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Problempferde: Verweigern, Teil III - Handpferdereiten, Teil II - Richtig gefüttert, Teil I - Ein eigenes Fohlen? - Zum Wiehern!

Equikids Ausgabe 03/2013


Verweigerung am Sprung
Teil III

Was mache ich, wenn ...? Nachdem in den vorigen Ausgaben von Equikids den Fragen nach dem Warum nachgegangen wurde, geht es heute um praktische Tipps bei konkreten Problemen am Sprung. Für jede beschriebene Situation wird vorausgesetzt, dass vom Talent und vom Vermögen her sowohl Pferd als auch Reiter den Anforderungen prinzipiell gewachsen sind. Es geht heute nicht darum, den korrekten Springsitz oder die grundsätzliche Einwirkung der Hilfen zu erläutern. Vielmehr sollen kleine technische Hinweise helfen, das eine oder andere vermeidbare Problem in den Griff zu bekommen.

a) Was mache ich, wenn ...
...das Pferd im letzten Moment rechts oder links am Sprung vorbei zieht?


Diese bei vielen Pferden beliebte Variante der Verweigerung lässt so manchen Reiter ungewollt neben seinem Pferd landen. Schlimmer ist es, wenn der um sein Gleichgewicht ringende Reiter gegen den Hindernispfosten prallt. Ohne Frage geht es bei diesem Fehler also nicht nur um die Springdisziplin des Pferdes, sondern auch um die Sicherheit seines Reiters.

1. Geradliniges und mittiges Anreiten
Oberstes Gebot in einem solchen Fall ist es, das Pferd beidseitig sowohl mit den Schenkeln als auch mit den Zügeln sicher einzurahmen und es geradlinig genau auf die Mitte des Sprunges hin zu reiten.

2. Anreiten aus der Wendung
Weicht das Pferd grundsätzlich zu einer bestimmten Seite aus, kann man dieser Tendenz damit begegnen, dass man genau von dort aus einer Wendung heraus den Sprung ansteuert. Zieht das Pferd z.B. immer nach rechts, empfiehlt es sich, einen Zirkel auf der rechten Hand anzulegen und das Hindernis in diese gebogene Linie mit einzubeziehen. Bei korrekter Stellung und Biegung, also korrektem Innenbein und Außenzügel, wird es dem Pferd prinzipiell nicht mehr möglich sein, trotzdem noch nach rechts am Sprung vorbei zu laufen. Grundsätzlich driftet es eher nach außen als nach innen weg. Natürlich muss darauf geachtet werden, dass sich der Fehler nicht zur anderen Seite hin verschiebt.

3. Fänge
In gut ausgerüsteten Springställen kann man das Hindernis mit breiten Fängen einrahmen. Diese sollten massiv, standfest und achtungsgebietend sein. Außerdem ist es sinnvoll, wenn sie nicht ganz gerade neben dem Sprung stehen, sondern leicht gewinkelt das Pferd zum Sprung einladen.

4. Stangen als Fänge
In Ermangelung von Fängen können auch einzelne Stangen als Begrenzung auf eine nach vorne gedrehte Stangenauflage des Hindernisständers gelegt werden, um eine Art Korridor für die letzten Meter vor dem Sprung zu bilden. Sie wird sinnvollerweise etwas höher als die Stangen des Sprunges aufgelegt, um dem Pferd die Wahl pro Sprung zu erleichtern. Nicht bei allen Hindernisständern ist es möglich, die Auflagen in verschiedene Richtungen zeigen zu lassen. In dem Fall sollte ein zusätzlicher Ständer für die Begrenzungsstange dicht neben den des Hindernisses gestellt werden. Leichtsinnig ist es, die Stange auf die Spitze des Pfostens zu legen, da sie dort viel zu instabil liegt und leicht unbeabsichtigt herunterfallen kann. Das bedeutet eine schwer einzuschätzende Gefährdung von Ross und Reiter. Außerdem verleitet die sehr hoch liegende Stange so manches seitwärts ziehende Pferd zu dem äußerst gefährlichen Versuch des Unterdurchtauchens. Mindestens so risikoreich ist es, die als Fang gedachte Stange auf eine Stange des Hindernisses zu legen. Es kann leicht passieren, dass diese Stange z.B. wegen Bodenunebenheiten oder der Erschütterung durch das sich nähernde Pferd plötzlich nach innen rollt und eventuell mitten vor dem Sprung als echter Beinbrecher liegen bleibt.

