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Problempferde: Beizäumung – Der August – Zahnaltersbestimmung – Mein Wille ist Gesetz? - Zum Wiehern!


Equikids Ausgabe 07/11

*Das Problem mit der Beizäumung
Teil I


Pferde, die ihre Nase waagerecht vor sich hertragen, haben in der Regel ein oder mehrere Probleme. Für viele Reiter reduziert sich eine solche Situation auf die Frage der Optik. Es ist ihnen peinlich, wenn ausgerechnet ihr Pferd nicht "am Zügel" geht. Als Folge wird in viel zu vielen Fällen zu den verschiedensten Hilfsmitteln und Methoden gegriffen, um den gestörten Anschein "in Ordnung zu bringen". Dem Pferd wird der Kopf auf die Brust gezogen, festgeschnallt, und gut ist`s. Oder nicht? Nein, natürlich nicht! Reiter, die so handeln, haben noch nicht viel verstanden von Pferden, vom Reiten, von Reitkunst und von Selbstkritik. Denn um die Optik geht es zuallerletzt! Sie ist im Grunde nichts weiter als ein Abfallprodukt guten Reitens.

Was ist Beizäumung?
Beizäumung - ein Begriff, der immer dann einen negativen Beigeschmack bekommt, wenn allein die "senkrechte Nase" zählt. Dabei ist eine korrekt errittene Beizäumung durchaus pferdegerecht.

Sie beschreibt die natürliche Kopf-Hals-Haltung eines aufgerichteten Pferdes, welches sich selbst trägt, mit dem Genick als höchstem Punkt, und über den Zügel eine vertrauensvolle und anstehende Verbindung hat zu der gefühlvollen Reiterhand.

Beizäumung ist somit mehr als "durchs Genick gehen" oder "am Zügel stehen". Wenn auch die buchstäbliche Bedeutung des Wortes dazu verleitet, nur die Wirkung und Akzeptanz der Zäumung als Indikator für gute oder schlechte Ausführung anzusehen, so verbindet die Reitkunst mit Beizäumung doch wesentlich mehr als das. Sicher, in der Literatur heißt es, die Nasenlinie eines beigezäumten Pferdes soll sich der Senkrechten nähern. Wer aber weiter liest, wird in jedem halbwegs kompetenten Lehrbuch den Hinweis finden, dass diese Haltung keineswegs durch Zwang erreicht werden kann, sondern vielmehr durch den korrekten Einsatz aller reiterlichen Hilfen. Den treibenden Einwirkungen kommt dabei wie immer die größere Bedeutung zu. Mit Unterstützung einer feinen, einrahmenden, unabhängig getragenen Reiterhand bringen Gewicht und Schenkel das Pferd dazu, sich selbst zu tragen, sich aufzurichten und in Beizäumung zu gehen. Vielleicht ist es aber auch noch wichtig zu sagen, was Beizäumung nicht ist: Eine Nasenlinie hinter der Senkrechten, ein Genick, weit davon entfernt, der höchste Punkt der Oberlinie zu sein, ein Pferd, welches sich "in die Brust beißt", während es die Kruppe hoch wirft - all das hat mit Beizäumung nichts zu tun!

Warum Beizäumung?
Eigentlich wird allein durch diese Fragestellung der Beizäumung eine viel zu zentrale Bedeutung beigemessen. Das Erreichen einer optisch perfekten Kopf-Hals-Haltung des Pferdes sollte niemals vorrangiges Ziel eines Reiters sein. Man könnte die Frage damit beantworten: "Weil sie sich natürlicherweise aus gutem Reiten ergibt." Warum aber ergibt sie sich aus gutem Reiten? Die korrekte Beizäumung ist Ausdruck von natürlichem Gleichgewicht, vermehrter Gewichtsaufnahme durch die Hinterhand und einer vertrauensvollen Anlehnung. Sie bezeugt Durchlässigkeit, Leistungsbereitschaft und die spannungsfreie Kraft des Pferdes, sie ist der Ausläufer einer gesamten Körperhaltung, mit der das gesunde Pferd die jeweilige Belastung am besten bewältigen kann. Kurz gesagt: Die korrekte Beizäumung ist
ein Indikator (von vielen!) für die Harmonie zwischen Reiter und Pferd.

