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Problempferde im Gelände – Der Februar – Frostfreies Tränken – Pferde oder Freund? - Zum Wiehern!


Equikids Ausgabe 12/2011


Problempferde: Allein ins Gelände, Teil IV


Den Hof gar nicht erst verlassen wollen, zackeln wie ein Rennpferd, wiehern ohne Unterlass, hinter jedem Grashalm eine lebensbedrohliche Gefahr vermuten, auf dem Heimweg nicht mehr zu halten sein – dies alles und noch mehr können Pferde aus ihrer Trickkiste herausholen, wenn sie definitiv nicht allein ins Gelände wollen. Tiere, die bei einem gemeinschaftlichen Ausritt zuverlässig, ruhig und gehorsam sind, verwandeln sich mitunter zu unberechenbaren und unkontrollierbaren "Streit"-Rössern, wenn sie "nur" mit ihrem Menschen die gewohnte Umgebung und ihre Artgenossen verlassen sollen. Was steckt dahinter und wie begegnet man diesem Verhalten am besten?


Was, wenn ...
... das Pferd im Gelände extrem schreckhaft ist?

1. Ursachen
Auch hier gibt es solche und solche. Die einen Pferde haben schwache Nerven und tatsächlich Angst vor unzähligen Dingen, den anderen sitzt der Schalk im Nacken. Letztere nutzen dann einfach aus Spaß und Spielfreude heraus jede Gelegenheit, um einen lustigen Seitwärtssprung oder auch mal einen lösenden Bocksprung in den Ausritt einzubauen.

2. Vorschläge zur Abhilfe

a) Mit den ängstlichen Pferden empfiehlt sich selbstredend wieder einmal gutes Dominanztraining. Je sicherer sich ein Pferd von seinem Reiter beschützt fühlt, desto weniger wird es vor den Gefahren dieser Welt Angst haben. Trotzdem bleiben Situationen wie z.B. plötzliches Aufspringen und Davonspringen eines oder mehrerer Rehe aus dem Unterholz, von hinten lautlos heransausende Rennräder, an die Hinterbeine springende Hunde und anderes mehr selbst nach perfektem Dominanztraining eine unerhörte Nervenbelastung für die meisten Pferde. Mit Strafen zu reagieren, verbietet sich selbstverständlich auch in diesem Fall! Auch die lustigen und frechen Tiere wird man mit Strafen nicht von ihrem Unsinn abhalten können. Erreichen würde man eher, dass aus lebenslustigen Kapriolen gezielte Attacken auf die Gesundheit des Reiters werden.

b) Mit den Sinnen eines Pferdes die Welt erfassen! Das ist die wichtigste Voraussetzung, um jeder Gefahrensituation ruhig begegnen zu können. Die Parole muss lauten: Ich sehe schon etwas, was Du noch nicht siehst, aber wovor Du gleich Angst haben wirst. Schneller als das Pferd muss der Reiter jede eventuelle Gefahrenquelle aufspüren und in ihrer Bedeutung für das Tier erkennen. Die Zeitspanne zwischen Bemerken durch den Reiter und Reaktion des Pferdes ist idealerweise lang genug, um dem Reiter Gelegenheit zu geben, sich erstens auf zu erwartende Seitensprünge o.ä. einzustellen. Zweitens aber – und das ist noch wichtiger – gibt sie ihm die Möglichkeit, sein Pferd vorbereitend zu beruhigen, gegebenenfalls sicherer an die Hilfen zu nehmen und die ganze Situation weitestgehend zu entschärfen. Soweit möglich sollte man zunächst aber dem Pferd die Chance geben, sich die Gefahr am langen Zügel anzuschauen. Solange es mit seinem Körper "in der Spur" bleibt, weiter geht und auf die Hilfen reagiert, kommt man in der Regel mit langen Zügeln besser zurecht als mit einem einengenden Zügelmaß. Durch die langen Zügel wird Sicherheit suggeriert, kurze Zügel können in einer solchen Situation die Angst noch steigern.