5. Lange Korridore
Nützen Stangen oder Fänge nichts, kann ein langer Korridor wie beim Freispringen aufgebaut werden. Die Seiten können dabei z.B. mit Bändern begrenzt werden. Versucht ein Pferd dann immer noch, lieber über bzw. durch das Band als über das Hindernis zu springen, sollte man dieses Tier nicht mehr zum Springen einsetzen.


Mehr Tipps gibt es nächsten Monat!

Ute Forler


Handpferdereiten – Teil II


In der letzten Ausgabe von Equikids haben wir uns bereits mit dem Handpferdereiten sowohl als Bestandteil der Ausbildung des Jungpferdes als auch als Bewegungsmöglichkeit für ungerittene Pferde überhaupt befasst. Dieses Mal wird es etwas konkreter: Was gehört alles zum Handpferdereiten?


Die Ausrüstung

Westernsättel sind für das Handpferdereiten natürlich ideal, sofern sie eine Fork haben. Selbstverständlich bindet man das Handpferd nicht an der Fork des Reitpferdesattels fest - aber im kritischen Moment kann man den Führzügel schon einmal darüberziehen, und das möglicherweise ungestüme Jungpferd renkt einem nicht den Arm aus.

Jeder andere Sattel geht natürlich auch und ist ansonsten von untergeordneter Bedeutung.

Wichtiger ist die Ausrüstung des Handpferdes. Zu Anfang nimmt man das junge Pferd - wenn irgend möglich - mit einem Kappzaum mit. Über den Ring auf der Nase hat man eine optimale Einwirkung und kann das Jungpferd in Krisensituationen immer seitlich heranziehen.

Normalerweise führt man ein Handpferd mit Halfter, eventuell mit eingeschnallter Führkette. Dabei sollte die Führkette anders verschnallt werden als oft empfohlen, nämlich wie folgt: Beim rechts neben dem Reiter gehenden Pferd wird die Führkette zuerst von links außen seitlich durch den Metallring gezogen, einmal um das Nasenteil des Halfters gelegt, damit es über den Nasenteil und nicht pur auf die Nase wirkt, und dann auf der anderen Seite wieder im seitlichen Ring von innen nach außen geführt. Jetzt wird die Kette im Gegensatz zu der beispielsweise von Linda Tellington-Jones propagierten Weise nicht oben am Halfter festgemacht, sondern unten durch den Kinnring gezogen und dann im linken Ring festgemacht. So verhindert man, daß man in Extremsituationen ein rutschendes Halfter hat, das dem Pferd auf das rechte Auge drücken würde.

Viel eleganter und für das Pferd angenehmer ist jedoch das kolumbianische Bosal, ein Halfter mit beweglichem Nasen- und Kinnteil und eingelegten Metallnoppen, die dick mit Leder abgepolstert sind. Hier wird der Führstrick in den Kinnteil eingeschnallt.

Der Reiter sollte in jedem Fall Handschuhe tragen, damit ihm der Führstrick nicht durch die Finger gleiten kann. Ein möglichst dicker, griffiger Führstrick ist dabei besser als eine Lederleine.

Von Vorteil ist es, wenn man mit Gerte reiten kann. Die Gerte gehört in die Hand, die den Führstrick hält und kann so ein möglicherweise zurückfallendes Handpferd vorsichtig herantreiben, ein vorstürmendes Pferd mit vor das Gesicht gehaltener Gerte stoppen oder es seitlich wegtreiben, wenn es in gewissen Situationen zu sehr an das Reitpferd drängeln sollte. Voraussetzung dafür - wie für das Handpferdereiten überhaupt - ist eine gründliche Basisausbildung.


Die Ausbildung

Das Reitpferd muss voll ausgebildet, zuverlässig und ruhig sein, desgleichen der Reiter.

Die ersten Übungen sollten unbedingt in einem umgrenzten Raum stattfinden; einer Reithalle, einer Bahn oder auf einer großen Wiese. Nur wenn die beiden Pferde und der Reiter sich sehr gut kennen, kann es der Reiter wagen, die Ausbildung allein zu beginnen - besser ist in jedem Fall ein Gehilfe.

Der hält auch das Handpferd beim ersten Aufsitzen des Reiters ruhig an der Hand und gibt den Führstrick dem Reiter, sowie dieser aufgesessen ist. Am besten reitet man zuerst entlang einer Begrenzung, damit es vorwärts und nicht seitwärts geht. Dabei kommen die stimmlichen Kommandos zum Einsatz, die Reit- und Handpferd vorher kennen sollten: „Komm mit!“ oder „Geh voran“ - je nachdem, wie man es geübt hat. Ebenso sollten die Pferde die Kommandos „Langsam“ und „Halt“ kennen sowie den Befehl „Zurück“.

