lassen.

Warzen, die hartnäckig wachsen oder an lebenswichtigen Körperstellen des Pferdes auftreten, müssen oft auf chirurgische Weise entfernt werden.


Warum ist eine Behandlung wichtig?

Wie schon erwähnt, sind Warzen für das Pferd äußerst störend und sollten deshalb schon aus Verantwortung dem Tier gegenüber behandelt werden, doch gibt es auch gesundheitliche Gründe für eine Behandlung, denn in manchen Fällen können Warzen zu bösartigen Wucherungen führen.

Sollte euer Pferd also einmal eine Warze bekommen, die behandelt werden muss, dann lasst es nicht jahrelang darunter leiden, wie es leider viele Menschen aus Unachtsamkeit oder Faulheit tun, obwohl die Behandlungsmethoden meist nicht sehr viel Aufwand erfordern.

Katinka Schnitker


* Pferd oder Pony - Streit um nichts?


Pferd oder Pony? Welches ist besser, schöner, interessanter, intelligenter...

Über diese Fragen gibt es in fast jedem Stall immer wieder hitzige Diskussionen, und die Reiter spalten sich schnell in zwei beinahe schon verfeindete Lager:

Die einen sind absolute "Großpferdefans", für sie ist nur ein großes Pferd auch ein richtiges Pferd – und auf diese komischen Feld-, Wald- und Wiesenponys sehen sie gerne schon einmal herab.

Die anderen halten Ponys für das einzig Wahre, verachten ihrerseits die Großpferdereiter.

Dies kann tatsächlich so weit führen, dass sich im Gelände nur die Großpferdereiter und Ponyreiter untereinander grüßen und sich gegenseitig ignorieren. Da fragt man sich doch, ob man, wenn man sich schon unbedingt als Gruppe fühlen möchte, nicht lieber als die Gruppe der Reiter fühlen sollte.

Bei diesem Verhalten spielen natürlich einige Vorurteile eine entscheidende Rolle, denn achtet man einmal genau auf solche Gespräche, kann man schnell erfahren, dass Großpferde dumm, überzüchtet und langweilig sind oder Ponys sich für ernsthaftes Reiten sowieso nicht eignen und man mit ihnen bestenfalls durch Gelände reiten kann.


Äußere Unterschiede?

Nachdem man dies alles erfahren hat, scheint es sich bei Pferd und Pony ja wirklich um zwei völlig verschiedene Lebensformen zu handeln, aber sind die Unterschiede tatsächlich so groß und offensichtlich?

Einen klaren äußeren Unterschied gibt es tatsächlich: Großpferde sind definitiv größer als Ponys, wenn auch nicht unbedingt wesentlich größer, aber was noch?

Bittet man einen Vertreter der Großpferdefront einmal um eine möglichst genaue Beschreibung eines Ponys, bekommt man erstaunlich oft die Antwort: "Na, eben so etwas wie ein Shetty." Und genau hier liegt schon das erste Problem, es geht um die Definition der Begriffe Pferd und Pony: Diese werden eben oft nicht anhand der Größe definiert, sondern einem bestimmten Erscheinungsbild zugeordnet. So sind Ponys klein, dick, zottelig und haben eine wuschelige Mähne. Da kann es einem passieren, dass man mit einem Reitpony gefragt wird, ob es sich dabei um ein junges oder kleines Pferd handelt, da den Leuten zwar durchaus auffällt, dass sie ein kleineres Tier vor sich haben, es jedoch vom Aussehen her nicht zu den Ponys zählen.

Aber nicht nur die Großpferdefreunde haben merkwürdige Vorstellungen, auch auf der Seite der Ponys hört man immer wieder, dass Großpferde schrecklich langweilig wären, da sie alle gleich aussähen. Stellt man sich nun aber zum Beispiel einen Trakehner, einen Knabstrupper, einen Anglo-Araber und einen Friesen nebeneinander vor, so wird man eine besondere Ähnlichkeit wohl doch sehr gründlich suchen müssen.

Sowohl Pferde als auch Ponys bieten also viele verschiedene Größen und Erscheinungsformen.


Die lieben Reiter

Auch die Besitzer oder Reiter werden sofort in bestimmte Sparten gesteckt, so ordnet man dem ambitionierten "Turnierreiter" eher das Großpferd zu, während das Pony in die Richtung der "Freizeitreiter" zu gehören scheint.