c) Lässt sich ein Pferd durch solche Maßnahmen nicht überzeugen, kann es sehr hilfreich sein, es nicht zu der Gefahrenquelle hinblicken zu lassen. An einem furchterregenden Findling kommt man z.B. besser vorbei, wenn man sein Ross leicht nach außen stellt und es etwas dem Außenschenkel weichen lässt. Wer versucht, sein Pferd mit dem Zügel zu der Ursache seiner Angst hinzuziehen, wird eher erleben, dass zwar der Kopf dort hin zeigt, der Körper sich jedoch nach außen weg dreht, wozu oft noch ein Rückwärtsweichen kommt. Pferde kommen generell besser mit Gefahren zurecht, wenn sie ihnen ihre Kehrseite zudrehen dürfen. Gleiches gilt auch für das Vorbeireiten an fremden Weidepferden. Neugierig herangaloppierende Tiere können manchen Reiter in Bedrängnis bringen, denn der Herdentrieb wird auch sein Pferd erfassen. Mit dem Kopf von den fremden Tieren weg das Pferd seitwärts treten zu lassen ist in der Regel eine recht sichere Methode, unbeschadet an anderen Pferden vorbei zu kommen.

d) Eine weitere wichtige und ergänzende Möglichkeit ist es, den Pferden durch eigene Gelassenheit und ruhigem, zwanglosen Kontakt mit der "Gefahr" die Angst zu nehmen. Das bedeutet am Beispiel des Findlings beschrieben: Das Wissen um mögliche Angstreaktionen des Pferdes im Hinterkopf, reitet man so entspannt und unauffällig wie möglich an den Stein heran. Beim ersten Stocken des Tieres lässt man es sofort in Ruhe und bleibt ruhig dort stehen. Das Einzige, was vermieden werden sollte, ist ein Rückwärtsweichen. Lässt die Spannung im Pferdekörper etwas nach, ermuntert man es vorsichtig, sich dem Findling etwas weiter zu nähern, bis es wieder stockt. Sofort darf es dort verharren, nur möglichst nicht rückwärts gehen. Die Zügel werden so lang gelassen, wie es die Situation zulässt. Das Pferd soll sich nicht in seiner Mobilität behindert fühlen. Je fester die Zügel, desto geringer die potentielle Fluchtmöglichkeit und demzufolge desto höher die Aufregung. In dieser "Babyschritt-Manier" kann man sich in der Regel bis hin zu einem Schnupperkontakt des Pferdes mit der Gefahr vorarbeiten. Voraussetzung sind Ruhe, Konsequenz und viel Geduld auf Seiten des Reiters. Zur Unterstützung einer solchen "Therapie" kann es sinnvoll sein, etwas Futter auf, unter oder neben das Objekt zu legen. Hat das Pferd es schließlich erreicht, wird sein Mut dementsprechend belohnt. Außerdem haben Kaubewegungen immer eine entspannende Wirkung.
Ute Forler


Kalender: Der Februar


Im Februar ist in etwa Halbzeit mit dem Winter. Mittlerweile hat man sich an Regen, Matsch und Schnee gewöhnt, und destruktive Gemüter neigen zur Depression. Dabei steht ihnen noch der März bevor, ehe es wieder trocken und warm und Frühling wird.

Den Pferden allerdings scheint der Winter nichts auszumachen: Dick bepelzt stehen Robuste im Schnee - manchmal auch leider im Schneematsch - , ihr Fell glänzt, die Augen schauen wach in die eisige Welt. Wo wir uns mit Wintermänteln und Mützen, Handschuhen und Stiefeln gegen die Kälte wappnen müssen, haben sie kein Problem damit.


Energie als Wärmequelle

Ihre Energie wird durch gutes Futter angeheizt; und so muss die Winterfütterung kalt gehaltenerPferde entsprechend energiereich sein.

Bei Nordlandpferden, die seit Jahrtausenden Kälte und Nässe gewohnt sind und ein dichtes Unterfell haben, mag die reine Heufütterung ausreichen. Die Südpferde jedoch brauchen mehr.

Mögen in der arabischen Wste oder in anderen südlichen Gegenden die Temperaturen nachts schon mal tief fallen - tagsüber erwärmen sie sich doch und damit auch die Pferde. Bei den bei uns im Winter herrschenden anhaltenen tiefen Temperaturen muss man dem Organismus der Pferde durch energiehaltiges Futter etwas nachhelfen.

Das gilt nicht nur für Araber oder Vollblüter, auch viele Mischlingspferde brauchen ein Mehr an Energie. Wer beispielsweise Islandpferde und Aegidienberger gemeinsam hält, wird bemerken, dass das Paso-Erbe der Aegidienberger seinen Tribut fordert: Stehen die Isis noch bei Schnee und Regen unbeeindruckt draußen, suchen die Paso-Blütigen doch eher den Unterstand auf und stellen eher ihr Fell hoch.  