Die Stimme spielt beim gemeinsamen Reiten eine große Rolle. Man kann mit ihr auffordern oder beruhigen, ja sogar strafen.

Fordert man das junge Pferd auf, anzutreten, so sollte es dies unverzüglich tun. Bei den ersten Malen kann ein Helfer mit einer vorsichtig eingesetzten langen Gerte (keinePeitsche!) nachhelfen. Geht man die Sache in Ruhe an und gibt dem Pferd die Möglichkeit, diese ihm ungewohnte Situation zu begreifen und nachzudenken, was man von ihm will, wird das Antreten ebenso wie das Anhalten nach drei bis vier Malen klappen. Das sollte für das erste Mal Handpferdereiten auch genug sein, denn diese erste Lektion bedeutet Denkarbeit für das junge Pferd. Man sollte es jetzt entlassen und erst am nächsten Tag wieder zu dieser Arbeit heranziehen.

In der Ausbildung auf isländische Art macht man es anders: Man bindet das junge Pferd an den Bauchgurt eines bereits zuverlässigen Handpferdes, welches neben einem wiederum zuverlässigen Reitpferd geht. Das gibt zu Anfang meist ein bisschen - oder ein bisschen mehr - Geziehe und Gezerre, dann geht das Jungpferd aber relativ problemlos neben dem Handpferd. Dazu gehört allerdings ein wahrhaft bombenfestes Handpferd, das sich von einem tobenden Jungpferd nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Diese Art Ausbildung verläuft weniger nach dem Prinzip Kommunikation als nach dem Prinzip, dass das junge Pferd konsequent dem Druck - in diesem Fall dem Druck des Halfters - ausweicht, eine eher pragmatische Sache. Ob das beispielsweise mit einem Vollblüter gut geht, und ob mancher Reiter dies möchte, mag dahingestellt bleiben.

Sowie das junge Pferd begriffen hat, dass es neben dem Reitpferd zu gehen hat, kann man ins Gelände gehen, am besten in Begleitung eines anderen Reiters, denn drei Pferde sind schon eine „Herde“  - und das gibt dem jungen Pferd Sicherheit. Im Laufen im Gelände kann sich das Jungpferd entspannen. Ist es für das Jungpferd in der Bahn schwierig, Kurven neben dem Reitpferd zu gehen, so ergibt sich das im Gelände ganz selbstverständlich.

Dass die Gangart Galopp erst eingeschlagen werden darf, wenn auch das junge Pferd relativ „bombenfest“ ist, sollte selbstverständlich sein. Bei den ersten Ausritten sollte der Trab dominieren, denn „vorwärts“ ist immer gut für junge Pferde.


Die Sache mit den Hindernissen

Hindernisse wie Pfützen, Wasserläufe, Engpässe, Brücken etc. gibt es überall, und dazu muss das Handpferd gelernt haben, rechts und links neben dem Handpferd zu gehen und notfalls auch eine halbe Pferdelänge dahinter.

Das übt man am besten auf einem Platz mit aufgestellten künstlichen Hindernissen. Wenn das Handpferd schon etwas länger neben dem Reitpferd geht und dies gelassen bewältigt, macht es ihm meistens Spaß, etwas Neues zu proben. Und was man auf dem Platz geübt hat, lässt sich im Gelände dann leicht umsetzen. Wenn man länger mit einem Handpferd reitet und sich ein gewisses gegenseitiges Vertrauen herausgebildet hat, wird man auch feststellen, dass das Handpferd anfängt, „selbständig zu denken“. Von selbst wird es vor Schmalstellen zurücktreten und ohne Einwirkung des Reiters gehorsam hinter dem Reitpferd gehen, nach der Schmalstelle wird es dann wieder aufziehen.


Handpferdereiten - immer mal wieder!

Egal, in welchem Reitstil oder in welcher Sportdisziplin man reitet: Wenn man über mehr als ein Pferd verfügen kann, sollte man es den Pferden zwischendurch immer mal wieder gönnen, gemeinsam im Gelände laufen zu dürfen. Sie genießen das so sehr! Und auch der Reiter wird - allerdings nur dann, wenn die Pferde gut ausgebildet sind.... - erfrischt und entspannt von einem solchen Ritt zurückkommen.

Uta Over


Fütterungstechniken -

Nicht nur auf’s „Was“, auch auf das „Wie“ kommt es an!

Teil I


Die meisten Erkrankungen im Verdauungstrakt des Pferdes sind sozusagen „hausgemacht“.  Koliken, Magenüberladung, Schlundverstopfung – alles Krankheiten, die durch Fütterungsfehler entstehen.