Woraus entstehen die Probleme?

a) beim Pferd

Körperliche Mängel
Die langjährige, gezielte Selektion durch verantwortungsvolle Züchter und Zuchtverbände, aber auch die Verbesserung der Aufzucht-, Haltungs- und Fütterungsbedingungen von Pferden haben dazu geführt, dass heutzutage Tiere aus kontrollierter Zucht praktisch keine groben körperlichen Mängel mehr haben. Angeborene Probleme mit der korrekten Beizäumung haben bei pferdegerechter Ausbildung daher nur die wenigsten. Schwierigkeiten, die beachtet werden sollten, können sich jedoch z.B. ergeben aus einem kurzen, eckigen und festen Genick. In der fast senkrechten Kopfhaltung bei aufgerichtetem Hals lässt ein kurzes Genick zu wenig Raum zwischen Kopf und Hals. Es kann sich nicht dehnen, der Kopf klemmt ohne Spiel vor den Halsmuskeln. Als Folge werden meistens die Ohrspeicheldrüsen des Pferdes gequetscht, was dem Tier natürlich unangenehm ist. Ein anderes körperliches Problem entsteht durch zu schwache Rückenmuskulatur. Nur wenn das Pferd keine Probleme mit dem Aufnehmen des eigenen und des Reitergewichts hat, wenn es den Rücken entspannt der Belastung entgegen wölbt, wird es Hals und Genick rund machen können. Beachtet werden sollte auch noch Folgendes: Eine schwierige Genickform ist in der Regel angeboren, ein schwacher Rücken muss dem Pferd keineswegs in die Wiege gelegt worden sein. Besonders Tiere, die zu früh eingeritten und/oder zu schnell und zu stark belastet wurden, können dauerhafte, irreparable Schädigungen ihres Rückens erleiden. Nicht nur die Beizäumung wird damit unmöglich - ohne gesunden Pferderücken geht gar nichts!

Psychische Probleme
Viel zu viele Pferde, die körperlich gesehen keinen Grund hätten, sich der Beizäumung zu widersetzen, tun es trotzdem. Manche leisten passiven Widerstand, andere proben den Aufstand. Das kann vom einfachen Kopfhochstrecken über Kopfschlagen bis hin zu Bocken, Steigen und Durchgehen führen. Wenige dieser Tiere haben angeborene mentale Schwierigkeiten. Worin könnten sie auch bestehen? Die Abneigung gegen das Gebiss möchte ich einmal in diese Kategorie einstufen, selbst wenn man sie vielleicht genauso gut als körperliches Problem bezeichnen könnte. Abwehrverhalten gegen das Mundstück mag ein Mittelding sein zwischen echter körperlicher Empfindlichkeit im Maul und der mentalen Ablehnung, ein solches Teil zwischen den Laden zu spüren und seine Einwirkung anzuerkennen. In fast allen Fällen aber sind psychische Probleme, die ein Pferd gegen die Beizäumung kämpfen lassen, nicht angeboren, sondern durch Menschenhand im wahrsten Sinne des Wortes geschaffen. Die meisten Pferde, die den Zügel in Reiterhand als ihren größten Feind ansehen, haben schlechte Erfahrungen gemacht. Reiter, von unerfahren und ungeübt bis dumm, roh oder brutal, haben sie mit den verschiedensten Versuchen traktiert, ihren Kopf in Haltung zu ziehen. Manche Pferde werden stumpf, andere entwickeln regelrechte Traumata, die sie ihr Leben lang nicht mehr los werden.

Des Reiters Beitrag zu den Problemen
Unter diesem Titel könnte man wahrscheinlich problemlos ein ganzes Buch zusammenstellen. Ich will mich beschränken. Ein Hauptproblem sehe ich darin, dass für viele Reiter Schwierigkeiten mit der Beizäumung überhaupt als Problem im Vordergrund stehen. Ein Pferd, das gegen den Zügel geht, hat aber in den seltensten Fällen grundsätzliche Probleme mit einer korrekten Haltung. Seine Wehrigkeit ist vielmehr eine der wenigen Möglichkeiten, dem Reiter klar und deutlich mitzuteilen, dass es mit seiner gesamten Arbeitsweise nicht zurecht kommt. Fast alle Pferde, die sich so verhalten, sind dabei selbst nicht glücklich und würden bei den richtigen Hilfen und gegebenenfalls etwas Geduld ihren Hals froh und dankbar entspannen und den Kopf fallen lassen. Ein weiteres großes Problem entsteht aber dadurch, dass oft gar nicht nach den Ursachen für die schlechte Kopf-Hals-Haltung geforscht wird. Es interessiert nicht das Warum, für viele Reiter zählt nur schnelle Abhilfe. Ohne groß nachzudenken wird also z.B. der in solchen Fällen besonders beliebte Schlaufzügel eingeschnallt, der Kopf runtergezogen und schon ist die Welt wieder in Ordnung ... eben nicht! Bloß, weil man die Alarmsignale mit Gewalt unterdrückt, lösen sich ihre Ursachen nicht auf. Im Gegenteil: Durch derart gefühlloses Vorgehen werden die Probleme des Pferdes oft noch verstärkt. Im Extremfall kann es zu schweren Fehlbelastungen kommen, die durchaus dauerhafte körperlichen Gebrechen nach sich ziehen können. Häufige Erscheinungen dieser Art sind z.B. Sehnenschäden der Vorderbeine, dauerhafte Rückenprobleme und der falsche Knick im Hals.