Je hochblütiger die Pferde sind, desto empfindlicher sind sie hauptsächlich gegen Nässe. Ihnen muss man in jedem Fall ständigen Zugang zu einem trockenen, zugfreien Stall geben und sollte sich auch nicht scheuen, sie bei Extremtemperaturen mal einzudecken - robust hin, robust her!

Ähnliches gilt für alte Pferde im Winter. Ihr Organismus ist nicht mehr so flexibel, alles arbeitet langsamer. Sie frieren auch deshalb leichter, weil sie sich nicht wie die Jungen so leicht in der Kälte warmlaufen können. Gerade ältere Pferde sind deshalb bei Extremtemperaturen für eine leichte, wärmende Decke dankbar.


Decken für spezielle Fälle

Eingedeckte Pferde in normal-warmen Ställen leben ein ungesundes Leben, denn ihre Haut braucht den klimatischen Reiz, der ihr jetzt entzogen wird. Sie leben wie die Leute, die auch im Haus Angoraunterwäsche und drei Strickjacken tragen und dann draußen natürlich frieren ...

Wirklich wichtig sind Decken bei warmgerittenen Pferden zum Abschwitzen. Daran verdient eine ganze Industrie - und nicht zu Unrecht. Denn nassgerittene Pferde im Winterfell kann man ohne Decke fast nicht trocken bekommen; die Alternative ist das Solarium. Ob der jähe Wechsel Kälte/Wärme für den Pferdeorganismus auf die Dauer jedoch gesund ist, bleibt noch abzuwarten.

Eine Abschwitzdecke sollte also jedes Pferd haben; und man sollte sie nach einer Stunde etwa abnehmen, denn dann hat sie ihren Dienst getan. Selbstverständlich ist auch eine Winterdecke pro Pferd für den Notfall kein Luxus, denn ein krankes Pferd, das selbst nicht mehr genügend Energie zur Wärmeentwicklung hat, ist bestimmt dankbar dafür.

Wenn man allerdings schon damit anfängt, Fohlen beim stundenweisen Weidegang einzupacken, zieht man sich mit Sicherheit ein Pimpelchen heran...


Zeit für die Urlaubsplanung

Im Februar gibt es schon alle Ferienprospekte, und auch die Schulferien sind klar. Also sollte man jetzt zumindest planen, wann man Urlaub macht. Das WOHIN ist nur dann wichtig, wenn man die Pferde mitnehmen will. Wenn man ohne sie fährt - und das ist bei den meisten Pferdebesitzern der Fall -, muss man aber rechtzeitig für Pferde-Hüter sorgen. Je früher man die einweist, desto besser - und desto beruhigter fährt man dann im Sommer weg.

Auch wer Reiterurlaub machen will, ist gut beraten, sich jetzt zu informieren. Noch sind überall Plätze frei, und man hat die ganze Angebotspalette zur Auswahl.


Noch herrscht Winterruhe

Im Februar ist noch alles still. Kaum Turniere, Reitertreffen nur auf theoretischer Basis am abendlichen Stammtisch; und mit der Reiterei ist es bei Schnee und Matsch auch nicht so toll.

Das ändert sich im März mit den allerersten grünen Hälmchen und Blättchen rapide: Der Fellwechsel beginnt, was vermehrtes Putzen bedeutet. Die Pferde haben die ersten Frühlingsgefühle und meinen durch die Landschaft düsen zu müssen, was manche Reiter in Angst und Schrecken versetzt.

Den Februar als ruhigen Monat könnt ihr also noch genießen!

Uta Over


Frostfreies Tränken im Winter

Achtung, Eiszeit!


Es soll ja Leute geben, die bei Minustemperaturen ein Grablicht unter einen erhöht stehenden Eisenkessel stellen, damit das Wasser nicht einfriert. Rein theoretisch geht das – bis das Grablicht umfällt. Dann gibt es entweder einen Brand, oder das Grablicht erlischt und das Wasser friert ein.

Ähnlich ist es mit den „Praktiker-Theorien“, eine Petroleumlampe in ein vorher gegrabenes Loch zu stellen, Wasserbottich drüber... Das sollte man auch am besten stündlich kontrollieren.