Es kommt also nicht nur darauf an, was man füttert, sondern auch wie man füttert. Viele Fütterungstechniken scheinen bei dem heutigen Fertigfutter regelrecht in Vergessenheit geraten zu sein.

Dazu gehören beispielsweise so simple Dinge wie das richtige Heu-Aufschütteln, denn Heustauballergiker werden keineswegs geboren – sie werden regelrecht „gemacht“. Und auch das im Grunde einfach zu verabreichende Fertigfutter wird den Pferden oft falsch angeboten.


Grundsätzliches

Es gibt einige grundsätzliche Dinge, die zu berücksichtigen sind.

Pferde sollten mehrmals am Tag gefüttert werden. Ausnahme sind Weidepferde oder robust gehaltene Pferde im Winter, die dann meist ständig Heu zur Verfügung haben.

Die Fütterungszeiten sollten besonders bei in Boxen gehaltenen Pferden eingehalten werden. Der Organismus des Pferdes stellt sich darauf ein. Füttert man viel später als gewohnt, schlingen die Pferde, was zu Koliken führen kann. Mehr als eine Stunde Toleranzzeit sollte man nicht einplanen.

Pferde brauchen nach dem Reiten genügend Zeit zur Beruhigung, bis gefüttert wird. Sie dürfen zwar etwas Wasser trinken, aber nicht viel. Sowie sie ruhig sind, kann Heu gefüttert werden.

Wenn keine Selbsttränken vorhanden sind, sollte man die Pferde vor dem Füttern tränken. Wird nach dem Füttern getränkt, verlässt die Nahrung zu schnell den Magen.

Selbsttränken sollte man wenn irgend möglich während der Fütterungszeiten abstellen. Viele Pferde merken, dass sie weniger zu kauen brauchen, wenn sie das Heu kurz in die Tränke tauchen. Dadurch wird es aber nicht genügend eingespeichelt, was wiederum die Verdauung beeinträchtigt.

Es wird immer erst das Basisfutter gefüttert, also Heu oder Silage. Es ist leicht verdaulich und bringt den Verdauungstrakt in Schwung. Erst wenn das Heu etwa zur Hälfte gefressen ist,  reicht man das schwerer verdauliche Kraftfutter.


Einzelne Futtermittel


Heu

Heu ist das Grundnahrungsmittel der Pferde. Seine Struktur sollte grob sein. Zweiter Schnitt (Grummet) oder zu weiches Heu (Rinderheu) ist abzulehnen, weil der Verdauungstrakt des Pferdes die grobe Struktur benötigt, um effektiv arbeiten zu können.


Fütterungstechnik

Heu wird (außer in sehr seltenen Ausnahmen) in Pressballen geliefert, seien es kleine Ballen, große Rundballen oder große Viereckballen. Immer ist das Heu zusammengepresst und muss gründlich ausgeschüttelt werden.

Beim Aufschütteln wird immer eine gewisse Menge Staub frei. Das bedeutet, dass man Heu niemals in der Stallgasse oder gar in der Box aufschütteln darf. Am besten schüttelt man das Heu im Freien auf (auch wenn das bei Regen manchmal schwer fällt – immer noch einfacher, als später Heuallergiker mit nassem Heu oder Graspellets  zu füttern...) und trägt das aufgeschüttelte Heu in den Stall.  

Früher gab es in den Ställen üblicherweise Heuraufen, die über Augenhöhe der Pferde angebracht waren. Abgesehen davon, dass den Pferden der Reststaub oder die Grassamen beim Herauszupfen der Halme in die Augen fallen, ist diese Fresshaltung völlig unnatürlich. Pferde fressen natürlicherweise mit gesenktem Kopf und somit hochgewölbtem Rücken. Die Fresshaltung mit hohem Kopf und durchgedrücktem Rücken ist für die Pferde anstrengend und führt über die Jahre zu körperlichen Schäden.

Heu füttert man am besten vom Boden, und zwar möglichst nicht in hohen Haufen, in welche die Pferde ihren Kopf bis zu den Augen hineinstecken können, sondern flach ausgebreitet. Dann atmen  die Pferde möglichst wenig den immer noch im Heu vorhandenen Staub (das lässt sich nicht vermeiden) und den Grassamen ein.

Das in manchen Büchern etwas romantisiert als „wohliges Schnauben“ beschriebene Ausprusten der Luft bedeutet nämlich nur, dass den Pferden etwas in die Atemwege gekommen ist, was dort stört und herausgeschnaubt wird.

Je weniger die Pferde schnauben, desto sauberer ist das Heu.