Der "falsche Knick"
In einem Artikel über Beizäumungsprobleme verdient der falsche Knick tatsächlich einen eigenen Absatz. Was ist das überhaupt? Schlecht gefaltet? Fast könnte man es so sagen. Genauer beschrieben sieht es so aus: In der korrekten Beizäumung ist das Genick der höchste Punkt der Hals-Kopf-Oberlinie. Das heißt, die Halswirbelsäule des Pferdes dehnt sich genau im Genick, um dem Kopf seine beinahe senkrechte Haltung zu ermöglichen. Hat ein Tier aber Schwierigkeiten mit dieser Dehnung, weil es sich aus den verschiedensten Gründen im Genick festhält, verspannt, steif macht, kann es den Kopf nicht in die gewünschte Position fallen lassen. Wenn nun gegen den Widerstand im Genick die Beizäumung erzwungen wird, sei es mit Schlaufzügel oder anderen Hilfszügeln, hat sich die dortige Verspannung und Steifheit natürlich nicht einfach aufgelöst. Da der Kopf nicht mehr vorgehen kann, dem Genick aber auch ein Nachgeben unmöglich ist, kommt es zu einem unnatürlichen und ungesunden Abknicken des Halses einige Wirbel vor dem Genick. Das ist in diesem Fall die einzige Möglichkeit für das Pferd, dem unnachgiebigen Druck des Gebisses auszuweichen. Ein falscher Knick ist auch für den Laien relativ leicht zu erkennen. Der höchste Punkt der Hals-Kopf-Oberlinie ist nicht mehr ein gewölbtes Genick, sondern ein oft recht eckiger Punkt des Halses etwa 10-20 cm vor dem Genick. Einmal durch Gewalt hervorgerufen, wird eine solche körperliche Beeinträchtigung erstens kaum wieder zu beheben sein und zweitens eine korrekte Beizäumung fast unmöglich machen. Auch Dressurrichter erkennen diesen Fehler, der bei der Notenfindung in jedem Fall negativ bewertet wird.

Ute Forler

*Kalender: Der August

                                        

Im August hat man manchmal schon genug vom Sommer, von der Trockenheit, der Hitze. (In diesem Jahr allerdings auch von dem ständigen Regen.) Auch die Pferde sind dann oft etwas lethargisch, zumal, wenn sie robust gehalten werden. Die Hitze zehrt eben doch, und die Nächte bieten wenig Abkühlung.

Jetzt ist der Eiweißgehalt des Grases gering, der Rohfasergehalt hingegen hoch. Die Grashalme sind lang und manchmal etwas hart; und wenn sie so hoch stehen, dass die Spitzen die Pferde in der Nase kitzeln, wenn sie die feinen Grashalme am Boden suchen, kann es passieren, dass sie die Suche danach einfach aufgeben.

So entstehen große Horste überständigen Grases; und wenn eine Weide nur solch hohes Gras enthält, kann es durchaus sein, dass ein Pferd auf dieser üppigenWeide hungert, weil es sich instinktiv scheut, den Kopf so tief ins Gras zu stecken, dass es seine Umgebung nicht mehr beobachten kann. Also sollte man immer wieder ausmähen, damit die Pferde kurzes Gras rupfen können. Das Schnittgut muss von der Weide geräumt werden, denn es kann das Nachwachsen jungen Grases verhindern. Es ist aber prima zur Beschattung des Misthaufens geeignet, falls es einem nichts ausmacht, wenn sich dort Grassamen ansammeln.

Überhaupt ist der August der Monat des Mähens. Jetzt kann  man ruhigen Gewissens auch Gräben und Waldränder ausmähen, denn die Jungtiere sind alle schon weg.

Gemäht wird auch das Getreide.

Das gibt nicht nur Stroh, sondern kurzzeitig auch Stoppelfelder, die man allerdings mit Vorsicht genießen sollte: Meist wird das Getreide relativ hoch abgeschnitten, so dass die Pferde tief reintreten müssen; junge Pferde müssen das erst lernen. Und der Boden ist knochenhart - das bedeutet, dass die Pferde durchaus einmal ausrutschen können. Wer hier fällt, knallt auf Beton. Grundsätzlich ist es immer gut, den Bauern um Erlaubnis zu bitten, ehe man über abgemähte Wiesen und Felder reitet.

Was die Pferde hingegen nicht lernen sollten, ist die Raserei auf dem Stoppelfeld. Nichts ist unangenehmer als ein Pferd, das beim Anblick eines Stoppelfeldes faktisch durchdreht und kaum noch zu regulieren ist. Das ist schon mehr als reiner Nervenkitzel. Also sollte man Felder grundsätzlich in allen Gangarten und viel in Bögen reiten, nicht immer nur geradeaus von einem Ende zum anderen rennen. Die Bögen zwingen das Pferd zur Konzentration, es muss auf sein Gleichgewicht achten und steht viel besser an den Hilfen des Reiters als im rasenden Galopp übers Stoppelfeld. Dass man sein Pferd ab und an mal kontrolliert düsen lassen kann, versteht sich von selbst. Spaß muss eben auch sein.