Die nächste Theorie folgt dem Gedanken, die Pferde hauchen sich Löcher ins Eis – geht bis einige Grade unter Null, dann ist der Bottich total zugefroren, und dass Pferde im Winter eigentlich kein Wasser brauchen, notfalls ja Schnee fressen könnten, hat sich auch als Fehlinformation herausgestellt. Und auch das Tränkwasser mit Salz zu versetzen, ist keine gute Idee...

Also muss man entweder Wasser schleppen oder eine heizbare Tränke installieren.


Wer schleppt schon gern Wasser...

Manchmal lässt es sich aber wirklich nicht vermeiden. Entweder sind die Kosten für die Installation einer elektrisch beheizten Tränke zu groß oder die Tränkstelle liegt so unglücklich, dass beim besten Willen kein Strom hin kommt.

Da hilft nur schleppen.

Das sollte man aber möglichst ökonomisch tun, und das bedeutet jeweils zwei Wasserbehälter gleichzeitig zu tragen, also einen in jeder Hand, sonst wird man schief.

Am angenehmsten tragen sich nicht Eimer, wie man es oft sieht, denn erstens neigen sie dazu, überzuschwappen, und zweitens ist der Tragegriff mittig im Eimer so weit vom Körper entfernt, dass das Tragen unnötig Kraft kostet. Auch bei nur 10 l Wasser macht sich das über einen längeren Weg oder zehn mal getragen bemerkbar.

Besser sind entweder schmale Kanister oder einfache Gießkannen aus dem Garten, die zudem den Vorteil haben, dass man zwei gleichzeitig in den Bottich ausgießen kann.

Der Bottich darf nicht aus einfachem Kunststoff sein, denn das platzt bei großer Kälte. Emailliertes Metall oder lebensmittelechte Kunststoffbottiche, wie man sie im Fleischerhandel bekommt, sind besser.

Die schwarzen Maurerbottiche, die man allenthalben sieht, dünsten Gifte aus, die auf die Dauer zu organischen Schäden bei Pferden führen können. Also lieber ein paar Euro mehr für lebensmittelechte Tränkgefäße.


Heizkabel – die kleine Lösung

Wer eine Steckdose in der Nähe des Wasserhahns hat, kann sich mit Heizkabeln behelfen.

Diese elektrisch beheizten Kabel befestigt man mit Isolierband an der Wasserzuführung zur Tränke. Das kann bei einer fest installierten Tränke ein Rohr sein, bei einem Bottich im Offenstall ist es meistens ein ganz normaler Wasserschlauch.

Am Ende dieses Heizkabels befindet sich ein Thermostat, das bei +3° Außentemperatur automatisch anspringt und das Kabel beheizt. So friert der Wasserzulauf nicht zu und man kann aus einem (hoffentlich) frostfreien Wasserhahn ständig Wasser nachlaufen lassen.

Da die meisten Pferde sich im Winter etwas langweilen, sollte man das Heizkabel in dem für die Pferde zugänglichen Bereich schützen, indem man es mit einem Schaumstoffschutz ummantelt, wie man ihn für verzinkte Wasserrohre auch im Hausbereich benutzt. Darüber sollte man ein Kunstoffrohr legen, so dass kein Anreiz zum Knabbern besteht.

Ein Vorteil dieser preiswerten Lösung ist auch noch, dass man mit einem Kabel möglicherweise Tränkbehälter in verschiedenen Ställen füllen kann.


Beheizbare Selbsttränken

Sie sind natürlich das non plus ultra – aber sie haben auch ihren Preis und den allerdings kleinen Nachteil, dass sie an einer Stelle fest installiert sein müssen. Hat man also einen Pferdebestand, der nicht aus einer fest gefügten Herde besteht, sondern bei dem die Pferde auf einzelne Paddocks oder gar in Boxen verteilt sind, ist der Kostenaufwand enorm. Wenn die Tränken allerdings von vielen Tieren benutzt werden können, rechnet sich das.

Moderne Selbsttränken haben einen ständig gleich bleibenden Wasserspiegel, der durch eine Art „Wiegebalken“ gehalten wird, der auf der einen Seite der Trinkschüssel steht und auf der anderen Seite ein Gegengewicht trägt.

Trinkt jetzt ein Pferd, kommt das System aus dem Gleichgewicht, der „Wiegebalken“ neigt sich und das Wasserventil wird geöffnet. Nun wird die Wasserschüssel so lange mit Wasser gefüllt, bis der „Wiegebalken“ wieder im Gleichgewicht ist. Dann schließt das Ventil automatisch.