Silage

Silage ist angegorenes Futter, sei es Heu oder Mais, und somit sensibel zu handhaben. Damit die Silage nicht schimmelt, muss sie luftdicht verschlossen sein. Durch die hohe Restfeuchtigkeit ist eventueller Staub im Futter/ans Futter gebunden.


Fütterungstechnik

Silage wird in Ballen geliefert, die mit vielen Schichten Plastik luftdicht verschlossen sind. Dieses Plastik muss übrigens korrekt entsorgt werden – eine umweltfreundliche Angelegenheit ist diese Verpackung also nicht gerade.

Wenn ein Ballen angeschnitten ist, muss die Schnittstelle nach dem Entnehmen der jeweiligen Portion bestmöglich verschlossen werden, denn jede eindringende Luft kann zum Schimmeln führen.

Sowie man Schimmelstellen entdeckt, ist der gesamte Ballen zu entsorgen, denn die Verfütterung kann zu Erkrankungen führen.

Eine weitere Gefahr bei Silageballen ist der Botulismus durch tote Tiere oder Teile von toten Tieren (Ratten, Mäuse, Vögel) im Silageballen.

Was sich beim Heu und besonders bei Kleinballen relativ mühelos lokal entsorgen lässt, geht hier nicht. Durch das im Ballen herrschende Klima verteilt sich das Leichengift auf das gesamte Futter. Ballen, in denen ein totes Tier oder ein Teil eines toten Tieres  gefunden wird, müssen komplett entsorgt werden. Die Futteraufnahme durch Pferde kann zum Tode führen.

Einmal angeschnittene Silageballen sollte man kühl lagern und innerhalb von 2 – 3 Tagen verfüttern, was für kleinere Pferdebestände ein Problem ist. Denn es gibt kaum Ballen, die so klein sind, dass etwa 3 Pferde sie in 3 Tagen auffressen können. Die wenigen Kleinstballen, die auf dem Markt vertrieben werden, sind extrem teuer.

Silage braucht aufgrund seiner Struktur kaum oder gar nicht aufgeschüttelt werden.



Weitere Futtermittel und die dazugehörigen Techniken sind unser Thema im nächsten Monat.

Uta Over


Zur Diskussion:

Ein eigenes Fohlen - ein großes oder blaues Wunder?


Ein eigenes Fohlen, was für eine schöne Vorstellung!

Fohlen sind einfach wundervoll, sie sind klein und niedlich und weich und sie haben tatsächlich schon alles an sich, was ein richtiges Pferd braucht....

Den ganzen Tag könnte man damit zubringen, an einer Wiese zu stehen und einem Fohlen zuzuschauen, wie es spielt und läuft oder vorsichtig seine Umwelt erkundet. Ja, sogar wenn Fohlen schlafen, sind sie entzückend, und welcher Reiter sieht es nicht gerne, wenn ein Fohlen geborgen bei seiner Mutter trinkt? Spätestens wenn so ein Miniaturpferd auf einen zukommt und einen mit seinen kleinen Nüstern anschnaubt, sollte es um einen geschehen sein.

Kein Wunder also, dass sich so viele Menschen ein eigenes Fohlen wünschen; und so schwer scheint die Erfüllung dieses Wunsches ja auch gar nicht zu sein. Was für Probleme sollte so ein kleines Pferd schon machen? Und als Reiter weiß man ja schließlich auch, wie man mit Pferden umgehen muss, und wer ein erwachsenes Pferd betreuen kann, na - für den sollte ein Fohlen ja nun erst recht kein Problem sein, oder etwa doch?


Der Weg zum eigenen Fohlen

Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, zum eigenen Fohlen zu kommen: Entweder man kauft eins oder man lässt seine eigene Stute decken.

Unkomplizierter ist es sicherlich ein Fohlen zu kaufen, schließlich kann man fertige Fohlen schon beurteilen und sich ein entsprechendes aussuchen.

Doch die eigene Stute decken zu lassen, finden viele Reiter besonders reizvoll: Immerhin kann man so schon einmal die ganze spannende Zeit der Trächtigkeit mitverfolgen, und wie schön muss es erst sein, die Geburt seines "eigenen" Fohlens miterleben zu dürfen? Auf diese Weise erhält man die Gelegenheit, ein Pferd vom ersten Tag an verfolgen zu können, und in der Regel kann man auch immer einige Eigenschaften der Mutter beim Nachwuchs wiedererkennen.


Einfach züchten?