Doch in Wirklichkeit kann man selbstverständlich auch mit einem Großpferd ins Gelände gehen, und so mancher Freizeitreiter wäre mit einem ruhigen Großpferd viel besser beraten als mit einem sensiblen oder hysterischen Pony. Auf der anderen Seite gibt es viele erfolgreiche Turnierponys, und auch wenn sich dazu die sportlicheren Ponyrassen wie etwa Reitponys besonders anbieten, kann man mit jedem gut ausgebildeten Pony an einem Turnier teilnehmen.

Wenn es um’s Reiten geht, muss man ganz einfach das Pferd entsprechend seinen Wünschen und Zielen kaufen. Auf der Suche nach dem richtigen Individuum kann man sich natürlich an den Rassen und den Eigenschaften, durch die sich diese Rassen auszeichnen, leiten lassen; und ob diese Rasse nun gerade zu den Pferden oder Ponys zählt, ist nun wirklich egal.


Ponys sind Anfängerpferde?

Für viele ist der Schritt vom Pony zum Pferd auch noch gleichbedeutend mit einem Vorwärtskommen: Schließlich ist ein Pony ganz klar ein Anfängerpferd, wohingegen ein Fortgeschrittener unbedingt ein "richtiges Pferd" braucht.

Nehmen wir wieder das Shetland Pony: Dieses wird in der Tat überwiegend von Anfängern geritten, jedoch nicht, weil das Shetland Pony von allen Pferden das ist, welches am einfachsten zu reiten ist, sondern einfach weil viele Fortgeschrittene der Shetty-Größe schon längst entwachsen sind.

Und sieht man sich einmal englische Ponyspiele an, die als Showprogramm häufig mit Kindern auf Welsh Ponys geritten werden, muss sich wohl so mancher "Fortgeschrittener" ernsthaft fragen, ob er sich das auch zutrauen würde.

Die größeren Ponyrassen, die eben je nach Typ auch noch Jugendliche und Erwachsene ohne Probleme tragen können, werden genau wie Großpferde sowohl von Anfängern als auch von Fortgeschrittenen geritten und dementsprechend in Sport und Freizeit eingesetzt.

Aussagen wie "Du bist doch schon viel zu alt oder zu gut, um ein Pony zu reiten" kann man also getrost vergessen.


Die Haltung

Selbst in den Haltungsformen wird zwischen Pferd und Pony unterschieden, und trotz der zur Zeit überall propagierten artgerechten Haltung hört man immer noch Aussagen wie: "Ein Großpferd kann man doch nicht im Offenstall halten“.

Tatsächlich gibt es einige Pferde, die sich für diese Haltung nicht besonders gut eignen, etwa weil sie krank sind oder einfach sehr empfindlich und anfällig. Dies ist jedoch wie so vieles völlig unabhängig von Pferd oder Pony.

Robuste Rassen, wie man sie eben sehr schnell unter den Ponys findet, eignen sich für solch eine Haltung zwar ausgezeichnet, aber ansonsten kann man in einem vernünftigen Offenstall jedes Pferd oder Pony halten; und in unseren Breitengraden ist auch im Winter nicht unbedingt das dichte und lange Winterfell erforderlich, wie es Pferde aus dem Norden aufweisen können.

Ein gesundes Großpferd mit normalem Winterfell, das sich im Winter eingedeckt in seiner Box langweilt, und ein dünnes, krankes Pony, das im Offenstall vor sich hin friert, sind also Ergebnisse von falschen Ansichten, die sich leider recht hartnäckig halten.


Abschließend

Und was fällt einem auf, wenn man sich dies alles anschaut?

Es gibt verschiedene Ponys und es gibt verschieden Großpferde, darunter gibt es hübsche und hässliche, intelligente und dumme und natürlich in beiden Gruppen große und kleine.

Man kann mit Ponys und mit Pferden auf Turnieren starten oder Kutsche fahren oder ausreiten oder was einem ansonsten noch so einfällt.

Dieses ganze Thema sollte man einfach nicht so verbissen sehen, schließlich kann im Endeffekt nur ein Zentimeter über Pferd oder Pony entscheiden - und der verändert das Tier an sich nun wirklich nicht bedeutend. Der ganze Streit ist unter Pferdeliebhabern sowieso ein wenig albern, denn jeder, der jetzt sein eigenes Pony über alles liebt, würde doch sicher sein Großpferd genauso lieb haben und umgekehrt.