Durch Verschieben des Gleichgewichts kann man die Füllhöhe der Trinkschüssel einstellen. Optimal ist eine Fassungsmenge um die drei Liter.

Das bedeutet, dass das Pferd nicht wie bei den älteren Selbsttränken eine Art metallener Zunge mit der Nase betätigen muss, was zum einen ein zischendes Geräusch erzeugt und zum anderen gerade in großer Kälte doch unangenehm ist.

Wichtig ist, dass die Selbsttränke einen mit der Hand zu bedienenden Hebel hat, mit dem man den Wassernachlauf abstellen kann. Denn es kann immer sein, dass ein Pferd nach dem Reiten viel Durst hat, aber noch zu heiß ist, um so viel saufen zu dürfen, wie es im Moment gern möchte.

Diese Selbsttränken sitzen auf einem Betonsockel, dessen Höhe man selbst bestimmen kann. Man sollte die Trinkschüssel relativ tief am Boden installieren, da dies der normalen Fress- und Saufhaltung der Pferde entspricht – schließlich sind sie keine Giraffen.

Die Wasserzuleitung zur Selbsttränke muss allerdings auch frostsicher sein, womit man wieder auf die Heizkabel kommt und wodurch sich ergibt, dass der Preis für die Selbsttränke allein noch lange nicht der Gesamtpreis ist.

Der Gesamtpreis ist hoch, aber er lohnt sich, denn solche Tränken sind ja nicht nur im Winter verwendbar. Sie werden bei guten Herstellern aus frostsicherem, ja sogar edlen Material wie Flugzeugbau-Aluminium oder Edelstahl hergestellt, sind relativ schlagsicher und sogar noch formschön.

Der Energieverbrauch ist relativ gering, weil sie durch Thermostate gesteuert werden.

Wie gesagt – nicht billig, aber ist Wasser schleppen billig...?

Uta Over


Zur Diskussion: Pferd oder Freunde - das ist hier die Frage!


Jeder Reiter weiß, dass Reiten auch nicht immer nur schön ist und dass man auch im Stall mal einen schlechten Tag verbringen kann, doch egal ob guter oder schlechter Tag, einen großen Vorteil hat dieses Hobby wirklich: Man hat einfach immer etwas zu erzählen!

Da man mit einem Tier zusammen arbeitet, passiert jeden Tag etwas Neues. Mal ist das Pferd gut gelaunt und an einem anderen Tag schlecht, entweder es arbeitet gut mit oder es tut auf einmal so, als verstehe es auch bei den leichtesten Übungen überhaupt nicht, was man eigentlich von ihm will. Das Reiten bietet also immer wieder gengend Gesprächsstoff. Erfolge und Misserfolge liegen nah beieinander, da hat man eine fantastische Reitstunde und am Ende fällt man aus eigener Dusseligkeit doch noch vom Pferd.


Themen über Themen

Doch nicht nur Pferd und Reiten beschäftigen einen, nein, auch im Stall selber wird es nie langweilig, man lernt neue Leute kennen oder streitet sich mit Bekannten. Einige Reiter bewundert man und über andere lästert man lieber.

Natürlich muss man sich auch noch um Pflege und Fütterung des Pferdes kümmern, und ständig schwirren einem wichtige Termine von Reitstunden, Hufschmieden und Tierärzten im Kopf herum.


Häufig kein Verständnis

Da ist es nur allzu verständlich, wenn man sich Menschen, die einem nah sind, gerne mitteilen möchte, und das sind eben oft die Freunde.

Doch das Bestreben, seine Freunde an seinem Hobby teilhaben zu lassen und sie stets über die Neuheiten des Stalls auf dem Laufenden zu halten, kann einem leider leicht den Ruf einbringen, außer Pferden nichts mehr im Kopf zu haben. Sprüche wie: "Musst du denn wirklich immer nur über Pferde reden" oder "Kennst du kein anderes Thema" werden wohl die meisten Reiter schon einmal gehört haben. Hier merkt man schon, dass man seine Begeisterung manchmal unter Kontrolle halten muss, wenn man keine Freundschaften gefährden will.


Freund ist nicht gleich Freund

Nicht jeder Freund hat gleichviel Interesse am Hobby Reiten, so sollte man seine Freunde einschätzen können und auch dementsprechend behandeln.