Ein Fohlen zu produzieren scheint ja ziemlich einfach zu sein. Schließlich braucht man, wenn man schon stolzer Besitzer einer Stute ist, nur noch einen Hengst, und schon kann es losgehen. Doch ist die Auswahl des richtigen Hengstes gar nicht so einfach. Soll man nun einfach irgend einen nehmen, weil der eben so nett aussieht? Natürlich ist dieser Weg möglich, doch ist stark zu bezweifeln, dass er auch besonders sinnvoll ist. Nur dann, wenn beide Eltern in einem Zuchtverband registriert sind, erhält das Fohlen entsprechende Abstammungspapiere. So steht dem hoffnungsvollen Züchter schon in der Planung einiger Aufwand bevor.


Ein Pferd mehr auf der Welt

Doch auch wenn man in all dem keine Schwierigkeiten sieht, sollte man sich vielleicht erst einmal überlegen, ob es denn zur Zeit wirklich sinnvoll ist, noch ein Pferd in die Welt zu setzten. Wenn man sich umsieht, gibt es schließlich schon genug Pferde: Die Angebote von professionellen Züchtern sind vorhanden, und die Zeitungen sind voll von Pferden aus privater Hand.

Wenn man dann noch bedenkt, wie vielen Pferden es bei uns wirklich schlecht geht, ist es dann nicht viel sinnvoller, einem Pferd, das nun schon einmal da ist, ein gutes Leben zu ermöglichen, als noch zusätzlich eins zu produzieren?

Und was soll aus meinem Fohlen erst werden, wenn es einmal groß ist? Kann ich es selber behalten, und bin ich in der Lage, ihm stets ein gutes Leben zu ermöglichen, oder beabsichtige ich, das Pferd zu verkaufen? Und wenn ich es verkaufen möchte, kann ich wirklich sicher sein, einen Besitzer ausfindig zu machen, wie ich ihn mir für mein Pferd vorstelle?

Kann man die Verantwortung für das Leben, welches man in die Welt zu setzten gedenkt, denn wirklich auch in letzter Konsequenz tragen?


Und wenn es da ist?

Ob nun gekauft oder gezüchtet, nehmen wir an, das Fohlen ist da. Ist die Fohlenaufzucht dann wirklich so einfach, wie sie scheinen mag?

Zuerst einmal sollte ein Fohlen, wenn es geht, auch in Fohlengesellschaft aufwachsen. Es gilt also einen Platz zu finden, wo auch andere Fohlen untergebracht sind.

Hat man seine Stute bisher in einer Box gehalten, aber sie jeden Tag gut bewegt und war mit dieser Haltung einigermaßen zufrieden, kann man die jetzt ganz schnell aufgeben, denn ein Fohlen gehört in Gesellschaft nach draußen, wo es sich frei bewegen kann. Wenn es um ein Fohlen geht, sollte also das Thema „Artgerechte Haltung“ noch größer geschrieben werden als sowieso schon, denn da man mit einem Fohlen nicht wie mit einem erwachsenen Pferd arbeiten kann, fällt jegliches Ausgleichsprogramm zu freier Bewegung einfach weg.

Noch eine Stufe schwieriger kann das Ganze dann noch mit einem Hengstfohlen werden, denn eine artgerechte Hengstaufzucht zu finden kann je nach Gegend recht schwer werden.


Vom Fohlen zum Pferd

Nun dauert es ja einige Zeit, bis aus dem Fohlen ein Pferd wird, und diese Zeit gestaltet sich auch nicht immer so unkompliziert, wie man das gerne hätte. Dies kann schon mit der Fütterung anfangen: Kümmert ein Fohlen trotz der Milch vor sich hin, kann man schon bald jede Menge Zeit und Geld in Zusatzfütterung stecken.

Und wo man gerade beim lieben Geld ist, sollte man auch bedenken, dass sich gerade Fohlen außerordentlich gerne verletzten oder krank werden.

So ist jeder Züchter heilfroh, wenn ein Fohlen aus dem gröbsten raus ist, ohne mehr Geld geschluckt zu haben als es einbringen kann.


Die Erziehung

Über die Erziehung eines Fohlens machen sich viele Reiter gar nicht so viele Gedanken, denn wer so ein kleines, niedliches, harmloses Geschöpf sieht, kommt nicht direkt auf irgendwelche Dominanzkämpfe, die es zu bestreiten gibt.

Für so ein Fohlen braucht man Geduld und Liebe. Dies hört man oft, und es ist auch sicherlich nicht falsch. Wenn man dabei jedoch vergisst, von Anfang an gewisse Grenzen zu setzten, wird man bald vor ungeahnten Schwierigkeiten stehen.

Findet man es etwa außerordentlich niedlich, wenn ein kleines Fohlen beim Führen steigt, sollte man sich fragen, ob es bei einem Jährling oder auch bei einem ausgewachsenen Pferd immer noch amüsant ist.