Im August kauft man den Strohbedarf fürs ganze Jahr. Am besten kauft man direkt vom Feld, denn das macht die Sache erheblich billiger, spart der Landwirt sich doch einmal Ab- und Aufladen. Stroh reinbringen ist eine staubige Angelegenheit und kann in Stress ausarten, wenn ein Gewitter am Horizont droht. Haltet immer genügend Erfrischendes bereit, wenn die Leute reinkommen - am besten Mineralwasser. Ein kühles Bier (gegebenenfalls) ist erst hinterher richtig.

Jetzt kann man auch nochmal die Weide nachsäen. Das macht man am besten an einem ruhigen, sonnigen Tag. Das Gras muss dazu abgetrocknet sein, sonst kleben die feinen Grassamen an den Halmen fest und rutschen beim nächsten Regen dorthin, wo sie eigentlich nicht gebraucht werden, nämlich an die Graswurzeln. Kleinere Stellen kann man durchaus mit der Hand nachsäen, wobei man mit dem Saatgut sehr sparsam sein kann. Wenn ein ganz, ganz bisschen Wind ist, wirft man das Saatgut einfach ein bisschen hoch, dann verteilt es sich schön.

Die Tage werden unmerklich kürzer, obwohl die Sommernächte lau sind. Zwar ist das junge Wild jetzt schon halb erwachsen  - dennoch sollte man nicht bis spät in den Abend im Wald reiten. Auch Wild will einmal Ruhe haben und nicht von Reitern gestört werden. Wenn es in der Woche nicht geht - am Wochenende gibt es kaum eine Ausrede, nicht morgens ganz früh zu reiten. Dann sind die Pferde am frischesten, und wenn man sich erst einmal selbst überwunden hat, wird man merken, wie schön es ist...

Außerdem ist es jetzt allerhöchste Zeit, den Pferden Kondition für die Herbstjagden anzureiten. Wenn man auf der Grundkondition aufbaut und das Training kontinuierlich steigert, haben die Pferde im Oktober eine Bombenkondition für die Jagd. Und die brauchen sie dann ja auch.

Uta Over


*Die Zahnaltersbestimmung


Da steht es nun vor einem: das Pferd - und ob klein oder groß, dick oder dünn, robust oder edel, in den meisten Fällen verrät es uns nicht besonders viel über sein Alter. Natürlich erkennt man ein Fohlen, und auch ein Jährling ist noch gut von einem erwachsenenPferd zu unterscheiden. Auch die Alten unter den Pferden lassen sich wieder etwas besser identifizieren, denn Stichelhaare, ein Senkrücken und vielleicht ein nicht mehr richtig verlaufender Fellwechsel sind nicht gerade Attribute der Jugend.


Das Alter des Pferdes: Keine leichte Frage

Doch was liegt nun dazwischen? Wer kann schon auf Anhieb sagen, ob das vor einem stehende Pferd fünf, sieben oder zwölf Jahre alt ist? Und selbst wenn man sich gerne in Schätzungen versucht, schwanken die Anzeichen gewaltig. So würde man wahrscheinlich ein Pferd, das mit einem erkennbaren Senkrücken auf der Weide vor sich hindöst, spontan älter einschätzen als ein aufmerksames Pferd, welches vielleicht gerade zügig über ein paar Hindernisse geht, und doch können es ein achtjähriges Pferd mit Rückenproblemen und ein zwanzigjähriges, gut trainiertes Pferd sein.

Auch der Charakter täuscht einen gerne, denn ein temperamentvolles Pferd wird immer jünger wirken als ein eher faules.


Das Einschätzen des Alters kann sehr wichtig sein

Nun gibt es natürlich Situationen, wie beispielsweise den Kauf eines Pferdes ohne Papiere, in denen man doch gerne etwas genauer wüsste, wie alt das Pferd nun eigentlich ist und sich vielleicht auch nicht auf den Verkäufer verlassen möchte, da das Alter schließlich auch Einfluss auf den Kaufpreis hat. Eine sehr viel genauere Möglichkeit, als nach den äußeren Merkmalen zu gehen, bietet die Altersbestimmung anhand der Zähne. Allerdings sind auch hier Abstriche zu machen, da es durchaus Schwankungen aufgrund von Beschaffenheit und Beanspruchung der Zähne gibt. Auch Fehler in der Stellung der Zähne oder Untugenden wie Krippensetzen verfälschen die Altersbestimmung durch verstärkte Abnutzung.


Die Zähne des Pferdes

Ein Pferd hat in Ober- und Unterkiefer je zwölf Backenzähne und sechs Schneidezähne, bei Hengsten und Wallachen kommen noch je zwei Hakenzähne hinzu. Bei den Schneidezähnen unterscheidet man zwischen Eckzähnen, Mittelzähnen und Zangen.

Da die Backenzähne des Pferdes nicht ohne weiteres sichtbar sind, beschränkt man sich bei der genauen Betrachtung auf die Schneidezähne. Als Anhaltspunkte zur Altersbestimmung nimmt man die Milchzähne, den Zahnwechsel, die Abnutzung der Reibeflächen und die Form der Zähne.