Hier ist also einmal mehr Toleranz gefragt: Soll doch jeder mit dem Pferd oder Pony, das er sich ausgesucht hat, glücklich werden! Und seien wir in diesem Zusammenhang lieber glücklich, dass nicht allen dieselben Pferde gefallen – denn dann sähen bald wirklich alle Pferde gleich aus, und das wäre doch wirklich traurig!


Katinka Schnitker


* Zum Wiehern: Fliegenplage - oder Fliegenschutz-Plage?


Das Schlimmste am Sommer sind doch immer wieder die Fliegen. Sie sind einfach überall und fallen erbarmungslos über einen her, sobald man in ihre Reichweite kommt. Besonders quälen sie natürlich die Pferde, wenn sie sich in einer wimmelnden schwarzen Masse um die Augen niederlassen.

Bei meinem Pferd endet diese Plage zwangsläufig mit entzündeten Augen. Nachdem ich jahrelang mit allen möglichen Fliegenschutzmitteln ziemlich erfolglos dagegen angegangen bin, entschloss ich mich letztes Jahr zum Kauf einer besonders guten und teuren Fliegenschutzkappe.


Es scheint zu klappen ...

Um mein Pferd vorsichtig daran zu gewöhnen, zog ich sie ihm erst mal beim Reiten an, wo ich ihn noch unter Kontrolle hatte. Zwar sah er mit dem schwarzen Netz über dem Kopf wie ein mutwilliger Bankräuber aus, doch schien es ihn nicht im geringsten zu irritieren, und Fliegen waren nun tatsächlich kein Problem mehr. Nach diesem Erfolgserlebnis guter Stimmung, entließ ich mein Pferd samt Kappe auf die Weide und machte mich mit dem Wissen, dass seine Augen nun endlich ausreichend geschützt waren, auf den Heimweg.


...oder auch nicht!

Am nächsten Tag allerdings begrüßte mich mein Pferd zwar mit vielen Fliegen um die Augen, aber dafür ohne Kappe. Nach einer mittleren Suchaktion quer über die Weide und zurück war die Kappe dann wieder gefunden, mit ordnungsgemäß geschlossenen Schnallen und auch sonst ohne eine Spur von Gewaltanwendung. Es war mir nun nicht ganz klar, wie sich mein Pferd der Kappe entledigen konnte, und deshalb schob ich es auf einen unglücklichen Zufall und setzte sie ihm wieder auf. So ließ ich ihn friedlich am Zaun stehend auf der Weide zurück, um meine Sachen zu holen.


Es geht auch schneller

Als ich nach fünf Minuten zurückkam, stand mein Pferd noch genauso am Zaun, wie ich ihn verlassen hatte - nur dass die Kappe jetzt neben ihm lag. Jetzt wollte ich wissen, wie er das machte! Also zog ich ihm die Kappe wieder auf, setzte mich auf die Wiese und wartete. Mein Pferd blieb so lange bei mir stehen, bis es sich sicher war, dass hier nichts zu fressen zu holen war, dann drehte es sich um, wanderte auf die Weide und begann zu fressen. Und so saß ich eine halbe Stunde in der Sonne und ließ mich von den Bremsen stechen, während mein Pferd auch nicht den geringsten Versuch unternahm, das Fliegennetz loszuwerden.

Mein Ehrgeiz war erwacht, doch sooft ich auch versuchte, mein Pferd dabei zu beobachten, sooft scheiterte das Ganze.


Man gewöhnt sich an alles

So hat sich langsam eine gewisse Routine zwischen uns entwickelt: Ich ziehe ihm die Kappe an, er wird sie wieder los, und am nächsten Tag bin ich hauptsächlich damit beschäftigt, über irgendwelche Wiesen zu laufen, um die Kappe wiederzufinden. Ja, so ist das eben, wenn man seinem Pferd mal was Gutes tun will, es wird einem nicht gedankt! Obwohl, vor ungefähr drei Wochen hat er die Kappe ganze drei Tage angelassen, vielleicht hat er es jetzt ja doch begriffen und vielleicht wird er es in den nächsten Jahren doch noch lernen, wer weiß... Und bis dahin wird uns beiden wenigstens nicht langweilig.

Katinka Schnitker


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