Gerade die allzu verhätschelten Fohlen kriegen später einmal massive Probleme, weil irgendwann keiner mehr bereit ist, sich gewisse Unarten gefallen zu lassen. Solche Pferde, die als ach so geliebte Fohlen angefangen haben, enden oft als als gefährlich verschrieene Pferde, die dann kaum noch Chancen auf ein schönes Leben haben. Dies ist leider ein oft zu beobachtendes Beispiel von falsch verstandener Tierliebe.

Doch auch den Fehler, die Kraft eines jungen Pferde zu unterschätzten, sollte man nicht machen. Auch ein Fohlen kann durchaus schon gefährlich werden. Im Prinzip gehört also auch die Erziehung eines jungen Pferdes schon in fachkundige Hände.


Fohlen bleibt ein Pferd nicht lange

Viele Probleme werden vielleicht dadurch wieder wett gemacht, dass man sich jeden Tag an seinem süßen Fohlen erfreuen kann, doch dazu sei gleich gesagt, dass sich dieser Zustand nicht so lange hält, wie man möchte. Schon ein Jährling hat schon einiges vom "Klein Kindchen Schema" abgelegt, und auch wenn man sein Pferd deswegen nicht weniger lieben sollte, geben junge Pferde in der Wachstumsphase nicht immer ein beeindruckendes Bild ab. Und die Zeit, in der jeder Vorbeikommende stehen bleibt, um einem zu versichern, wie entzückend dieses Fohlen sei, ist längst vorbei.

Nun hat man also ein Pferd, welches dem Fohlenstadium entwachsen ist und gleichzeitig noch weit vom ausgewachsenen Reitpferd entfernt ist. Mit anderen Worten: Nun hat man ein Pferd, mit dem man sich noch nicht wirklich intensiv beschäftigen kann, sondern das man nur versorgen und füttern muss.

Und anders als in vielen Büchern beschrieben wird man von diesem Pferd, in das man schließlich ziemlich viel investiert, auch noch häufig als lästige Störung empfunden, wenn man es aus der Weide und von seinen Artgenossen entfernt, um an ihm herumzutüddeln.


Die Ausbildung naht

Ist das Pferd dann endlich in dem Alter, in dem man anfängt mit ihm zu arbeiten, sieht man sich häufig vor neue Schwierigkeiten gestellt.

Die Vorbereitung, also etwa das Anlongieren oder das Gewöhnen an Sattel und Trense, mag man mit etwas Geduld und Mühe ja noch hinbekommen, doch spätestens beim Anreiten scheitert man als "normaler" Reitschulenreiter ganz schnell. Hier bietet sich einem die Gelegenheit, ein Pferd in kürzester Zeit gründlich zu verderben. Jeder Fehler, den ich mache und den ein erfahrenes und gut ausgebildetes Pferd vielleicht noch gut verkraftet, hat bei einem jungen Pferd unweigerlich Konsequenzen.

Beschließt man nun unter richtiger Einschätzung seiner reiterlichen Fähigkeiten, die Ausbildung einem Profi zu überlassen, kommt ein Kostenfaktor auf einen zu, den man auf jeden Fall von Anfang an mit einkalkulieren sollte.

Dann ist natürlich Profi nicht gleich Profi, und wenn ich schon beschließe, dass ich selber es nicht gut genug machen kann, ist es wohl verständlich, dass ich dann auch wirklich einen guten Bereiter für mein Pferd möchte. Eine gute Ausbildung dauert allerdings auch ihre Zeit und kostet somit mehr Geld.


Lohnt es sich?

Lässt man sich all dies noch einmal durch den Kopf gehen und bedenkt dabei nochmals, dass ja schon ein Überangebot an Pferden besteht, sollte man sich wirklich fragen, ob sich das Ganze lohnt. Die meiste Zeit seines Lebens ist ein Pferd normalerweise schließlich erwachsen, also ist dieser Zustand doch im Endeffekt dafür ausschlaggebend, ob ich mit einem Pferd glücklich werde oder nicht.

Vielleicht ist ein gut ausgebildetes "fertiges" Pferd ja doch die bessere Wahl, und an Fohlen kann man sich ja auch erfreuen, wenn es nicht die eigenen sind, oder?

Ich bin mir auf jeden Fall sicher, ss mir mein Pferd auch nicht mehr bedeuten könnte, wenn ich ihn schon als Fohlen besessen hätte.

Katinka Schnitker


Die Qual der Pferdewahl


Um das richtige Pferd zu finden, muss man folgende Punkte beachten...