Für die Milchzähne gilt: Die Zangen erscheinen meist in der ersten Woche nach der Geburt, die Mittelzähne nach drei bis sechs Wochen und die Eckzähne nach sechs bis neun Monaten.


Der Zahnwechsel

Der Zahnwechsel verläuft beim Pferd ebenso wie beim Menschen: Die Milchzähne werden abgestoßen, und es erscheinen die bleibenden Zähne. Die Zangen wechseln im Alter zwischen zwei und drei Jahren, die Mittelzähne im Alter von drei bis vier Jahren und die Eckzähne im Alter von vier bis fünf Jahren.

Bis die Zähne soweit gewachsen sind, dass sie sich berühren und miteinander in Reibung treten, dauert es jeweils ein halbes Jahr.


Die Abnutzung der Zähne

Um zu verstehen, warum die Abnutzung der Zähne einem bei der Altersbestimmung helfen kann, muss man wissen, dass der Zahn des Pferdes zu Beginn eine sogenannte Kunde (Vertiefung) aufweist, die mit der Zeit durch die Abnutzung des Zahnschmelzes immer kleiner wird und schließlich verschwindet. Die Kunden im Oberkiefer sind doppelt so tief wie die im Unterkiefer, ihr Verschwinden dauert somit auch doppelt so lange.

Die Kunden der Zange im Unterkiefer sind mit ca. sechs bis sieben Jahren abgerieben, im Oberkiefer mit neun bis zehn. Die Kunden der Mittelzähne verschwinden ungefähr im Alter von sieben bis acht im Unterkiefer und von elf bis zwölf im Oberkiefer. Die Kunden der Eckzähne sind im Unterkiefer im Alter von acht bis neun Jahren, im Oberkiefer im Alter von elf bis zwölf Jahren abgerieben.

Bei Pferden über fünfzehn Jahren sind in den Zähnen keine Vertiefungen mehr zu sehen, ab diesem Alter wird die Bestimmung immer schwieriger und ungenauer. Hier dient als Anhaltspunkt noch die Form der Zähne, die mit zunehmendem Alter von oval über rund bis dreieckig geht. Auch stehen die Zähne beim alten Pferd oft immer schräger nach vorne.  


Wichtig oder nicht?

Wie man sieht, ist es auch anhand der Zähne nicht möglich, exakte Altersangaben zu machen. Doch in einer bestimmten Altersgruppe wird es schon ziemlich genau, und mit etwas Übung kann man bald jedem geschenkten Gaul wissend ins Maul schauen und eine ziemlich gute Alterseinschätzung abgeben.

Katinka Schnitker


* Zur Diskussion: Mein Wille ist Gesetz...


Das Wetter ist schön, man hat gerade besonders viel Zeit und Lust und möchte mal wieder richtig mit seinem Pferd arbeiten: Also nimmt man sich eine ganz besondere Lektion vor, die man üben möchte. Man hat sich gerade für diesen Tag irgendein Programm überlegt, und alles könnte so schön sein, wäre da nicht auch noch das Pferd. Denn dieses blöde Tier ist schon wieder völlig unkonzentriert, arbeitet einfach nicht mit, reagiert hysterisch oder stellt einfach auf stur... Unverschämtheit!

Oft hört man, dass sich Reiter wahnsinnig darüber aufregen, dass ihre Pferde wieder einmal nicht so "funktionieren", wie sie eigentlich sollten. Selten macht sich jemand Gedanken darüber, was wohl das Pferd von dem Programm hält, welches man sich als Reiter vorgenommen hat. Dies gilt nicht nur für eine Vorhandwendung oder einen Sprung, auch im Umgang erwarten wir Gehorsam: Das Pferd soll kommen, wenn man es ruft, beim Führen ordentlich neben einem gehen, angebunden stillstehen, die Hufe geben und so weiter.

Kurz gesagt: Das Pferd hat alles zu tun, was wir von ihm möchten, tut es dies nicht, werden wir sauer. Wir gehen also davon aus, dass wir aus irgendeinem Grund berechtigt sind, uns über ein anderes, eigenständiges Lebewesen zu stellen und zu bestimmen, was dieses zu tun hat.


Warum?

Nun sollte man sich vielleicht einmal fragen, warum wir so selbstverständlich davon ausgehen, dieses Recht zu haben: Naturgegeben ist es auf jeden Fall nicht, denn theoretisch kommt kein Pferd nur auf die Welt, um einen Menschen durch die Gegend zu tragen. Beobachtet man sein Pferd mal eine Weile, sollte einem denn auch recht bald auffallen, dass es, hat man es nicht gerade in einen Käfig gesperrt, nicht den ganzen Tag nur rumsteht und darauf wartet, dass ein Mensch kommt und ihm sagt, was es nun zu tun hat.