Gut ist es immer, wenn sich unter seinen Freunden ein paar Gleichgesinnte befinden, die ebenso gerne über irgendwelche Stallinterna reden wie man selber. Diese stört es dann auch nicht, wenn man eine geschlagene halbe Stunde braucht, um zu beschreiben, wie man es zum ersten Mal geschafft hat, einem schwierigen Pferd die Hufe auszukratzen. Mit solchen Leuten kann man auch wunderbar die Charakterzüge jedes einzelnen bekannten Pferdes erörtern und das Reitverhalten vergleichen. Hier kann man also wunderbar alles loswerden, was einen bewegt, und Meinungen zu bestimmten Themen austauschen. Auch bei Problemen sind solche Freunde fast nicht zu ersetzten, da Menschen, die selber Reiter sind, viel eher verstehen, wie frustrierend etwas sein kann, was andere vielleicht als Kleinigkeiten abtun und einen selber für leicht abgedreht halten. Mit solchen Freunden ist ein Reiter also bestens bedient.


Die Geduldigen

Es gibt natürlich auch Freunde, die sich einfach nicht besonders für Pferde interessieren, aber trotzdem verstehen können, dass einem das Hobby gefällt. Diese hören sich mit einem leicht gequälten Gesichtsausdruck jeden Tag von neuem an, wie toll irgendein Pferd sich schon wieder benommen hat, welche Reiter einfach unfähig sind, wie oft das Pflegepferd einem heute auf den Fuß getreten ist und welche Bürste man beim Putzen bevorzugt, um dann möglichst schnell das Thema zu wechseln. Ist man dann auch bereit, sich anderen Themen zuzuwenden, und bringt man auch etwas Interesse für die Hobbys des anderen auf, kann so eine Freundschaft wunderbar funktionieren.


Die Abgeneigten

Ärgerlich wird das Ganze erst dann, wenn sich jemand nicht nur nicht fürs Reiten interessiert, sondern dieses Hobby grundsätzlich ablehnt. Unterhaltungen können, wenn sie auf dieses Thema kommen, schnell in grundsätzlichen Diskussionen enden, denn welcher Reiter lässt schon gerne Pferde beschimpfen. Liegt einem etwas an solch einer Freundschaft, sollte man dieses Thema also tunlichst meiden und entgegen aller Vorurteile zeigen, dass man durchaus in der Lage ist, auch über andere Themen zu sprechen.


Schon hier ein Problem

So kann man schon mit seinen Freunden wegen Pferden genug Schwierigkeiten bekommen und muss aufpassen, dass man nicht als pferdeverrückt abgestempelt wird und schließlich sogar gute Freunde verliert.

Doch wie schwierig kann es erst in einer Beziehung werden, wenn der Freund oder die Freundin überhaupt kein Verständnis für die Leidenschaft Pferd und Reiten aufbringen kann und sogar absolut keine Pferde mag?

Bei Freunden reicht es oft aus, nicht ständig nur über Pferde zu reden und sich ansonsten ab und zu mit ihnen zu verabreden, doch in einer Beziehung werden häufig ganz andere Ansprüche an einen gestellt, und die zu erfüllen, hat schon so manchen Reiter in ernste Schwierigkeiten gebracht.


Streit scheint vorprogrammiert

Schnell kann es vorkommen, dass man, anstatt nachmittags mit seinem Freund in die Stadt zu gehen, in den Stall fahren muss, um eine Box auszumisten. Und wenn der Freund dann erfährt, dass er in Konkurrenz mit Pferdemist den Kürzeren gezogen hat, kann er auch schon mal sauer reagieren. Und auch man selber wird immer mehr in Versuchung geraten, gerade in der ersten Zeit des Verliebtseins Pferd und Reiten zu Gunsten einer Beziehung immer mehr in den Hintergrund zu rücken.

Für jemanden ohne die Verantwortung für ein Pferd, also jemanden ohne ein eigenes Pferd, ein Pflegepferd oder eine Reitbeteiligung, ist diese Zeit einfach. Er kann sich nämlich völlig frei entscheiden, was er an einem Tag lieber machen möchte, eine Reitstunde oder einen Stadtbummel. Und selbst wenn er vielleicht gerne Reiten gehen würde, kann er jederzeit zur Rettung der Beziehung darauf verzichten und sich ohne schlechtes Gewissen ganz dem anderen Menschen widmen.