Wie viele Bücher behandeln eigentlich dieses Thema, und vor allem wie vergeblich? Da werden nun seitenlange Abhandlungen darüber geschrieben, welches Pferd sich besonders gut für welches Einsatzgebiet eignet. Es wird ausführlich erklärt, warum ich mir für eine ambitionierte Springreiterkariere eben nicht unbedingt einen Friesen kaufe, warum man als absoluter Anfänger vielleicht besser keinen dreijährigen Hengst ersteht, und dass sich ein Traber vielleicht doch nicht so ausgezeichnet für die klassische Dressur eignet, wie seine Vergangenheit auf der Rennbahn ja anscheinend vermuten lässt... Und es ist ja nicht so, dass diese Dinge einfach nur behauptet werden - nein, sie werden erklärt, sie werden ausführlich und verständlich erklärt, doch wozu führt dies? Werden dank dieser Aufklärung sinnvoll Pferde gekauft? Man muss sich eigentlich nur einmal in den Reitställen umschauen, um in diesem Chaos der Pferd-Reiter-Kombinationen die Antwort zu finden.


Von vornherein vergebens...

Manche zukünftigen Pferdebesitzer sind von vornherein schon hoffnungslose Fälle. Hier hat man tatsächlich das Gefühl, dass sie einfach schon mit dem Entschluss, etwa einen Isländer zu kaufen, auf die Welt gekommen sind. Ihre Argumente sind klar und einleuchtend: Isländer sehen sooooo süß aus, und dann diese entzückenden wuscheligen Mähnen - so einen muss ich auch haben! Wenn man sich nicht unnötig aufregen möchte, sollte man so ein Gespräch genau an dieser Stelle beenden, wo es ja schließlich noch im Bereich des Möglichen liegt, dass die Person zusätzlich auch sehr an Tölt oder Pass interessiert ist und das feurige Temperament dieser Rasse zu schätzen weiß. Fragt man jedoch weiter, kann es einem passieren, dass man erfährt, dass dieser Isländer in Zukunft ein besonders ruhiges und ausgeglichenes Westernpferd werden soll. Tölt ist hier natürlich nicht entscheidend, solange Platzierungen in den Westerngangarten erreicht werden, und außerdem sieht der Westernsattel zu der schon erwähnten Wuschelmähne bestimmt außerordentlich schick aus!

Auch Rassen wie Friesen oder Andalusier sind stark gefährdet, denn diese Tiere sehen einfach zu schön aus, und auch der schlechteste Reiter kann mit einem Andalusier in Aktion noch gekonnt von den eigenen Fähigkeiten ablenken. Die Frage nach dem Sinn des Kaufes erübrigt sich allerdings, da sie viel zu häufig „Angabe“ lauten müsste, was natürlich keiner zugibt, und weshalb dann irgendwelche fadenscheinigen Erklärungen folgen würden.


Was wirklich interessiert

Es gibt jedoch auch Reiter, welche nach der intensiven Lektüre eines Buches über den richtigen Pferdekauf geläutert zu sein scheinen: Sie haben sich ernsthaft überlegt, was sie gerne machen möchten, welches Pferd sich eignen würde, und ziehen los, um einen guten Kauf zu tätigen. Erschreckend ist jedoch, dass die meisten dieser Menschen schon lange vor ihrem eigentlichen Ziel abgefangen werden, und so steht dann plötzlich doch wieder ein unausgebildetes Pferd vor der Tür und koppt fröhlich vor sich hin, aber es hat einen doch so süß angesehen, mit seinen wunderschönen dunklen Pferdeaugen...

Wenn man also möchte, dass Pferd und Reiter zusammenpassen, dann bleibt einem nur die Möglichkeit, zuerst in intensiven Verhören Fähigkeiten und Interessen des Reiters zu ergründen, diesen dann einzuschließen und in Ruhe ein Pferd kaufen zu gehen.

Bücher, die sich an den Käufer selber richten, können sich diese ganze Recherche über Interieur, Besonderheiten und Fähigkeiten der verschiedenen Rassen sparen und lieber direkt zu den Punkten kommen, die wirklich interessieren: Welche Farbe hat das Pferd, hat es eine wuschelige Mähne oder eine seidig glatte, welcher Sattel steht ihm besonders gut, beißt sich eine rosa geblümte Satteldecke mit der Augenfarbe - und auch noch ganz wichtig: Was kann ich meinen Freunden erzählen, um mit diesem Pferd Eindruck zu machen? Vielleicht sollte ich selber so ein Buch schreiben, denn eigentlich müsste es auf reges Interesse stoßen, nennen würde ich es: die richtige Pferdewahl, mit Farbfotos und Beauty Tipps...  

Katinka Schnitker





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