Eigentlich sind Pferde den ganzen Tag beschäftigt: Sie fressen, trinken, laufen, spielen, pflegen Sozialkontakte, tragen immer mal wieder kleinere Rangkämpfe aus oder beobachten irgendwelche, für sie scheinbar sehr interessanten Dinge.

Pferde leben also auch ganz gut ohne uns, doch sobald wir auf der Bildfläche erscheinen, übernehmen wir die völlige Kontrolle. Unser Wille ist Gesetz, was wir möchten, wird getan.

Nun zweifeln wir das Recht zu reiten und über ein Pferd zu bestimmen doch einfach einmal an und betrachten mit dieser Sichtweise einmal einige Aspekte, die zu unserem so beliebten Hobby gehören.


Verschiedene Methoden mit demselben Ziel

Reiten heißt absolute Kontrolle: Von dem Moment des Aufsitzens an bestimmt der Reiter alles, das Tempo, die Richtung, die Übung.

Wer nun eventuell etwas daran zu zweifeln beginnt, ob es richtig ist, seinem  Pferd gegenüber eine derartige Machtposition einzunehmen, der braucht überhaupt nicht erst zu versuchen, sich hinter irgendeiner besonderen Reitweise oder einer besonderen Umgangsmethode zu verstecken.

Nicht selten hört man, dass einige Reitweisen ganz gemein sind und man zum Glück eine tolle Alternative gefunden hat, doch ob Horsemanship oder Bodenarbeit, die Methode mag vielleicht eine andere sein, doch der Wille des Reiters wird durchgesetzt:

Zumindestens habe ich noch nie gesehen, dass jemand ein paar Stangen, Reifen, Hütchen und vielleicht noch eine Wippe aufgestellt hat, um dann sein Pferd mit dem Kommentar "So Schatz, möchtest du nun vielleicht mal ein bisschen Bodenarbeit machen?" loszulassen und einen Kaffee trinken zu gehen. Vielmehr besteht diese Form der Bodenarbeit darin, seinem Pferd klar zu machen: Du musst jetzt über diese Stangen, durch diese Reifen, um diese Hütchen und über diese Wippe gehen. Verwendet man hierzu eine Führkette und eine lange Gerte, ist der Zwang schon recht offensichtlich, schafft man hingegen alle Lektionen ohne irgendwelche Hilfsmittel, mag es vielleicht so aussehen, als folge das Pferd einem absolut freiwillig, doch eigentlich hat man es nur geschafft, sich auf einen Befehl zu reduzieren: "Du musst neben mir gehen, komme, was wolle!"

Natürlich gibt es freundliche und weniger freundliche und leider auch absolut unmögliche Methoden, doch das Ziel bleibt immer dasselbe: Der Reiter setzt seinen Willen durch.


Partnerschaftliches Reiten?

Unter diesem Aspekt scheint auch der Begriff des partnerschaftlichen Reitens mehr als fraglich zu sein.

Ja, man hört sie oft, die großen und so überaus gut klingenden Worte: "Mein Pferd ist mein Partner". Na, so wird es dann auch sicherlich sein:

Vor meinem geistigen Auge sehe ich all diese unglaubliche partnerschaftlich eingestellten Reiter im Gelände an einer Wegkreuzung stehen und sich mit ihren Pferden über die nun einzuschlagende Richtung abstimmen, denn schließlich assoziiert partnerschaftlich meistens auch gleichberechtigt. Also sollte man doch davon ausgehen können, dass sich alle Reiter, die ihr Pferd als Partner betrachten, stets mit diesem absprechen, also zum Beispiel: „Sollen wir reiten oder spazierengehen, sollen wir auf den Platz, in die Halle oder lieber ins Gelände, sollen wir springen oder Dressur üben?g Und natürlich die wichtigste aller Fragen, die ja wohl jeder partnerschaftliche Reiter seinem Pferd als allererstes gestellt hat: „„Möchtest du mir gehören, oder vielleicht doch lieber nicht?g

In Frage stellen lässt sich auch die Behauptung, das Pferd würde freiwillig mitarbeiten.

Da geht also ein Reiter auf die Weide, legt seinem Pferd ein Halfter an, an dem ein Strick befestigt ist, an diesem Strick führt er das Pferd in den Stall, bindet es dort fest, legt ihm einen Sattel auf, schiebt ihm ein Gebiss ins Maul, an dem vielleicht noch ein paar Hilfszügel befestigt sind, schnallt sich die Sporen um, nimmt seine Gerte, führt das Pferd am Zügel in die Halle und schließt dann die Tür hinter sich.

Dies sieht natürlich schon wahnsinnig freiwillig aus, und man fragt sich, wozu der ganze Aufstand, wenn man doch anscheinend nur Zuhause warten muss, bis das Pferd klingelt und ein bisschen freiwillig mitarbeiten möchte.