Verantwortung

Schwierig wird es jedoch genau in dem Augenblick, in dem Verantwortung für ein Lebewesen mit hinzukommt, denn dann ist man leider nicht mehr in der Lage, frei seine Entscheidungen zu treffen, sondern muss stets auf das Wohl des Pferdes Rücksicht nehmen.

Gerade wenn ein Pferd in einer Box ohne Weidegang steht und absolut darauf angewiesen ist, dass man kommt und sich ausgiebig mit ihm beschäftigt, sollte einem lieber gleich klar sein, dass man eben erst nach dem Pferd wieder Zeit für seinen Freund hat. Leider kommt es viel zu häufig vor, dass Pferde tagelang in einer Box vor sich hinvegetieren, nur weil die lieben Besitzer meinen, sie hätten etwas Besseres zu tun. Auf keinen Fall darf das Glück des Besitzers zum Alptraum für das Pferd werden. Wenn ich als Mensch schon darauf bestehe, ein Lauftier in einen Kasten zu sperren, bin ich es dem Tier zumindestens schuldig, es jeden einzelnen Tag so lange wie irgend möglich dort herauszuholen, Freund hin oder her.


Es gibt Alternativen

Dies hört sich jetzt so an, als könne ein Pferdebesitzer keine glückliche Beziehung mit jemandem führen, der keine Pferde mag, doch dies ist zum Glück nicht so. Es gibt vernünftige Alternativen, die es einem ermöglichen, Pferd und Freund unter einen Hut zu bringen. Da wäre zum Beispiel eine artgerechte Haltung, denn wenn mein Pferd jeden Tag ausreichend Bewegung hat und versorgt wird, kann ich es getrost einmal sich selbst überlassen und den Tag anderweitig verplanen. Auch eine Reitbeteiligung ist eine feine Sache, denn auch sie verschafft mir die Möglichkeit, ein paar Tage in der Woche "pferdefrei" zu sein.

Günstig ist es auch, wenn der Freund selber ein Hobby hat, welches einen bestimmten Teil seiner Freizeit in Anspruch nimmt. Wenn es einem dann noch gelingt, sich zeitlich einigermaßen aufeinander abzustimmen, gibt es zum Thema Pferd sicherlich keine großen Auseinandersetzungen mehr, und auch sonst hat jemand, der selbst beschäftigt ist, oftmals mehr Verständnis.

Möglichkeiten bestehen also, und wenn man nicht darauf besteht, jeden Tag von morgens bis abends im Stall zu verbringen, ist dies alles auch gar kein so großes Problem.


Entweder - oder

Wird man von seinem Freund allen Ernstes vor die Wahl gestellt: "Entweder das Pferd oder ich", so ist es denn tatsächlich an der Zeit, sich einmal darüber klar zu werden, wie viel einem das eigene Pferd bedeutet, wie wichtig es für das eigene Leben ist und wie viel einem ein Freund bedeutet, der einen vor solch eine Wahl stellt.

Bevor man in solch einem Fall faule Kompromisse eingeht, in denen man sich von seinem Freund unter Druck setzten lässt und das Pferd darunter zu leiden hat, steht tatsächlich eine Entscheidung an: Entweder ich merke, dass mir selber das Pferd nicht mehr wichtig ist und mich in meinem Leben mehr einschränkt und stört als bereichert, und verkaufe das Pferd daraufhin in gute Hände - oder ich schieße meinen Partner in den Wind, natürlich nur, wenn er das Ganze nicht doch noch einmal überdenken möchte.


Also:

Pferd und Freunde, Pferd und Partner, das alles kann schon ganz schön schwierig werden. Doch meiner Meinung nach kann es klappen, wenn man sich der Verantwortung für sein Pferd, der Zuneigung zu seinen Freunden und der Liebe zu seinem Partner bewusst ist, denn es ist immer möglich, eine Lösung zu finden, mit der alle einigermaßen zufrieden sind. Allerdings müssen bei dieser Lösung die Menschen, die an meinem Leben teilhaben, verstehen, dass ich den Pflichten, die ich meinem Pferd gegenüber habe, jederzeit nachkommen muss und auch möchte. So erwarte ich zum Beispiel, dass ein Freund gerade in Extremsituationen wie etwa Verletzungen oder Krankheit akzeptiert, dass nun das Pferd im Vordergrund steht, und mich unterstützt, statt mir Vorwürfe zu machen.

Katinka Schnitker


Zum Wiehern: Worauf es  wirklich ankommt...