Strafe

Auch Strafe ist in diesem Zusammenhang ein mehr als heikles Thema: Nehmen wir einmal an, ich möchte reiten, klettere also zu diesem Zwecke auf ein Pferd. Auf diese Aktion meinerseits reagiert das Pferd dann auch unverzüglich, fängt an zu bocken und schmeißt mich von seinem Rücken wieder runter. Hier liegt also ganz offensichtlich ein Interessenkonflikt vor: Ich würde gerne oben sitzen, doch mehr oder weniger einfach zu deuten ist das Pferd dagegen. Was nun?

Die uns geläufige Reaktion auf solch ein Verhalten ist: Empörung! Schließlich liegt hier ein klarer Fall von Ungehorsam vor, und um dies für die Zukunft zu unterbinden, strafen wir das Pferd. So greifen wir denn gerne mal zur Gerte und schlagen zu, was ja auch unser gutes Recht ist, denn schließlich handelt es sich um unseren Rücken....- obwohl, eigentlich ist es ja der Rücken des Pferdes, aber das ist egal, denn wir möchten trotzdem bestimmen, wer wann und wie auf diesem Rücken sitzen darf.

Ganz grundsätzlich lässt dieses Problem jedoch auch noch eine andere Lösung zu: Wozu schließlich sind die Bücher ber die Sprache der Pferde so heiß begehrt, wenn man das erlernte Wissen dann nicht anwendet? Warum nicht einfach sein Pferd wieder auf die Weide stellen und mit dem guten Gefühl nach Hause fahren, dass man sein Pferd richtig gedeutet hat? Dann muss man sich eben damit abfinden, dass das Pferd offensichtlich nicht geritten werden möchte, aber einen Versuch war es immerhin wert, oder?


Haltung

Und die Haltung? Kann ich mir denn wirklich als guter Pferdebesitzer vorkommen, nur weil ich mein Pferd artgerecht halte? Ja, ist das denn nicht das allermindeste? Ist es denn tatsächlich nicht absolut selbstverständlich, dass ich mit dem Leben, das ich mir in meiner Arroganz als Mensch kaufe, sorgsam umgehe?

Die absolute Macht über ein Pferd erhält man natürlich erst, wenn man es in Boxenhaltung, ohne Auslauf oder Weidegang hält:

Die Zeit, die man selber anwesend ist, kontrolliert man sein Pferd wie jeder andere Reiter auch, und wenn man dann geht, lässt man sein Pferd mit einem für die nächsten zweiunzwanzig Stunden geltenden Befehl zurück: "Langweile dich!"

Reiter, die ihr Pferd auf diese Weise vor sich hinvegetieren lassen, sind übrigens nicht selten der Meinung, dass es ihren Tieren ausgesprochen gut geht, denn schließlich wiehern sie immer so freudig, wenn man kommt, und sehen dann auch ganz glücklich aus - und dies kann natürlich nicht daran liegen, dass man die einzig noch verbliebene Abwechslung darstellt, die dem Pferd noch geblieben ist.


Die konsequente Konsequenz ...

Was stellen wir also - nicht ohne Erstaunen, dass es vorher anscheinend noch keinem aufgefallen ist - fest? Offiziell hat uns überhaupt keiner erlaubt, über das Leben eines Pferdes je nach Lust und Laune zu verfügen. Alles, was wir bisher in unserer Freizeit getan haben, ist falsch und verwerflich: Wir sollten ein Pferd nicht führen, nicht reiten, nicht erziehen, nicht halten und schon gar nicht besitzen.

Zum Glück ist die Lösung so einfach wie das Problem: Wir hören alle auf zu reiten und lassen unsere Pferde frei! Da gibt es allerdings noch zwei kleine Haken: Erstens werden die Pferde spätestens vom übernächsten Auto überfahren, und zweitens waren die oben gezogenen Schlüsse vielleicht doch etwas überzogen...


... und die Realität

Also zurück zur Realität: Natürlich kann ein Pferd, das anständig gehalten und geritten wird, auch ein schönes Leben führen, und als Reiter ist man nicht automatisch ein Verbrecher. Wenn ich mit einem Pferd umgehen möchte, ist Erziehung unumgänglich, und um vernünftig eingesetzte Strafe kommt man auch nicht immer herum. Auch sollte jedem Reiter klar sein, dass reiten eben nur dann möglich wird, wenn das Pferd sich mir unterordnet, darauf achtet, was ich von ihm möchte, und dies auch ausführt.

Doch warum dann überhaupt die Überlegung, ob man das Recht hat zu reiten oder nicht? Meiner Meinung nach ist es für jeden Reiter mehr als sinnvoll, diese Überlegung hin und wieder ernsthaft anzustellen, denn auf diese Art und Weise kann man zu einer Sichtweise gelangen, in der immer auch ein leiser Zweifel mitschwingt und die einen dazu bringt, sein Handeln immer wieder neu zu überdenken und hoffentlich auch zu verbessern. So wird man zum Beispiel Strafen wesentlich bedachtsamer einsetzten, wenn man den Gehorsam des Pferdes nicht als selbstverständliches Recht betrachtet.

Auch seine Ansprüche kann jeder immer wieder prüfen: Wo ist Erziehung und Konsequenz absolut notwendig und wo ist es problemlos möglich, dem Pferd etwas mehr Spielraum zu lassen? Warum nicht jedem Pferd seine persönlichen Schwäcvhen und Eigenarten zugestehen und bei der Planung des Tages auch die Stimmung des Pferdes beachten? Schließlich möchte ich etwas vom Pferd und nicht umgekehrt, es liegt also auch an mir, mich dementsprechend dankbar zu verhalten.

Katinka Schnitker


*Zum Wiehern!

Reitstunden, Talent und die Sache mit dem Außenzügel


Als ich anfing zu reiten, war ich fest entschlossen, ein wirklich überragend guter Reiter zu werden und ab und an ein paar Turniere zu gewinnen; und als ich dann endlich von der Longe in meine erste "richtige" Reitstunde entlassen wurde, fühlte ich mich diesem Ziel dann auch schon ziemlich nahe gekommen.

Inzwischen kann ich mit Gewissheit sagen, dass man problemlos elf Jahre reiten kann und davon seit acht Jahren auf einem eigenen Pferd, ohne auch nur die entfernteste Ähnlichkeit mit einem guten Reiter zu haben, von wirklich überragend ganz zu schweigen.


Das Ziel stets vor Augen

Mein eigentliches Ziel habe ich in der gesamten Zeit wenn auch nicht wirklich konsequent verfolgt, so doch zumindestens nicht aus den Augen verloren. So kam es dann auch, dass ich irgendwann, nachdem ich ein paar Jahre lang ziemlich glücklich mit meinem Pferd durch den Wald geritten war, ohne mich ernsthaft von der hohen Kunst des Reitens irritieren zu lassen, beschloss, nun doch eine Karriere als Dressurreiter zu beginnen; und so meldete ich mich kurzentschlossen zum Unterricht an.

Nun war ich zum Zeitpunkt dieses Entschlusses fest von meinem und selbstverständlich auch vom Talent meines Pferdes überzeugt und machte mir deshalb auch keine Sorgen über die Form der Kommunikation, die wir uns während der vergangenen Jahre angewöhnt hatten und die sich aus Dressur, Western und effektvoller Drohung zusammensetzte.


Kein begeistertes Pferd

So hielt meine Begeisterung also vorerst noch an, während die meines Pferdes genau in dem Moment erlosch, als ich nicht wie gewohnt das Wanderreithalfter vom Haken nahm, sondern stattdessen die Trense aus den Tiefen meines Schrankes kramte.

Als wir dann tatsächlich Richtung Reitplatz und nicht in Richtung Galoppstrecken in den Wald abbogen, war der Tag, zumindestens für mein Pferd, schon gelaufen.

Den ersten Teil der Stunde, vor allem den vor dem Zügelaufnehmen, brachten wir ohne weitere Probleme hinter uns, doch dann zeigten sich langsam die ersten unangenehmen Eigenschaften der Reitlehrerin.


Typisch Reitlehrer

Zum Beispiel pingelige Genauigkeit. Ich meine, was soll das heißen: "Anhalten am Punkt", hätte es "Anhalten an der Seite" für den Anfang nicht auch getan?

Zudem war sie geradezu unglaublich stur, was sich besonders schön am Beispiel des Außenzügels zeigen lässt: Als sie das erste Mal bemängelte, mein Außenzügel würde schlackern, war ich ja noch gewillt, über die Tatsache hinwegzusehen, dass sie nicht erkannte, dass mein Außenzügel angenommen war, und ritt kommentarlos weiter. Anstatt nun die Sache auf sich beruhen zu lassen, bestand sie aber auch weiterhin auf ihrer abwegigen Behauptung; und als ich sie freundlich auf die vorliegenden Fakten aufmerksam machen wollte, handelte ich mir nichts weiter ein als Beschimpfungen, welche wohl ausdrücken sollten, dass sie solche Sprüche wie: "Habe ich ja" oder "Mach ich ja schon die ganze Zeit" von Reitschülern überhaupt am allerliebsten höre.

Auch gegenüber meiner Theorie, es könne sich bei dem Schlackern eventuell um ein optisches Zerrbild handeln, zeigte sie sich nicht besonders aufgeschlossen.


Dann eben nicht ...

Während dieser Diskussion beschloss mein Pferd irgendwann, dass Flucht immer die beste Verteidigung wäre, und fing an, im Renntrab den Platz zu umrunden. Als ich daraufhin meine Turnierpläne schon in ziemlich weite Ferne gerückt sah, gab mir meine Reitlehrerin dann noch den Rest, indem sie verlangte, nun selbst einmal mein Pferd zu reiten, und mir somit die Chance nahm, wenigstens eine Teilschuld auf mein Pferd zu schieben.

Tja, nun müssen wir uns eben doch im Springen versuchen, oder vielleicht lieber ein paar Westernturniere? Und wenn das auch nicht klappen sollte, muss mein Pferd eben tölten lernen - das Ziel heiligt schließlich die Mittel.

Katinka Schnitker



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