Wenn man sich ein Pferd kauft, braucht man Zeit, um sorgfältig auszuwählen, denn schließlich weiß man, was man will, nämlich? Richtig, ein schönes Pferd! Oder doch zumindestens ein Pferd, zu dem man eine gute Geschichte erzählen kann, wie zum Beispiel: Мein Pferd kommt direkt von der Rennbahn. Еr wurde frisch aus Amerika importiert. Oder auch: Мein Pferd kann sprechen. Kurz gesagt: Ein Pferd, mit dem man angeben kann und um das einen andere Reiter beneiden.

Um so ein Pferd zu finden, braucht man im Vorfeld wie gesagt viel Zeit, doch dafür geht der Kauf umso schneller, denn wie man aus Gesprächen mit Reitern entnehmen kann, sind Dinge wie ausführliches Probereiten oder gar eine Ankaufsuntersuchung völlig unnötig. Auf die Frage, warum gerade dieses Pferd gekauft wurde, hört man immer wieder dasselbe: Sie hat mich sooooo lieb angeschaut, mit diesen schönen Augen... was für eine Frage, schau dir doch nur mal diese prachtvolle Mähne an...  

Na, dann ist ja wohl alles klar! Gut, es kann einem natürlich passieren, dass man mit so einem Pferd doch gewisse Probleme bekommt, also es könnte ja zum Beispiel sein, dass man dieses Pferd im Endeffekt gar nicht reiten kann, aber was soll`s, mit solchen Kleinigkeiten muss man fertig werden - und wenn es eben nur auf der Weide stehen kann, dann sieht auf der ganzen Weide zumindestens kein Pferd so gut aus wie eben dieses.

Vielleicht handelt es sich sogar um ein extrem menschenfeindliches und aggressives Pferd, doch auch hier sollte man sich keine Gedanken machen, sondern lieber das Positive sehen - denn während es mit dem Wunsch in den Augen, einen Kampf zu gewinnen, auf einen losstürzt, kommt vielleicht die prachtvolle Mähne besonders gut zur Geltung...


Viele Einsatzmöglichkeiten

Dies mag sich jetzt für manchen unsinnig anhören; und eventuell kommen einem Gedanken wie: Was nutzt mir denn so ein schönes Pferd, wenn ich nicht einfach unkompliziert und mit Freude reiten kann? Doch all diesen sei gesagt: Reiten ist doch nun wirklich nicht das Wichtigste, es gibt doch unzählige andere Möglichkeiten! Man kann so ein schönes Pferd zum Beispiel wunderbar putzen: Sofern es sich zufällig, man weiß es ja vorher nicht, lieb anbinden lässt, kann man so ein Tier stundenlang striegeln und wienern und mit einem weichen Tuch auf Hochglanz polieren. Gut, das Pferd findet so etwas natürlich tödlich langweilig, sinnvoll ist es auch nicht, Bewegung und Beschäftigung hat es dadurch nicht, und wenn es zurück auf die Weide kommt, lachen die anderen Pferde immer...,  aber man kann sich ausgiebig mit seinem Pferd beschäftigen und man hat die Chance, dass während dieser Zeit viele andere Reiter die Stallgasse passieren, einen Moment verweilen und die außergewöhnliche Schönheit des Pferdes bewundern.  

Selbstverständlich ist es nicht die Regel, dass man Pferde, die man auf solche Art und Weise erstanden hat, gar nicht reiten kann, manchmal kann man sie eben nur nicht ganz so gut reiten; und dann sieht man oft, wie Reiter sich mit ihren schicken Pferden sogar ins Gelände wagen und erst vor der ersten Galopp-Strecke panisch vom Pferd springen. Den Rest des Weges führen sie das Pferd dann lieber, aber gesetzt den Fall, man hat sich farblich passend zu Pferd und Satteldecke gekleidet, sieht auch dies wieder recht gut aus und ist auch gar kein Grund, einmal über einen guten Ausbilder oder Reitunterricht nachzudenken.

Warum also ein gut ausgebildetes, liebes, verlässliches Pferd kaufen, wenn es nur durchschnittlich aussieht? Schließlich darf man ja auch den allergrößten Vorteil von so auffallend schönen Pferden nicht vergessen: Wenn nämlich alle Umstehenden auf das Pferd achten, fällt ihnen gar nicht so schnell auf, dass derjenige, der draufsitzt, eigentlich nicht reiten kann ...

Katinka Schnitker


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